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Finanzen ordnen: Diese 5 Schritte sorgen für mehr Übersicht

Finanzen ordnen : Diese 5 Schritte sorgen für mehr Übersicht

Durch das Internet und die Digitalisierung ist vieles einfacher geworden.

Eine Bestellung auf Ratenkauf, ein Online-Kredit oder auch die Nutzung der Kreditkarte – gerade online lässt sich dies oft durch wenige Klicks erledigen. Leider kommt es dabei häufiger vor, dass Verbraucher den Überblick verlieren und unter einer immer größeren Rückzahlungslast leiden. Es kann sehr frustrierend sein, wenn jemand sich trotz eigentlich ausreichendem Gehalt am Ende des Monats fragt, warum das Geld kaum zum Leben reicht. In diesem Fall hilft nur, die eigenen Finanzen zu ordnen und auf diesem Weg entsprechende Lösungen zu erarbeiten. Mit den folgenden 5 Tipps sind Betroffene auf dem richtigen Weg.

1. Alle Verbindlichkeiten in einer Aufstellung zusammenfassen

Der wichtigste Schritt besteht darin, die eigenen Verbindlichkeiten zu kennen. Zu diesem Zweck müssen alle offenen Beträge aufgelistet werden. Bei Ratenzahlungen und Krediten mit folgenden Daten:

  • Offene Summe
  • Vereinbarte Rate
  • Jeweilige Fälligkeit
  • Angegebener Zinssatz

Sollten bestimmte Daten fehlen, können diese bei den Gläubigern auch telefonisch oder per Mail erfragt werden. Mit einer solchen Aufstellung erhalten Betroffene ein Bild davon, was genau auf sie zukommt. Darüber hinaus lässt sich so vermeiden, dass Gläubiger vergessen werden und am Ende gerichtliche Schritte einleiten. Auf Basis dieser Informationen können Betroffene zudem ersehen, ob die Schulden beherrschbar sind. Ist dies nicht der Fall, führt am Gang zu einem Schuldnerberater im Normalfall kein Weg vorbei.

2. Den eigenen finanziellen Spielraum ermitteln

Einnahmen (Gehalt, Kapitaleinkünfte, Mieteinnahmen) - Regelmäßige Ausgaben (Miete, Energie, Lebenshaltung, Versicherungen usw..) - Notreserve (für Reparaturen) = Budget für Tilgungen

Zu Beginn sollten die Tilgungen für laufende Darlehen zunächst herausgehalten werden. Diese sind also bei den regelmäßigen Ausgaben nicht zu berücksichtigen. Steht das monatliche Budget für Tilgungen fest, kann der Verbraucher dieses den bisherigen Raten gegenüberstellen und erkennen, ob sich alles decken lässt. In die regelmäßigen Ausgaben sollte übrigens auch ein kleines Freizeitbudget fließen, da jeder Mensch hin und wieder auch etwas tun muss, was ihm gefällt.

3. Tilgungsmöglichkeiten suchen

Wer seine Verbindlichkeiten und auch sein Tilgungsbudget genau kennt, sollte im nächsten Schritt nach Möglichkeiten suchen, die offenen Beträge wieder zurückzuführen. In diesem Fall lohnen sich Umschuldungen sehr, da auf diesem Weg lass Verbindlichkeiten zusammengefasst werden können. Am Ende zahlt der Kreditnehmer nur noch eine übersichtliche Kreditrate. Doch vorher steht natürlich ein Blick auf die Kosten an. Auch größere Kredite über Summen von 10.000 Euro und mehr lassen sich heute online vergleichen. So finden potenzielle Kreditnehmer schnell ein günstiges und passendes Darlehen.

In diesem Zusammenhang gilt es zudem, die Zinsen des neuen Umschuldungskredits mit denen der bisherigen Verbindlichkeiten zu vergleichen. Eine Umschuldung lohnt sich nur dann, wenn sich die Kosten so auch senken lassen. Hier sind auch etwaige Vorfälligkeitsentschädigungen zu beachten, die bei Ratenkrediten auftreten können. Nach §502 Absatz 3 BGB darf diese jedoch im Normalfall maximal 1% der vorzeitig gezahlten Summe betragen und den Betrag der Sollzinsen sowieso nicht unterschreiten. Liegt die Restlaufzeit unter 12 Monaten, beträgt die Grenze sogar 0,5 der Restschuld. Trotzdem sollten Kreditnehmer hier genau rechnen, um am Ende auch tatsächlich weniger zu bezahlen.

