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Die Gemeinschaftsübung der anderen Art

Die Gemeinschaftsübung der anderen Art

Den Abend des Gründonnerstag hätten die Mitglieder des Deutschen Rote Kreuz und des Löschzuges Kaldenkirchen der Freiwilligen Feuerwehr gerne genutzt, um sich auf ein langes Osterwochenende einzustimmen.

Doch beide Organisationen trafen sich zu einer gemeinsamen Übung, die einmal anderes ablaufen sollte, als man es von den sonstigen Aufeinandertreffen gewohnt war.

In diesem Falle musste viel Zeit mitgebracht werden, denn der Ablauf der Gemeinschaftsübung war nicht darauf ausgelegt, ein großes Einsatzszenario darzustellen. Bei Großübungen ist es nicht immer gewährleistet, möglichst alle zu beschäftigen. Genau das sollte aber an diesem Abend im Mittelpunkt stehen. Die Organisatoren von DRK und Feuerwehr mit Carsten Kox, Dagmar und Anna Tohang, Dirk van Deursen und Michael Thoenissen hatten sich etwas Neues einfallen lassen: „Kleine und feine Übungen“, bei dem alle Teilnehmer eingebunden werden.

Vier Übungen wurden vorbereitet, in denen alle Teilnehmer gefordert waren, eine Position zu besetzen, die man im Einsatzalltag nicht so oft oder nur wenig erlebt.

Die erste Einsatzlage fand auf dem Gelände des Medienparks auf der Steyler Straße statt. Ein Dachdecker, der bei Wartungsarbeiten zusammengebrochen war, musste auf dem Dach wiederbelebt und versorgt werden. In dieser Übung lag der Schwerpunkt für die Feuerwehr darin, dem Rettungsdienst Zugang über Leitern zum Verunfallten zu schaffen und beim anschließenden Transport vom Dach mittels der Drehleiter zu unterstützen. Das Rettungsdienstpersonal konnte sich ganz in Ruhe um alle erforderlichen medizinischen Maßnahmen des Patienten kümmern.

Parallel zur ersten Übung musste bei der zweiten (Verkehrsunfall mit zwei verletzten Personen im Fahrzeug) Hand in Hand abgearbeitet werden. Mit hydraulischen Rettungsgeräten ermöglichte man dem Rettungsdienst den nötigen Zugang zu den Verletzten, um eine umfangreiche Erstversorgung zu gewährleisten. Hier wurde es schnell deutlich, dass man nur gemeinsam ans Ziel kommt und die gemeinschaftliche Rettung aus dem Fahrzeug zügig und ohne größere Probleme bewerkstelligt werden konnte.

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Bei der dritten Übung stand ebenfalls die ineinandergreifende Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Das sofortige Eingreifen des Rettungsdienstes war erst nicht möglich. Denn der gemeldete Kellerbrand im Convent, der drei Personen eingeschlossen hatte, konnte nur durch die Kräfte der Feuerwehr unter Umluft unabhängigen Atemschutz gerettet werden. Nach dem diese aus ihrer misslichen Lage befreit waren, übernahmen direkt am Eingang des Gebäudes die betreuenden Hände des Rettungsdienstes. Sofort wurden die notwendigen medizinischen Maßnahmen ergriffen, um Verletzungen und Rauchgasvergiftung entgegen zu wirken, die dann einen sicheren Transport in ein nahe gelegenes Krankenhaus gewährleisten.

Das letzte Übungsbeispiel „Person hinter verschlossener Tür“ stellte ein Einsatzgeschehen dar, welches in den letzten Jahren vermehrt in den Vordergrund gerückt ist und hier immer Rettungsdienst und Feuerwehr gemeinsam an der Einsatzstelle fordert. Hierbei wurden alle Teilnehmer auf das systematische beiderseitige Vorgehen hingewiesen, insbesondere bei angedrohtem Suizid ist eine äußerst sensible Vorgehensweise nötig.

Als sich weit nach Mitternacht alle im Feuerwehrgerätehaus einfanden, waren alle sichtlich erschöpft. Alle Teilnehmer waren sich einig, es war ein langer und anstrengender Abend, doch die Übungen haben zielgerecht zum besseren Verständnis beider Arbeitsweisen geführt. Jeder Teilnehmer konnte sich bei den verschiedenen Übungen voll und ganz einbringen. Einer Wiederholung steht nach Meinung der Organisatoren nichts im Wege und mit den zufriedenen Eindrücken gingen alle ins wohlverdiente Osterwochenende.

(StadtSpiegel)