: Ein Lied fürs ganze Leben

Ein Song, zig Emotionen: In der Sendung „Sing mich! Ein Lied fürs Leben“ trifft die Viersener Band Egoecho auf Franziska, die fast blind ist. In nur wenigen Tagen haben sie einen persönlichen Song für die junge Frau geschrieben, der ihr von nun an Kraft geben soll. Die ganze Geschichte sehen Sie am Donnerstag, 19. Dezember, um 22.10 Uhr im WDR Fernsehen.

Auf Knopfdruck kreativ sein und innerhalb weniger Tage einen Song schreiben – das stellt wahrscheinlich für jeden Musiker eine Herausforderung dar. Wenn der Song dann auch noch das Leben und die persönliche Geschichte eines anderen Menschen erzählen und „ein Lied fürs Leben“ werden soll, ist die Herausforderung umso größer. Genau dieser hat sich die Viersener Band Egoecho nun gestellt. Wie? Im Rahmen der WDR-Sendung „Sing mich! Ein Lied fürs Leben“.

Im Mittelpunkt der Reportage steht Franziska Fleitmann. Sie war 16 Jahre alt, als sie die Diagnose Morbus Stargadt bekam, eine fortschreitende Erkrankung der Netzhaut. Mittlerweile sieht die 23-Jährige nur noch unscharfe Umrisse, vielleicht einige Lichtreflexe.

Zusammengebracht hat Egoecho und Franziska die Moderatorin Siham El-Maimouni. Sie hatte die Band bei einem Wettbewerb von WDR2 gehört und sofort war klar: Die Jungs können Franziskas Geschichte musikalisch umsetzen – einen Song für sie persönlich schreiben, der ihr Mut machen und Trost an schlechten Tagen spenden soll. „Wir haben uns natürlich sehr über die Anfrage gefreut, gleichzeitig hatten wir auch Respekt vor der uns bevorstehenden Aufgabe“, erinnert sich Gitarrist Christopher Janowski. Um mehr über Franziska, ihr Schicksal und den Alltag mit der Sehbehinderung zu erfahren, trafen sich Christopher Janowski und Bandkollege und Sänger Felix Ehren mit der Studentin in Dortmund. Zusammen ging’s für sie mit Bus und Bahn nach Köln, wo die Studentin der Sonderpädagogik mit Schwerpunkt Sehbehinderung schon bald ein Praktikum antreten wird – jeder Schritt begleitet von der Kamera. Ihr erster Eindruck der jungen Frau? „Sie ist ganz schön tough“, sagt Felix Ehren. „Wir haben großen Respekt davor, wie souverän sie mit ihrem Schicksal umgeht.“

Ein weiteres Treffen fand bei Franziska zu Hause statt. Zusammen mit ihrem Freund wurde gekocht, dabei wurden die Gespräche intensiver. „Um einen ganz persönlichen Song für Franzi und über ihr Leben zu schreiben, mussten wir natürlich noch mehr über sie erfahren“, betont der Gitarrist.

Zum Beispiel, dass es auch schwierige Zeiten, in denen es ihr nicht so gut ginge, gebe. In denen könne sie stets auf die Unterstützung ihrer Familie und Freunde zählen, so Christopher Janowski. Deshalb solle der Song nicht nur eine Aufmunterung an schlechten Tagen für Franzi sein, sondern auch ein Dankeschön von ihr an ihre Liebsten.

Nach zwei Treffen hieß es für Egoecho erst einmal: schreiben und produzieren im eigenen Studio – und das unter Zeitdruck. Nur ein paar wenige Tage blieben der Band, um das Lied fertig zu bringen, das zum Ende der Reportage in einem Konzertsaal vor Franzi, ihren engsten Freunden und der Familie präsentiert werden sollte. Zuvor mussten Sänger und Gitarrist ihre drei weiteren Bandkollegen mit der Situation vertraut machen und ihnen Franzi und all das, was sie umgibt, möglichst genau beschreiben. „Nur so konnten wir zusammen als Band den Song schreiben. Es hat sich herausgestellt: Unter Zeitdruck können wir wirklich gut arbeiten“, betont Christopher Janowski mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.

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Entstanden ist „Ich sehe dich!“, ein ergreifendes Lied, das Mut macht. „Da steckt wirklich jede Menge Herzblut drin“, erklärt Felix Ehren. „Noch nie zuvor hat mich ein Projekt emotional so sehr eingenommen.“ Christopher Janowski ergänzt: „Das war eine ganz besondere, intensive Zeit.“

Zum ersten Mal kann man den Song dann am kommenden Donnerstag, 19. Dezember, im WDR hören. „Ich kann nur so viel verraten: Der Auftritt war für mich wirklich emotional“, gesteht der Sänger. „Ich musste das ein oder andere Mal schlucken.“