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„Nein zu Logistikpark Rösler Draht“ will MLP Logistikpark verhindern

Protest gegen Logistikpark : Schwalmtaler Bürgerinitiative wehrt sich

In die Pläne für die künftige Nutzung der Rösler-Brache in Waldniel – hier soll ein Gewerbe- und Logistikpark entstehen – ist politische Bewegung gekommen. Gegen das Projekt regt sich jedoch Widerstand. Die Bürgerinitiative „Nein zum Logistikpark Rösler Draht“ stellt sich den Plänen entgegen.

Auf dem ehemaligen Rösler-Draht-AG-Gelände in Waldniel soll der MLP Business Park Niederrhein entstehen. Auf einer Fläche von knapp 125.000 Quadratmetern ist geplant, unter anderem drei große Hallen zu errichten. Außerdem sollen kleinteiligere Mietflächen für kleinere bis mittelgroße Unternehmen entstehen. Anfang der Woche wurde im Ausschuss für Planung, Bauen und Verkehr der Gemeinde Schwalmtal über den Logistikpark abgestimmt. Mit einer Stimme Mehrheit votierten CDU und FDP für das Projekt, SPD und Grüne dagegen.

Doch nicht nur auf politischer Ebene ist man gespalten. Auch in der Bürgerschaft regt sich Widerstand. Mitte Februar hat sich die Bürgerinitiative „Nein zum Logistikpark Rösler Draht“ gegründet, die bereits während der Ausschusssitzung mit einem stillen Protest vor Ort war. Ihr Sprecher, der Waldnieler Unternehmer Michael Berger, betont, dass das Bündnis überparteilich und unabhängig sei und keiner politischen Gesinnung folge: „Wir sind einfach nur Bürger Schwalmtals, die Sorgen haben, durch eine geplante Veränderung in ihrer Umgebung zukünftig Beeinträchtigungen hinnehmen zu müssen, die gesundheitsschädlich sind und die bisherige Lebensqualität stark reduzieren.“

Die Furcht der Bürgerinitiative: 1.500 bis 3.000 zusätzliche Lkw- und Pkw-Bewegungen pro Tag an sieben Tagen in der Woche, rund um die Uhr durch den gesamten Ortskern, anliegende Ortschaften und Wohngebiete. Berger und seine Mitstreiter hätten auf dem Gelände lieber Kleingewerbe gesehen oder eher noch eine Wohnbebauung. Für letztere müsste jedoch das belastete Erdreich entsorgt werden. Die Gemeinde sagt, dies sei nicht finanzierbar. Die Bürgerinitiative ist sich sicher, dies könne im Gros von „Bund, Land und EU getragen“ werden, auf die Gemeinde käme nur „ein kleiner Teil“ der Kosten zu.

Doch auch die Wahl des Ortes sorgt bei der Bürgerinitiative für Kopfschütteln: „Warum plant man in Schwalmtal grundsätzlich die Wohnbebauung direkt neben der Autobahn und im Hinterland die Industrie?“ Man könne ein solches Projekt nicht auf einem Gelände planen, welches von der Autobahn gesehen hinter der Ortschaft Waldniel respektive den kleiner angrenzenden Ortschaften liegt.

Sollte der Gewerbe- und Logistikpark, so wie er jetzt geplant ist, realisiert werden – die positive Entscheidung im Ausschuss wird eine Empfehlung für das Projekt im Gemeinderat nach sich ziehen – befürchten die Mitglieder der Bürgerinitiative durch das erhöhte Verkehrsaufkommen eine dauerhafte Störung der Nachtruhe, Lärm und Abgase und eine erhöhte Gefahr für Radfahrer, Fußgänger, Sportler, Schüler und Kindergartenkinder.

Auch sieht man den Lebensraum nachtaktiver Tiere gefährdet und befürchtet blockierte Straßen sowie zerfahrene Bankette, Verkehrsinseln und Straßendecken.

Die Bürgerinitiative sucht Gleichgesinnte und hat zu diesem Zweck an mehreren Stellen in der Gemeinde Unterschriftenlisten ausgelegt. Wer die Initiative unterstützen möchte, findet die Listen hier: Firma Berger und Tolls, Eickener Straße 40, Blumen Reimann, Dülkener Straße 15, HIT Getränkemarkt Amern, Siemensstraße 1, Getränke Hoffmann, Vogelsrather Weg 46, sowie Frisörsalon Wolters, Marktstraße 8. „Die Unterschriften-Listen werden wir an den Bürgermeister der Gemeinde Schwalmtal übergeben, um den Verantwortlichen zu zeigen, dass es Gegenwind zu diesem geplanten Wahnsinn gibt mit“, erklärt Michael Berger.

Am kommenden Dienstag, 2. März, um 19 Uhr ist der MLP Business Park Niederrhein Thema im Gemeinderat. Wer an der Ratssitzung teilnehmen möchte, wird gebeten, sich im Vorfeld unter 02163/ 946-113 oder per Mail an ulrich.liebens@gemeinde-schwalmtal.de anzumelden, um die geltenden Kontakt- und Hygieneregeln einzuhalten.

Wer sich weiter über die Bürgerinitiative informieren möchte, kann dies auf www.buergergegenlogistikpark.de tun.