: Zicken, Urmel und Barth

Die Nettetaler Kulturmacher kennen sich mit Herausforderungen bestens aus. Bereits in der vergangenen Spielzeit musste man wegen der Sanierung der Werner-Jaeger-Halle neu denken – das bleibt auch in der kommenden Kultursaison so. Die Corona-Krise sorgt nun zusätzlich dafür, dass man neue kreative Wege geht.

Seit die aktuelle Spielzeit wegen der Corona-Schutzmaßnahmen abgebrochen werden musste, hat sich die Nettetaler Kultur, wo möglich, ins Netz verlagert. Ausstellungen, Literaturangebote wie Vorlesestunden der Lesepatinnen und wöchentlich wechselnde Theaterstücke oder Comedy-Programme können sich Interessierte auf dem Youtube-Kanal der Stadt Nettetal anschauen. Einfach auf Youtube nach „Stadt Nettetal“ suchen.

Für die nächste Spielzeit, deren Programm praktisch schon stand bevor die Pandemie unser Leben verändert hat, sind Roger Dick, Leiter der NetteKultur, und Bürgermeister Christian Wagner zuversichtlich, dass das Programm stattfinden kann wie geplant. „Wir werden auf Verordnungen reagieren, wenn sie da sind, aber natürlich haben wir uns schon Gedanken gemacht, wie Beschränkungen beim Einlass oder ähnliches umgesetzt werden können“, sagt Roger Dick.

Nach der „Spielzeit 0“, wie Roger Dick die vergangene erste Spielzeit ohne Werner-Jaeger-Halle bezeichnet, ist der logistische Aufwand zwar nicht weniger geworden, man hat sich aber auf die Ersatzspielstätten wie Seerosensaal, Alte Kirche und Aula der Realschule gut eingestellt. „Wir sind sehr stolz darauf, wieder ein volles Programm anbieten zu können“ betont Roger Dick, „dazu gehört auch, dass wir wieder zwei komplette reine Theater-Abos haben und ein Kinderprogramm mit zehn Veranstaltungen.“ Für die Kleinen wird unter anderem „Pünktchen und Anton“ und das „Urmel schlüpft aus dem Ei“ auf die Bühne gebracht.

Fixpunkte wie die Literaturtage mit so hochkarätigen Gästen wie Ex-Bundespräsident Joachim Gauck oder Konrad Beikircher, die Comedy-Nacht (diesmal unter anderem mit Markus Barth und Simon Stäblein) und das Konzert des Werner-Jaeger-Gymnasiums gehören ebenfalls wieder zum Jahresreigen. Letzteres findet allerdings aufgrund der aktuellen Situation ausnahmsweise erst im nächsten Frühjahr statt.

Gelacht wird in der kommenden Spielzeit in Nettetal richtig viel. Von Mirja Boes nächstem „Heimspiel“ über Barbara Ruscher bis zu Liza Kos und Moritz Netenjakob ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Ganz besondere musikalische Leckerbissen warten außerdem auf die Kulturgemeinde Nettetal. So tritt das international renommierte Jazzensemble, das Olivia Trummer Trio, in der Alten Kirche Lobberich auf. Zurück in die 50er- Jahre geht es mit Buddy in Concert und – darauf ist Nettekultur-Leiter Roger Dick besonders gespannt – „The Black Rider“ entführt die Zuschauer in die Welt und Musik von Tom Waits. Das Rock-Musical des Rheinischen Landestheaters Neuss wird im Seerosen-Saal aufgeführt.

In den beiden Theater-Abos warten insgesamt zehn Stücke von heiter über dramatisch bis spannend auf die Zuschauer. Da ist etwa die Inszenierung der 80er-Jahre-Filmkomödie „Drei Männer und ein Baby“ (Abo 1), der Polit-Thriller „Aus dem Nichts“ nach dem gleichnamigen Film von Fatih Akin (Abo 2), die Karaoke-Komödie Zickenzirkus mit Kim Fisher (Abo 1, siehe Titelfoto) oder die Komödie „Extrawurst“ mit Gerd Silberbauer (Abo 2).

Aktuell ist geplant das volle Kontingent der Tickets zu verkaufen – der Vorverkauf startet am 26. Mai.

Derweil schreitet die Sanierung der Werner-Jaeger-Halle weiter voran. Bürgermeister Christian Wagner ist zuversichtlich, dass im Sommer die Pläne für die Sanierung der „Hülle“ vorgestellt und ausgeschrieben werden können – der Innenausbau ist mittlerweile fertig. Bis die WJH wieder in neuem Glanz erstrahlt und genutzt werden kann, appelliert Wagner an die Nettetaler Kulturgemeinde: „Seien Sie mutig und schauen sich die neuen Spielstätten an!“ Denn auch nach Fertigstellung der Werner-Jaeger-Halle ist geplant, etwa die Aula der Realschule als Spielstätte weiter zu nutzen. Roger Dick ist überzeugt, dass die Nettetaler die neuen Spielorte in ihr Herz schließen. „Bereits in der vergangenen Spielzeit haben die Menschen die Orte gut angenommen, doch dann kam halt der Abbruch“, blickt Roger Dick zurück. Dick, Christian Wagner und Arndt Venten, Fachbereichsleiter Schule, Kultur und Sport, blicken der neuen Spielzeit