: Kultur in Viersen: Spielzeit beendet

Die Spielzeit 2019/2020 der städtischen Kulturabteilung wird vorzeitig beendet. Wegen der Corona-Pandemie sind alle Kulturveranstaltungen der Stadt bis zum 30. Juni 2020 abgesagt. Die Spielzeit 2020/2021 wird als „Corona-Spielzeit“ mit einem flexiblen Programm gestaltet. Alle Abonnements werden ausgesetzt und mit dem Programm für die Saison 2021/2022 fortgeführt.

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 27. April erläuterte die für den Kulturbereich zuständige Beigeordnete Cigdem Bern die städtischen Planungen. Grundlage sei dabei die Überlegung, dass unabhängig von der Dauer eines Veranstaltungsverbotes auch ab September 2020 voraussichtlich kein normaler Spielbetrieb möglich sein werde. Der Ausschuss folgte dem Vorschlag der Beigeordneten einstimmig.

Damit ist die noch bis 30. Juni laufende Spielzeit sofort beendet. Die bereits geplanten Ersatztermine für die seit März ausgefallenen Veranstaltungen werden ebenfalls abgesagt. Das soll für alle Beteiligten Sicherheit schaffen. Die kommende Spielzeit 2020/2021 soll zu einer „Corona-Spielzeit“ werden, die ein flexibles Programm bietet. Diese Angebote könnten bereits im Mai beginnen.

Karten für ausgefallene Veranstaltungen werden erstattet. Abonnenten wird die Möglichkeit angeboten, auf die Erstattung zu verzichten und den Betrag zugunsten des Fördervereins Festhalle Viersen zu spenden. Der Förderverein beabsichtigt, mit diesen Spenden Kulturschaffende zu unterstützen.

Alternativ bietet die Kulturabteilung Wertgutscheine an oder eine Gutschrift für das nächste Abo-Jahr. Dieses nächste Abo-Jahr wird aber erst die Spielzeit 2021/2022 sein. Im Zeitraum 2020/2021 ruhen die Abonnements. Das hat für die Kunden den Vorteil, dass sie ihr Abonnement einschließlich ihrer Sitzplätze behalten und in Ruhe die Entwicklung abwarten können.

Für die „Corona-Spielzeit“ entwickelt die Kulturverwaltung mit Hochdruck neue Formate. Die Spanne der Ideen reiche von Konzerten und Theater, Filmen und Kinderprogrammen bis hin zu Formen wie beispielsweise „Drive-In-Comedy“.

Mit einem solchen Angebot könne die Stadt Viersen sich vom Autokino-Programm umliegender Städte abheben und Position in der Künstlerförderung beziehen. „Die außergewöhnlichen Umstände sollten als Chance begriffen werden, neue Formate auszuprobieren und zu installieren“, sagt Cigdem Bern.

Gespräche gibt es mit der Kreismusikschule. Das reicht von einem kostenlosen Musikgenuss für Menschen in Senioren- und Pflegeheimen bis zu Kurzkonzerten vom Festhallenbalkon. Um das flexible Kulturprogramm bekannt zu machen, soll es eine eigene Internetseite, ergänzt um ein Social-Media-Paket, geben. Ähnlich wie das von der Wirtschaftsförderung angeregte „Wir sind Viersen“ könnte diese Seite anderen freien Kulturinstitutionen der Stadt als Plattform zur Verfügung stehen. Selbstverständlich soll dieses Angebot in der Nach-Corona-Zeit weiterhin genutzt werden.

Die eingesparten Gagen werden für die Ticketerstattungen und für das neue Programm benötigt. Auch die technischen Voraussetzungen für die Live-Streamings müssen erst geschaffen werden. Natürlich fehlen zudem Einnahmen aus Kulturveranstaltungen. Trotzdem soll das geplante Kulturbudget nicht überschritten werden.