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Fleischer-Innung prüfte Fertiggerichte und Eintöpfe

Fleischer-Innung Niederrhein : „Da passiert ein bisschen was im Mund“

Neun Fleischereien, neun Juroren, 60 zu testende Produkte: Jede Menge zu probieren gab es bei der ersten Eintopf- und Fertiggerichte-Prüfung der Fleischer-Innung Niederrhein.

Von Kürbiscremesuppe bis Grünkohl, von Erbsensuppe bis zu geschmorten Schweinebäckchen, von Lasagne mit Kalbfleisch bis Wildschweinragout reichte die Bandbreite der Gerichte, die Innungsfachbetriebe hergestellt und eingereicht hatten. Die Juroren wussten nicht, aus welcher Metzgerei welches Gericht stammte – die Prüfung lief streng anonym. Als Prüfer waren am Handwerk interessierte Verbraucher wie Paul Neukirchen, der frühere Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, ebenso dabei wie Fleischermeister, etwa der Ehrenpräsident des Deutschen Fleischer-Verbandes, Manfred Rycken, Veterinärmediziner und Profi-Köche.

Jedes Produkt wurde in vier Kategorien bewertet: Äußeres und Präsentation; Aussehen, Farbe, Zusammensetzung; Konsistenz; Geruch, Geschmack. Die Juroren vergaben jeweils null bis höchstens fünf Punkte, wobei das Ergebnis je nach Kategorie unterschiedlich gewichtet wurde. Insgesamt konnten maximal 50 Punkte erreicht werden.

Aber das ist Mathematik. Viel spannender war für die Prüfer, was auf den Tellern passierte. David Lünger, Koch und Inhaber des Restaurants „Tafelsilber“ in Tönisvorst, fand eine Bolognese ziemlich lecker. „Der Koch ist ein kleiner Italiener“, lobte er. Seine Mitjurorinnen, die Veterinärmedizinerin Dr. Dana Oellers und Anita Dohrenbusch, Vorsitzende der Landfrauen im Kreis Viersen, nickten zustimmend.

An einem anderen Tisch war man zu diesem Zeitpunkt gerade in Griechenland angekommen: Es gab Gyrossuppe nach Hausfrauenart. Ein bisschen skeptisch schauten die drei Prüfer auf die Konservendose, in der die Suppe verkauft wird. Das änderte sich schnell, als sie den ersten Löffel nahmen. „Da passiert ein bisschen was im Mund“, freute sich Dr. Dirk Louy, Referatsleiter im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium NRW. „Ich hab‘ nichts zu beanstanden“, stimmte Chefkoch Yannik Rogge zu, und Manfred Rycken präzisierte: „Das ist ein gutes Produkt mit ordentlich Fleischanteil. Es hätte aber eine bessere Verpackung verdient.“

„Früher haben wir das Suppenfleisch verkauft“, sagt Obermeister Willi Schillings: „Heute kochen die Leute die Suppe nicht mehr selbst, essen sie aber nach wie vor gerne – also bieten wir sie an.“ Mit der Prüfung wollte die Innung den Fleischern die Gelegenheit geben, ihr handwerkliches Können und ihre Erfahrung zu zeigen. Bei den Eintöpfen und Fertiggerichten würden Tradition und alte Rezepturen mit modernem Fachwissen kombiniert, erläuterte Schillings. „Damit sprechen wir Fleischer Menschen an, die nicht mehr mobil sind, aber auch Singles und überhaupt alle, die nicht selbst kochen können oder wollen.“ Die Sieger der Prüfung werden noch offiziell gekürt, aber schon jetzt konnte Willi Schillings verraten: „Das Niveau ist erfreulich hoch.“

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Diese Innungsfachbetriebe nahmen an der Prüfung teil: Fleischerei Fander (Kempen), Fleischerei Heiss (Grefrath), Fleischerei Abelen (Nettetal), Landfleischerei Helbig (Tönisvorst), Metzgerei Heinen Inh. Christian Schulz (Krefeld), Fleischerei Oleszynski (Meerbusch), Landmetzgerei Schillings (Grevenbroich), Metzgerei Büssing (Neuss) und Fleischerei Baumanns (Mönchengladbach).