: Weg mit weißen Flecken

Der Anschluss an die Datenautobahn schreitet im Kreis Viersen voran. Nachdem der privatwirtschaftliche Ausbau des Glasfasernetzes in einigen Städten und Gemeinden bereits gestartet ist, beginnt nun auch der staatlich geförderte Ausbau der unterversorgten Gebiete.

Für die erste Trasse in Kempen machten Landrat Dr. Andreas Coenen, NRW-Digitalisierungsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher, Kempens Bürgermeister Volker Rübo und Peter Kamphuis, Geschäftsführer Deutsche Glasfaser, nun den symbolischen ersten Spatenstich. Der Kreis Viersen ist damit in NRW die erste Kommune, die den aktuellen Förderaufruf umsetzt.

„Die digitale Infrastruktur ist mehr denn je ein wichtiger Standortfaktor. Digitalisierung ist eine Chance, die Lebens- und Arbeitsverhältnisse im ländlichen Raum zu verbessern“, betonte Landrat Dr. Andreas Coenen. „Der Breitbandausbau ist eines der größten Infrastruktur-Projekte der vergangenen Jahre im Kreis Viersen. Dieser Aufwand ist alternativlos, damit wir flächendeckend von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren.“

Wer profitiert vom Ausbau? Vom geförderten Breitbandausbau profitieren die so genannten „weißen Flecken“ im Außenbereich. Das sind Adressen im Kreisgebiet, die über einen Internetanschluss mit einer Leistung von unter 30 MBit pro Sekunde verfügen. Ein privatwirtschaftlicher Ausbau rechnet sich für diese Haushalte nicht.

„Dies trifft auf bis zu 4.000 Adressen in allen neun Städten und Gemeinden des Kreises zu“, erklärt Sebastian Cüsters, Breitbandkoordinator des Kreises. Sie alle werden ein Anschreiben, Informationen und ein Angebot der Deutschen Glasfaser erhalten. Um diese Adressen anzuschließen, sind Kabeltrassen von rund 700 Kilometern Länge notwendig.

Wo geht es los? Aktuell startet der Netzausbau in Kempen, Niederkrüchten und Schwalmtal. „Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll das Förderprogramm in allen neun Städten und Gemeinden abgeschlossen sein“, sagt Andreas Budde, Technischer Dezernent des Kreises Viersen. Die Deutsche Glasfaser wird immer parallel in drei Kommunen arbeiten.

Wie ist der Stand beim privatwirtschaftlichen Ausbau? Bei Adressen, für die sich ein privatwirtschaftlicher Ausbau rechnet, sind die Unternehmen bereits aktiv. Zum Jahresende waren rund 30.000 Haushalte an die Datenautobahn angeschlossen. Privatwirtschaft und staatliche Förderung greifen beim Breitbandausbau zielgerichtet ineinander und ergänzen sich. Deutsche Glasfaser-Geschäftsführer Kamphuis: „Digitalisierung funktioniert nur, wenn das Fundament aus reinen Glasfasernetzen besteht – denn nur diese sind in Sachen Internetgeschwindigkeit langfristig terabitfähig.“

Wie geht es weiter? Im Fokus stehen beim Kreis Viersen die „grauen Flecken“. Dies sind Adressen, die mit einer Leistung von über 30 MBit pro Sekunde nicht als unterversorgt gelten. „Wir werden uns aber dafür einsetzen, dass auch die Anwohner dort mittelfristig schneller surfen“, sagt Landrat Dr. Coenen. Dafür wird der Kreis Viersen den Kontakt zu den Netzbetreibern intensivieren und mögliche Förderprogramme im Auge behalten.