: Scheune Zuhause erleben

Ein kulturelles Kleinod in Nettetal: Die Scheune.

Das Textilmuseum in Hinsbeck-Hombergen genießt als Werkstatt für Spinnen und Weben aus der Sammlung Tillmann einen überregionalen Ruf. Zudem wird dort Kunst in einem bezaubernden Ambiente präsentiert. Leider muss Die Scheune pandemiebedingt bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

In Corona-Zeiten bringt das Museumsteam unter dem Stichwort „Scheune zuhause“ virtuelle Projekte in die Kinderzimmer. „Unter anderem erklärt Fledermaus Flaxi, wie ein Ökoauto aus Flachs und Zucker entsteht“, berichtet Museumskuratorin Susanne Ciernioch und verweist auf www.textilmuseum-die-scheune.de. Interessierte können unter der Rubrik „Preview“ einen Einblick in die abgesagte Ausstellung „zeit_raum“ gewinnen, die im Frühjahr 2021 nachgeholt wird.

„Wichtig ist uns das Nettetaler Artist in Residence Projekt zusammen mit der NetteKultur, dem Projekt RaumKunst in Nettetal-Leuth und der Künstlerin Claudia Kallscheuer, die eine Werkschau ihrer poetischen Arbeiten bei uns vorstellt“, sagt Susanne Ciernioch. Projekte wie diese zeigen die Besonderheit des Textilmuseums, neben sozialhistorischen Themen auch künstlerische Positionen zu präsentieren, die Textil als Medium nutzen. Die Ausstellung „Von roten und anderen Fäden“ wird voraussichtlich im Sommer eröffnet – je nach Corona-Lage live oder im virtuellen Raum.

Am Herzen liegt Susanne Ciernioch und ihrem Team ferner die Flax-Ferienfreizeit, die Die Scheune – so Covid-19 dies zulässt – im Sommer oder im Herbst erstmalig in Kooperation mit dem Nabu-Naturschutzhof veranstaltet. Fragezeichen stehen auch noch hinter dem Textilmarkt, der diesmal neue Aussteller rund um das Thema textile Kostbarkeiten einbindet. „Generell ist die Vielfalt an kreativen Workshops ein Markenzeichen des Museums“, so die Leiterin. Für das pädagogische Begleitprogramm hat man vor, sich über Tutorials auf der Website darzustellen. Hierzu gehören unter anderem Maskottchen Flaxi für die Kleinen und Angebote für die Erwachsenen wie Eco-Print und Boro, eine Textilkunst aus Japan.

Viel Engagement ist bereits in die Ausstellung „Nachhaltigkeit“ geflossen, die voraussichtlich nach den Sommerferien eröffnet. Hier verweist Susanne Ciernioch auf den Vortrag von Professor Monika Eigenstetter von der Hochschule Niederrhein: Mittwoch, 23. September, 18.30 Uhr, Thema „Nachhaltiger Kleidungskonsum“. Zum Thema Nachhaltigkeit gibt es schon jetzt Tipps auf der Website des Textilmuseums, und zwar unter der Rubrik „Scheune zuhause“ – zum Beispiel „Detox Deinen Kleiderschrank“. Mit Workshops zu Upcycling oder wie man Bienenwachstücher herstellt begleitet DIE SCHEUNE das Thema virtuell.

„Der besondere Charme dieses Museums kommt zum Tragen durch die kreative Unterstützung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont Susanne Ciernioch. Ohne dieses Engagement wäre solch ein umfangreiches Programm kaum zu realisieren. Die Scheune-Kuratorin verweist auf die Stifter-Familie Walter Tillmann: „Durch ihre Leidenschaft für das Thema Textil besitzt das Museum heute eine solch außergewöhnliche Sammlung.“