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Die Polizei gibt Hinweise, worauf man bei Online-Meetings achten sollte

Vorsicht bei Zoom, Teams und Co. : Sehen und gesehen werden

Videochats gibt es schon lange, doch seit Corona die Welt im Griff hat, boomen sie besonders. Ob beruflich, für die Schule oder privat: Zoom, Teams und Co. sind fester Teil unseres Lebens geworden. Doch auch hier gilt: Vorsicht ist geboten. Die Polizei warnt davor, bei Videochats unabsichtlich Privates preis zu geben.

Online Yoga: Menschen aus ganz Deutschland können teilnehmen. Es wird zur Einführung geplaudert, preisgegeben, wo man wohnt, der Name ist eingeblendet. Im Hintergrund sieht man Bücherregale, teure Möbel, wertvolle Flachbildschirm-Fernseher, Fenster, hinter denen neue Autos auf Einfahrten
stehen...

Unbewusst wird die persönliche Wohnsituation mit allen Teilnehmenden geteilt. Aufschlussreiche Informationen für Einbrecher aber auch oft lohnendes Bildmaterial für Cyberkriminelle. Die Risiken seien vielfältig. Auch eine defekte Balkontür im Hintergrund sei eine Information für Kriminelle. Es sei also geraten, genau zu prüfen, was als Hintergrund zu sehen ist.

Wie kann man aber erkennen, ob sich jemand Unerlaubtes mit eingewählt hat? „Trifft“ man sich in kleiner Runde, würde ein „Eindringling“ schnell auffallen. „Bei einer Schulklasse mit vielleicht 24 Kindern oder anderen größeren Veranstaltungen sieht das schon anders aus“, erklärt Harald Lamers, Kriminalhauptkommissar von der Kriminalprävention und dem Opferschutz bei der Kreispolizei Viersen, „hier sind nicht alle auf dem Bildschirm zu sehen, so dass ein Eindringling zunächst unbemerkt bleiben kann, so lange er sich still verhält.“

Doch wie kommen Kriminelle überhaupt an die Zugangsdaten und wie kann man dies verhindern? Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die sich aber für Harald Lamers mit wenigen Verhaltensregeln minimieren lassen: „Halten Sie Ihre Geräte mit Updates und aktueller Software immer auf dem neuesten Stand, aktivieren Sie die Firewall, installieren sie Anti-Viren-Software, geben Sie Ihre Daten nicht weiter und – mit am wichtigsten – legen Sie sichere Passwörter an! Wir könnten 60 bis 70 Prozent weniger Betrugsfälle haben, wenn die Leute sichere Passwörter nutzen würden.“ Da wo sie angeboten wird, solle man außerdem die „Zwei Faktor Authentifizierung“ für zusätzliche Sicherheit nutzen.

Sichere Passwörter

„In meinem Garten fliegen 23 Hummeln und 15 Maikäfer!“ Bevor Sie sich nun fragen, ob wir Ihnen Einblick in unser Zuhause geben möchten – nein. Dies ist vielmehr ein Beispiel für ein sicheres Passwort. Nimmt man nämlich die Anfangsbuchstaben dieser „Eselsbrücke“: ImGf23Hu15M!, entsteht ein sicheres Passwort.

Für die Ausrichter von Videokonferenzen hat das Landeskriminalamt noch ein paar wichtige Regeln zusammengefasst: Chatteilnehmer sollen nur über einen virtuellen Warteraum manuell eingelassen werden. Der Erstellende darf nach Beendigung der Konferenz nicht einfach verschwinden, sondern muss die Konferenz beenden. Der Ersteller des Chats sollte auch unbedingt jedes Mal darauf hinweisen, dass Mitschnitte und Screenshots verboten sind. Man solle außerdem nie Links wiederverwenden, sondern für jedes Meeting einen neuen erstellen. Man soll nur gesicherte Netzwerke nutzen und auf Verschlüsselung achten.

Speziell in Bezug auf Kinder weist das LKA darauf hin, dass die Gefahr des Cybermobbings nicht mit dem Schulschluss ende. „Der Einblick in das persönliche Umfeld, der ansonsten selten gewährt wird, zeigt intime Details wie Fotografien und die Wohnungseinrichtung. Im Livestream getätigte Aussagen oder körperliche Übungen im Online-Sport können Anlass zum Mobbing geben“, heißt es dort.

Am Ende bleibt, dass Vorsicht, Aufmerksamkeit und eine gesunde Portion Misstrauen auch hier das beste Rezept sind.