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Prostata-Selbsthilfegruppe Viersen besteht seit 20 Jahren

20. Geburtstag : Seit 20 Jahren Gruppe 31 NRW

Im Oktober besteht die Prostataselbsthilfegruppe Viersen seit 20 Jahren. Betroffene und ihre Angehörigen finden hier wichtige Unterstützung und eine Fülle von Informationen.

Jeder zweite Mann, jede zweite Frau bekommt in seinem/ihrem Leben Krebs. So ernüchternd diese Statistik ist, die Forschung steht nicht still und so niederschmetternd die Diagnose auch heute noch häufig ist, man muss mit seiner Krankheit nicht allein bleiben.

Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es über 80 Selbsthilfegruppen speziell für Menschen, die von Prostatakrebs betroffen sind. Eine von ihnen, Gruppe 31 NRW hier im Kreis Viersen, feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. „Vier Gründungsmitglieder sind heute noch dabei“, erzählt Paul-Otto Bungardt, der aktuelle Leiter. Insgesamt gehören zur Gruppe, die den westlichen und nördlichen Kreis und die Stadt Viersen abdeckt, 25 Männer, bei den monatlichen Treffen sind meist 16 bis 20 dabei.

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Die Gruppe, 2001 entstanden auf Initiative des Urologen Dr. Bruno Wirth am Heilig Geist Hospital Kempen, dem engagierten Rudolf Gix und der Unterstützung des BIS (die Selbsthilfekontaktstelle in Brüggen), war und ist sehr umtriebig. Neben den monatlichen Treffen (immer am letzten Montag des Monats um 19 Uhr im Pfarrheim Herz Jesu in Dülken), unternimmt die Gruppe Ausflüge – etwa zu Aktion Medeor oder ins Rehazentrum in Korschenbroich, und veranstaltet einmal im Jahr ein großes Frühstück für alle Mitglieder.

Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen gehören ebenso zum Angebot der Selbsthilfegruppe. Wer nun glaubt, diese beschäftigen sich immer mit Themen rund um Prostatakrebs, irrt gewaltig. Selbstverständlich stehen zwar Vorträge von medizinischen Experten, seien es Urologen, Internisten, Radiologen oder Apotheker, im Fokus, aber genauso haben schon Fahrlehrer über die neuen Führerscheine referiert oder Anwälte zu diversen Rechtsfragen informiert. Einen ganzen Samstag hat die Gruppe schon mit sportlichen Rehaübungen verbracht.

Wegen Corona noch bis ins nächste Jahr auf Eis gelegt, sind die offenen Sprechstunden, die normalerweise immer eine Stunde vor Beginn der Gruppentreffen stattfinden. Hier können auch Nicht-Gruppenmitglieder vorbeischauen, ihre Unterlagen mitbringen und ihre Fragen stellen.

Doch wie findet man den Weg in die Gruppe? „Bei vielen – auch bei mir – war die Ehefrau oder Partnerin diejenige, die den ‚Schubs’ gibt“, erzählt Paul-Otto Bungardt lächelnd. Er selbst bekam die Diagnose Prostatakrebs vor gut 20 Jahren und hat die Krankheit seit 2004 im Griff. „Meine Frau und ich haben immer alle wichtigen Entscheidungen miteinander besprochen, bei der Selbsthilfegruppe war das nicht anders“, erinnert sich Bungardt. Er weiß aus eigener Erfahrung und aus seinem Umfeld, was die Diagnose Krebs mit einem machen kann: „Viele Männer trauen sich nicht, über ihre Krankheit zu sprechen, flüchten sich in Alkohol, kommen mit der Situation nicht zurecht und verfallen in Depressionen.“

Hier leistet die Selbsthilfegruppe wichtige Arbeit. „Jeder kann ganz unverbindlich zu unseren Treffen kommen – übrigens auch Angehörige. Je nach Thema sind auch die Ehefrauen dabei. Und wer lieber erstmal anonym Hilfe suchen möchte, kann sich an die Beratungs-Hotline unter 0800/7080123 wenden“, erklärt Paul-Otto Bungardt.

Neben den „handfesten Infos“ der Experten, bietet die Selbsthilfegruppe auch einen großen Fundus an Informationen in Form von Flyern, Infobriefen des Bundesverbandes und mehr, die man sich gern zur Lektüre mit nach Hause nehmen kann.

Vertrauensvoller Partner der Gruppe ist weiterhin das BIS. Hierhin kann man sich auch wenden, wenn man mehr Informationen zur Prostataselbsthilfegruppe wünscht. Ansonsten steht Paul-Otto Bungardt für alle Fragen unter 0170/ 474 56 29 zur Verfügung. Ende September soll es mit den Vorträgen wieder losgehen.