„Die Kinder und ich - das passt“

Wir haben das Kinderhospiz besucht, uns in der JVA Willich umgeschaut und waren bei den freiwilligen Helfern im atC@fé - heute führt uns unsere Ehrenamts-Serie „Ich helfe gerne“ an die Brabanter Straße nach Dülken.

Hier betreut Cornelia Henneke ehrenamtlich Förderschüler. Stadt Spiegel-Mitarbeiter Ralf Groschopp stattete ihr einen Besuch ab.

Es ist gerade große Pause an der Overbergschule des Förderzentrums West. Die Einrichtung um Dülkener Norden nimmt sich rund 250 Kindern an, die mit einer Lernschwäche zu kämpfen haben.

Wenig später ertönt der Gong und in Sekundenschnelle ist der Platz wie leergefegt. Im Raum der Klasse 5/6 wartet Cornelia Henneke, umringt von einigen ungeduldigen und leicht aufgeregten Schülern. Die 60-Jährige engagiert sich seit gut eineinhalb Jahren ehrenamtlich als Unterrichtshelferin in der Förderschule, wurde damals von der Viersener Freiwilligenzentrale vermittelt. Zweimal pro Woche, insgesamt acht Stunden, nimmt sie sich den Kindern an, übt mit ihnen Lesen und auch Rechnen. Julian, Tim und Darline können es kaum erwarten, ihre Übungshefte auszupacken und loszulegen.

„Mit dem Lesen klappt es bei den meisten ganz gut“, berichtet die Süchtelnerin. Sie hört zu, korrigiert hier und da, und verteilt vor allem Lob. „Natürlich müssen die Kinder lernen, aber zu viel Kritik wäre ja demotivierend“, sagt die gelernte Erzieherin. Das größte Problem beim Lesen bestehe zumeist darin, dass die Schüler die Buchstaben erkennen würden, diese aber nur schwer in einen Zusammenhang bringen könnten. Zwei, die mit dieser Problematik sehr gut zurechtkommen, sind Julian und Tim. Mit einem gewissen Stolz lesen sie „dem Mann von der Zeitung“ eine Geschichte über das Leben in der Steinzeit vor. Da geht es um die Menschen und ihre Kleidung, um die Jagd auf Mammuts und die Entdeckung des Feuers. Auch die schwersten Wörter kommen fehlerfrei über ihre Lippen.

Cornelia Henneke freut sich über diese Leistung. „Es ist toll, wenn sich nach und nach solche kleinen Erfolge einstellen“, sagt sie. Über solche Erfolgserlebnisse würden die Schüler merken, dass Lernen und Schule auch Spaß machen können. Zu den Kindern zu kommen und ihnen helfen zu können, erfülle sie mit einer inneren Zufriedenheit, berichtet Henneke.

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Für das Kollegium an der Overbergschule findet sie nur lobende Worte: „Alle Lehrer hier sind unglaublich engagiert bei der Sache. Jedes Kind wird als Individuum mit speziellen Bedürfnissen gesehen und behandelt.“ Dennoch hätten die Pädagogen nicht immer die Zeit, sich so eingehend mit den Kindern zu befassen, wie es Cornelia Henneke als ehrenamtliche Helferin tut.

„Diese Tätigkeit, die Kinder und ich – das passt einfach zusammen“, sagt Henneke, die auch mit auf Ausflüge fährt, und sich um das gesunde Frühstück für die Schüler kümmert. Wenig später ertönt der Gong. Cornelia Henneke verabschiedet sich herzlich und macht sich auf den Weg zu ihrem nächsten Einsatz – nun steht Textilkunde auf dem Programm.

(StadtSpiegel)