4. Rückzahlungsrate auf ein beherrschbares Maß beschränken

Bei einem größeren Umschuldungskredit sollten Kreditnehmer zudem mit der Laufzeit spielen. Durch eine Verlängerung der Kreditdauer sinkt bei gleichem Darlehensbetrag automatisch die monatliche Rückzahlungsrate. Wer hier die Laufzeit so wählt, dass die Rate innerhalb seines Tilgungsbudget liegt, macht alles richtig. Doch Vorsicht: Es ist wichtig, das Tilgungsbudget in punkto Kreditrate auszuschöpfen. Eine unnötige Verlängerung der Kreditlaufzeit führt nämlich zu höheren Zinskosten. Werden 10.000 Euro bei einem effektiven jahreszins von 4,33% 3 Jahre lang getilgt, beträgt die Rate 296,34 Euro pro Monat und die Zinskosten liegen bei 668,13 Euro. Eine Verlängerung auf 5 Jahre bedeutet, dass der Kreditnehmer nur noch 185,28 Euro monatlich als Rückzahlungsrate zu bezahlen hat. Dafür werden über die 5 Jahre auch insgesamt 1.116,75 Euro an Zinsen fällig.

5. Finanziellen Spielraum dauerhaft erhöhen

Wer trotz Umschuldung am Ende mehr Geld zur Verfügung haben möchte, sollte sich seine Ausgaben in ihrer Gesamtheit genauer anschauen. Oft ergeben sich schon durch einfache Maßnahmen attraktive Sparmöglichkeiten. Dazu gehört:

a) Strom- und Gastarif prüfenWer im Bereich Strom und Gas noch einen Vertrag bei einem Grundversorger nutzt, kann durch einen Tarifwechsel nicht selten einige hundert Euro pro Jahr sparen. Die Ersparnis entsteht dabei zum einen aus etwas günstigeren verbrauchspreisen und zum anderen aus einer Wechselprämie, die von vielen Anbietern an Neukunden gezahlt wird. Der große Vorteil: Eine solche Wechselprämie lässt sich fast jedes Jahr aufs Neue einstreichen, wenn sich der Verbraucher wieder für einen Anbieterwechsel entscheidet.

b) Haushaltsbuch führenEin Haushaltsbuch sorgt für einen guten Überblick über die laufenden Ausgaben. Während sich fixe Kosten wie der Beitrag für ein Fitnessstudio, die Telefonrechnung oder auch die Miete leicht ablesen lassen, sind die persönlichen alltäglichen Ausgaben oft eine große Blackbox. Aus diesem Grund kommt es hier leicht zu unentdeckter Verschwendung. Nach 1-2 Monaten hilft ein Haushaltsbuch jedoch dabei, mögliche Kostentreiber zu erkennen und gegenzusteuern. Ein Haushaltsbuch muss heute zudem nicht mehr mühsam mit Heft und Stift geführt werden. Neben entsprechender Software gibt es auch Apps, die sich dafür nutzen lassen.Diese beiden Vorschläge zeigen beispielhaft auf, welche Einsparungen sich im Bereich des eigenen Budgets erreichen lassen. Darüber hinaus existieren noch viele weitere Ansatzpunkte. Vom eigenen Versicherungsportfolio über die Nutzung von Finanzprodukten bis hin zu Handy- und Internetverträgen besteht fast überall Verbesserungspotenzial.

Foto: Rupixen.com

Mit der richtigen Ordnung zu mehr finanzieller Freiheit

Abschließend lässt sich festhalten, dass fehlende Übersicht und Unordnung in den Finanzen oft die größten Probleme darstellen. Wer nicht weiß, wie viel Geld er regelmäßig für seine Schulden aufwendet, kann an der Situation auch wenig ändern. Mit einer Aufstellung aller Schulden, des Tilgungsbudget sowie der Zusammenfassung von Krediten lässt sich jedoch sehr viel erreichen.