: Eine Mordsstory und Klimawandel

„Der Nakamura Durand Effekt“, so heißt das Erstlingswerk und frisch erschienene Buch von Bernd Recktor aus Dülken. Das Thema: Mord, Klimawandel und Radioastronomie.

Dülken. Alles beginnt am mit dem Mord am Astrophysiker Harutu Nakamura am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Effelsberg. „Im Grunde ist es eine Kriminalgeschichte vor einem realen Hintergrund – dem Klimawandel, dazu noch Radioastronomie“, erklärt Bernd Recktor seinen gerade erschienen SciFi-Öko-Thriller. „Wir haben nicht 5 vor 12, sondern bereits halb eins, wenn wir den Klimawandel betrachten. Das wollte ich darstellen.“ Er habe kompaktes Wissen mit einer Mordgeschichte verbunden. „Ein Sachbuch über das Thema hätte doch keinen interessiert. Dann musste es Fiktion sein“, erklärt der Software-Entwickler und IT-Experte aus Dülken, der sich für Science Fiction, Thriller sowie auch die Astronomie interessiert. „Dabei entwickelte sich auch die Leidenschaft für Astrofotografie“, sagt Bernd Recktor, der entfernte Galaxien in den Fokus nimmt und den Jupiter-Monden auf ihren Bahnen zuschaut. Als ehrenamtlicher Dozent und Mitglied der Viersener Interessengruppe Astronomie (IGA) hält er auch Vorträge rund um die Astronomie an der Kreis-Volkshochschule. „Dort muss ich mich an wissenschaftliche Vorgaben halten, beim Schreiben nicht“, sagt er lächelnd. Das hat ihm sichtlich Freude bereitet. Auch weitere Bücher zu schreiben, könne er sich gut vorstellen. „Ideen hätte ich genug, allein schon von diesem Thema könnte ich zwei oder drei Teile schreiben.“ Aber auch Themen aus seinem Berufsgebiet IT würden ihn reizen.

Zurück zum aktuellen Buch, das auf 264 Seiten („Ich wollte es nicht zu langatmig machen“) im Jahr 2068 die Auswirkungen des Klimawandels skizziert. Ein Auszug aus dem Klappentext: „Das Meer holte sich bereits große Flächen Land zurück. Während die Konservativen das CO²-Problem als gelöst betrachten, da die gesamte Energieversorgung auf Wasserstoff umgestellt wurde, wollen die Progressiven weiter. Der Mars soll in naher Zukunft von Menschen besiedelt werden.“ Und Bernd Recktor macht neugierig auf seinen SciFi-Öko-Thriller. „Es gibt schon brisante wissenschaftliche Forschungen, die alle nicht ernst genommen werden.“

Zweieinhalb Jahre habe er an dem Buch getüftelt. Auslöser für die Idee sei der Weltklimagipfel in Bonn 2017 gewesen, da habe er seine grobe Geschichte gehabt. „Die meiste Zeit ist dann nicht für das eigentliche Schreiben, sondern für die Recherche drauf gegangen“, erklärt der Dülkener. Allein schon die Namensrecherche sei sehr kompliziert.

Das Buch ist nicht über einen Verlag, sondern über Books on demand über das Internet (aber auch im Buchhandel) erhältlich. Recktor: „Ich wollte keinen externen Lektor, der mir in meine Geschichte reinredet.“ Seine Frau Corinna, die größere Leseratte, wie Bernd Recktor zugibt, habe immer wieder von ihm Abschnitte gelesen und auch auf Verständlichkeit geprüft. „Da musste ich natürlich auch mal was umschreiben.“ Die Kriminalgeschichte sei vorher blutiger gewesen, die habe er noch abgeändert, sagt Recktor. „Und auch die Klimakatastrophe wollte ich nicht zu krass darstellen“. Etwas, was aus dem Weltall auf die Erde zusteuert, solle ein Botschafter sein, „dass, wenn es so weitergeht, bald Schluss ist für uns.“ Und so endet das Buch auch mit einem klitzekleinen Appell für unsere Erde...