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Pollermützenaktion anlässlich des Tages der Sehbehinderten in Viersen

Sehbehindertentag 2021 : Rot-weiße Mützen für graue Poller

Wer jetzt durch die Viersen flanierte wunderte sich vielleicht über den neuen Look so manches grauen Pollers in den Fußgängerzonen oder hinter dem Viersener Bahnhof.

Der Blinden- und Sehbehindertenverein für Mönchengladbach und Viersen führte anlässlich des Sehbehindertentages rund um den heutigen 6. Juni die sogenannte „Pollermützenaktion“ gemeinsam mit der Lebenshilfe Kreis Viersen durch.

Graue Poller stellen gerade für sehbehinderte Menschen ein erhöhtes Unfallrisiko dar. Meist auf grau gepflasterten Gehwegen oder auf Asphalt verbaut, kann man die kontrastarmen Barrieren kaum erkennen. Aber auch für ältere oder abgelenkte Fußgänger oder für Autos, die in der Dämmerung einparken, können die grauen Absperrungen zum schmerzhaften Problem werden, so Stefan Peters, Vorstandsmitglied im örtlichen Blindenverein.

  • Der Kreis sucht Laien-Sprachmittler die Helfen,
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  • : Projekt „Viersen für alle“
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Natürlich sieht es aus städteplanerischer Sicht nicht schick aus, wenn rot-weiß gestreifte Pfähle in Fußgängerzonen aufgestellt werden, jedoch würde es schon helfen, wenn im oberen Drittel des grauen Pfostens reflektierende und kontrastreiche Banderolen angebracht würden.

André Sole-Bergers von der Lebenshilfe Kreis Viersen betreut das Projekt „Viersen für Alle“, welches sich unter anderem für den Abbau von Barrieren in der Kreisstadt einsetzt. Er unterstützt die Aktion. „Gemeinsam haben wir in den letzten Wochen viele fleißige Helfer angesprochen, die rot-weiße Mützen gestrickt und gehäkelt haben, welche nun über so manchen grauen Pfosten gestreift wurden“, erzählt Sole-Bergers. Die Mützen sind mit Flyern versehen, so dass man sich über die Aktion informieren kann. Die Macher hoffen, dass die liebevoll gestrickten Mützen länger hängen und nicht durch Vandalismus zerstört werden.

Eine Großspende gab es vom Wollhersteller Schachenmayr über den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. Außerdem spendete das Geschäft „Zwei Rechts Zwei Links“ aus Süchteln Wolle und Material.

„Wir wollen Öffentlichkeit und Verantwortliche bei der Stadt für das Thema Kontraste und Unfallvermeidung im Straßenverkehr sensibilisieren“, so Peters. Der Dialog zwischen Stadtplanung und den Behindertenvertretern funktioniere schon gut. Regelmäßig werde man bei Straßenbauprojekten angehört. Zuletzt bei den Planungen zur Umgestaltung der Fußgängerzonen in Dülken und Süchteln, wo es auch Blindenleitsysteme und abgesenkte Bordsteine für Rollstuhlfahrer geben wird. Dennoch gebe es Verbesserungspotenzial: So existiert in Viersen noch keine einzige Ampel – weder städtisch noch im Eigentum von Straßen NRW – die mit einem akustischen anpassenden Signal ausgestattet ist. Zwar sind an vielen Stellen Ampeln verbaut, die bei der Grünphase am Taster vibrieren, was alleine jedoch nicht zum Auffinden und sicheren Queren des Ampelübergangs ausreiche.

Der Sehbehindertentag findet jährlich am 6. Juni statt. Er wurde im Jahr 1998 durch den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ins Leben gerufen. Nähere Infos unter: www.sehbehindertentag.de .