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Projekt "LiGa" des LVR-Wohnverbunds sucht Familien für Klient*innen

LVR: LiGa sucht Familien : „Das tut mir richtig gut“

Menschen mit psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen ein Zuhause in Familien geben – das ist LiGa. Ein Besuch bei Familie Martschin.

„Das ist das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist“, erklärt Myriam Hoffmann und ihre Augen strahlen. Vor fast zehn Jahren ist sie bei ihrer Gastfamilie, den Martschins, in Süchteln eingezogen. „Myriam ist ein vollwertiges Mitglied unserer Familie und immer mittendrin“, betont Ruth Martschin und fügt lächelnd hinzu: „Natürlich rappelt es auch schon mal, aber am Ende kriegen wir alles geregelt. Wie eine echte Familie halt.“

Die Martischins sind eine „LiGa-Familie“. LiGa, das steht für „Leben in Gastfamilien“ und ist ein ambulantes Wohnangebot für erwachsene Menschen mit psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen des LVR-Wohnverbunds. Für manche ist es ein Sprungbrett auf dem Weg zu mehr Selbständigkeit, für andere eine Alternative zu einer stationären Pflege- oder Heimeinrichtung.

Bevor sie zu den Martschins kam, litt Myriam Hoffmann an einer posttraumatischen Belastungsstörung und Depressionen. „Ich habe meinen Alltag nicht mehr bewältigen können, mir ging es richtig schlecht“, blickt Myriam Hoffmann zurück, „hier habe ich Struktur, das gibt mir Sicherheit und tut mir richtig gut.“ Seit sie in ihrer Gastfamilie lebt, hat sich ihr Zustand so verbessert, dass Klinikaufenthalte nicht mehr nötig waren.

Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller ist bei ihrem Besuch tief beeindruckt von Myriam Hoffmanns Geschichte, ihrer Offenheit und begeistert vom Engagement der Martschins: „Mich beeindruckt Ihr Engagement.“

Aktuell betreut das LiGa-Team 26 Familien und dort untergebrachte 35 Klient*innen. Auf der Warteliste stehen aktuell 17 Personen. „So viele wie noch nie“, weiß Dirk Kampmeier vom LiGa-Team. Der Fachkrankenpfleger für psychiatrische Pflege erklärt: „Unseren LiGa-Familien stehen wir immer beratend und unterstützend zur Seite. Für den „Matching-Prozess“ zwischen Klient*in und Familie nehmen wir uns viel Zeit. Es soll ja schließlich passen.“

LiGa-Familien sind letztlich Laien. Wer sich für das Konzept interessiert – und die räumlichen Möglichkeiten mitbringt, die Klient*innen brauchen ein Zimmer für sich – sollte vor allem diese Eigenschaften mitbringen: Mitmenschlichkeit, allgemeine soziale Kompetenz und eine von Toleranz geprägte Grundhaltung. Die Familien erhalten eine professionelle Begleitung und finanzielle Unterstützung. „Außerdem brauchen wir von den Interessenten ein polizeiliches Führungszeugnis und die Gewissheit, dass die gesamte Familie mitzieht“, ergänzt Dirk Kampmeier.

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„Es ist so wertvoll für unsere Klient*innen in solch einer kleinen Gemeinschaft zu leben“, betont Dirk Kampmeier, „hier entstehen langfristige Bindungen. Menschen erhalten Familienanschluss, die vorher vielleicht keine Familie hatten. Unsere Klient*innen sehen ‚Die meinen es ernst mit mir‘.“