: Familien entlasten, Klima schützen

Mit dem kostenlosen Stromsparcheck können einkommensschwache Familien bares Geld sparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun. Interessierte erhalten Flyer und Kontaktinfos an vielen Stellen im Kreisgebiet.

Wie lassen sich die Themen Klimaschutz und Soziales vereinbaren? Wie kann man Klimaschutz erschwinglich machen und zwar so, dass er einkommensschwache Familien finanziell entlastet und zusätzlich noch langzeitarbeitslose Menschen wieder in den Arbeitsmarkt eingliedert? Die Antwort ist der Stromsparcheck. Ein Projekt der Caritas, das im vergangenen Jahr zehn Jahre alt wurde, in 150 Städten und Kreisen Deutschlands bereits erfolgreich betrieben wird und jetzt auch im Kreis Viersen gestartet ist.

Hier im Kreis zeichnen die kaufbar gGmbH, das Jobcenter Kreis Viersen und die Kreisverwaltung verantwortlich für das zunächst auf drei Jahre befristete Projekt. „Wir möchten möglichst viele Haushalte erreichen“, betont Katarina Esser, Dezernentin für Soziales, Gesundheit und Arbeit des Kreises Viersen, „wir möchten zeigen, dass Klimaschutz kein Luxus ist, wir möchten Wissen vermitteln und Menschen, die lange arbeitslos waren, in Arbeit zurückführen.“

Fünf Langzeitarbeitslose wurden bereits zu Stromsparhelfern ausgebildet, die ersten Beratungen wurden auch schon durchgeführt. Nicole Hoffmann, Projektleitung Stromsparcheck bei der kaufbar gGmbH, erklärt: „Mit unseren fünf Stromsparhelfern ist es uns möglich, immer zwei Teams im Einsatz zu haben. Sie wurden intensiv in den Bereichen Wärme, Klima und Elektrik geschult.“

„Durch das Teilhabechancengesetz haben wir Möglichkeiten zur Qualifizierung und geben unseren Kunden langfristig Perspektiven, wieder Fuß zu fassen“, sagt Axel Hummen, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Viersen. Gehalt und weitere Kosten für die Ausbildung der Stromsparhelfer wird über das Teilhabechancengesetz gedeckt.

Längerfristig können die Stromsparhelfer noch die IHK-Fortbildung zum Energiesparberater machen – immer mit dem Ziel, sie für den ersten Arbeitsmarkt fit zu machen, führt Reiner Lennertz, Geschäftsführer der kaufbar gGmbH, weiter aus. Für die kaufbar sei es ein „no brainer“ gewesen, sich dem Stromsparcheck der Caritas anzuschließen: „Wir setzen auf Nachhaltigkeit, der Stromsparcheck tut dies ebenfalls – und das gleich auf mehrfache Weise“, erklärt Lennertz begeistert.

Und konkret läuft der Stromsparcheck so ab:

Interessenten melden sich in der kaufbar, beim Jobcenter, dem Sozialamt oder füllen einen der ausliegenden Flyer aus. Das Team des Stromsparchecks meldet sich dann, um einen ersten Besuch zu vereinbaren. „Die Stromsparhelfer schauen sich alles an, führen Messungen durch, fragen nach Lüftungsverhalten, Heizkosten und mehr“, beschreibt Nicole Hoffmann den Ablauf. Anhand dieser Infos wird ein Bericht erstellt. Beim zweiten Besuch wird der Bericht erklärt und die Stromsparhelfer haben ein Paket von praktischen Soforthilfen dabei. Das Gesamtpaket hat einen Wert von 70 Euro und beinhaltet Dinge wie Energiesparlampen, Steckerleisten, einen Duschkopf und mehr. „Sie geben auch ganz praktische Alltagstipps wie man Strom sparen kann“, ergänzt Nicole Hoffmann.

Hat der Beratene ein Kühlgerät, das älter ist als zehn Jahre, gibt es einen Gutschein über 100 Euro für ein neues AAA-Gerät. Über ein NRW-Landesprogramm gibt es zusätzlich die Möglichkeit einen weiteren Gutschein über 200 Euro zu erhalten, sofern man selbst 50 Euro beisteuert.

Genutzt werden kann der Stromsparcheck von allen, die Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder Sozialhilfe beziehen. Außerdem in Frage kommen Menschen, die eine geringe Rente oder Kinderzuschlag erhalten oder deren Einkommen unter dem Pfändungsbetrag liegt.