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Freilligen-Zentrale Viersen: Neuen Herausforderungen

Freiwilliges Engagement : Das Ehrenamt im Wandel

Das Ehrenamt ist wichtig, es ist das Fundament einer Gesellschaft. Aber es muss sich auch neuen Herausforderungen stellen. Der Extra-Tipp hat mit Claudia Derksen-Beyer von der Freiwilligen-Zentrale Viersen gesprochen.

. „Bürgerschaftliches Engagement ist seit einiger Zeit im Wandel. Und seit der Pandemie muss sich die Ehrenamts-Arbeit größeren Herausforderungen stellen“, berichtet Claudia Derksen-Beyer von der Freiwilligen-Zentrale (FZ) unter Trägerschaft der Diakonie Krefeld & Viersen.

Als zentrale Anlaufstelle für Viersener Bürger*innen informiert die FZ als zuverlässige Ansprechpartnerin in allen Fragen rund ums Ehrenamt, vermittelt, und begleitet Ehrenamtliche in vielfältigen Bereichen. „Aber wir betreuen und begleiten auch ortsansässige Organisationen, Vereine und Initiativen und beraten diese zum Management freiwilligen Engagements“, ergänzt Derksen-Beyer, seit 22 Jahren in der FZ tätig.

Momentan  bedient die FZ rund 120 Einrichtungen bei 40 Trägern und hat mehr als 175 Angebote mit aktuellem Bedarf an neuen Freiwilligen gelistet. Im Jahr 2022 wurden durch die FZ 212 Freiwillige begleitet, davon 153 aktive Ehrenamtliche. „Viele langfristige Bindungen brechen nach und nach weg. Immer mehr gewünscht sind zeitlich begrenzte Einsätze wie Hilfe für Geflüchtete, Pflanzaktionen beim Nabu, Sommerfest im Altenheim und ähnliches“, erklärt Derksen-Beyer. Aber das könne auch der Einstieg sein, um diese Menschen für längerfristiges Engagement zu gewinnen. „Das stellt aber auch die Non-Profit-Organisationen vor die Herausforderung, neue interessante und kurzfristige Angebote zu schaffen.“ Die Ehrenamtler sollten in Prozesse eingebunden und ihre Fähigkeiten genutzt werden, so ein Kontakt „auf Augenhöhe“ entstehen.  Der Strukturwandel im Ehrenamt erfordere einen Prozess des Umdenkens. „So kann Ehrenamt Spaß machen und eine Win-Win-Situation geschaffen werden“, sagt Derksen-Beyer.

„Digitale Plattformen werden im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements immer wichtiger“, weiß die Ansprechpartnerin bei der FZ. Dabei werden bestehende Formen des Engagements nicht ersetzt, sondern ergänzt. Bei jungen Menschen liege das digitale Engagement über das Internet hoch im Kurs (z.B. Petitionen, Initiativen online). „Viele junge Menschen, die sich engagieren möchten, nehmen erstens digital Kontakt auf und möchten zweitens auch schnell eine Antwort haben und zum Einsatz kommen“, so Derksen-Beyer. Da sei es besonders wichtig, ganz zeitnah ein „Matching“, ein passgenaues Angebot zu finden, bevor die Interessenten abspringen würden.

Ziel der FZ ist es, das Gemeinwesen zu stärken und Dienste und Einrichtungen zu vernetzen. So werden auch weitere Projekte und Angebote entwickelt, wie z.B. die Ehrenamtsakademie mit Fortbildungen für Freiwillige, das Vorlesenetzwerk Viersen und auch der Soziale Markt am 19. August. Auch die Plauderbank, ein Ort der Begegnung immer donnerstags von 14 bis 15 Uhr vor der evangelischen Kirche an der Hauptstraße, und – ganz aktuell – der Rikscha-Dienst „Rick radelt – Vierschermobil“ (der Extra-Tipp berichtete) wurden von der FZ initiiert.

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Von Mütterzentren, Grüne Damen über Altenheime, Kindergärten und Schulen bis hin zur Viersener Tafel – die Einsatzfelder für ehrenamtliches Engagement ist groß. Auch die FZ selbst sucht neue Freiwillige für administrative, aber auch praktische Tätigkeiten, auch für ihre Projekte und Aktionen.