Pause machen an der Krippe

Vor einem Jahr hat ein engagiertes Team in der GdG Brüggen-Niederkrüchten ein ungewöhnliches Projekt auf die Beine gestellt: den Krippenweg durch die Kirchen, Kapellen und Altenheime in der Gemeinschaft der Gemeinden.

Zum diesjährigen Weihnachtsfest gibt es eine Fortsetzung: „Mach mal Pause an der Krippe!“ heißt es am zweiten Weihnachtstag, 26. Dezember, und am Neujahrstag, 1. Januar, jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Edi Houben kümmert sich federführend um die Organisation des Krippenweges. Sie ist eine gläubige Christin, die sich schon seit vielen Jahren in der Pfarre St. Nikolaus Brüggen engagiert, unter anderem bei den Kinderbibeltagen und in der Kinderkatechese. Den Menschen Freude bereiten, das ist ihr eine Herzensangelegenheit. „Edi, mach das, was der Kirche und Pfarre gut tun“, habe ihr mal jemand gesagt. Diesem Rat sei sie gerne gefolgt. „Mir ist es wichtig, dass Traditionen erhalten bleiben“, sagt sie. So wie die Tradition der Krippen in den Pfarrkirchen.

Elf Krippen in der GdG verkünden die Menschwerdung Christi, jede auf ihre ganz eigene Art und Weise. So sind die Figuren in St. Mariä Himmelfahrt Bracht fast einen Meter groß und haben bewegliche Metallgelenke. Arme, Beine und Kopf können szenengerecht verändert werden. Gefertigt wurden sie in der Werkstatt von Lita Mertens in Köln, die alle ihre Figuren von Hand schnitzte und auch die Kleidungsstücke selbst nähte.

Sehr edel und modern wirken die Krippenfiguren in St. Peter Born, der offene Krippenstall lässt die Darstellung der Weihnachtsgeschichte besonders gut zur Geltung kommen. Der Stall wurde übrigens von dem Künstlerehepaar Liebens auf dem Dachboden der Nikolaus-Kirche in Brüggen gefunden. Seitdem darf er dem Christuskind in Born ein Zuhause geben.

Der Überredungskunst des damaligen Kirchenvorstandes ist es zu verdanken, dass sich die Lüttelbrachter Kirche seit 1984 mit einem wunderschönen Krippenstall von Ambrosius Auwel schmücken kann. Der Künstler wollte sich zunächst nämlich nicht von seinem Unikat trennen. Anfangs wurde der Stall mit Steinfiguren bestückt, 1989 wurden dann Krippenfiguren aus Lindenholz aus einer Manufaktur in Oberammergau angeschafft.

In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Krippe in St. Bartholomäus geschaffen. Federführend hierbei war Hermgerd Geneschen, der sich beim Schnitzen die künstlerische Freiheit heraus nahm, einem Hirten das Gesicht des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer zu geben.

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Eine Besonderheit ist auch die Passionskrippe in St. Nikolaus Brüggen; ein Brauchtum, das sonst eher in Süddeutschland beheimatet ist. Sie ermöglicht es, dass der Krippenbesucher die einzelnen Passions- und Osterszenen aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann.

Eines ist allen Krippen gemeinsam: Sie werden von vielen fleißigen Händen gehegt und gepflegt, mühsam restauriert und mit viel Liebe zum Detail alljährlich in der Vorweihnachtszeit aufgebaut. Bäume, Gräser und Stroh werden herangeschafft, der Krippenstall wird platziert und die einzelnen Figuren in Szene gesetzt. Bachläufe, Brunnen und Feuerstellen entstehen, Wurzeln und Hölzer sorgen für einen natürlichen Eindruck. Oft sind die Helfer tagelang bei der Arbeit, um eine Krippenlandschaft entstehen zu lassen, die den Betrachter zum Verweilen einlädt und besinnlich die Weihnachtsgeschichte bedenken lässt.

„Der Weihnachts- oder Neujahrsspaziergang kann durch den Besuch des Krippenweges etwas ganz Besonderes werden“, sagt Edi Houben. Eine Pause einlegen, besinnliche Musik und kleine Aktionen rund um die Krippe genießen, Freunde und Bekannte treffen - „machen Sie sich auf den Weg. So wie es einst die Hirten und Könige taten. Jeder ist willkommen an der Krippe.“

St. Peter Born: Liedermacher Wolfgang Bierbaum spielt weihnachtliche Gitarrenmusik, ab ca. 14 Uhr

St. Nikolaus Brüggen: Eva Otto spielt besinnliche Weihnachtsmusik und Musik zum Träumen auf der Violine, ab ca. 15 Uhr

St. Mariä Himmelfahrt Bracht: Musik aus Renaissance und Barock; Siegrid Sendler (Orgel und Gesang), Stefan Hammerschmitt (Flöte und Gesang), 15.30 bis 17 Uhr

Zur Kapelle an der Heiden, Overhetfeld: Führung um 15.30 Uhr

St. Bartholomäus Niederkrüchten: Volker Mertens spielt Krippenmusik auf der Orgel; Steinkrippenausstellung aus Simbabwe (Hans-Dietrich Huebert, Overhetfeld), 14 bis 17 Uhr

St. Martin Oberkrüchten: Orgelkrippenmusik, 14 bis 17 Uhr

Kapelle Schloss Dilborn: Bilderausstellung

St. Peter Born: das Borner Flötenensemble spielt weihnachtliche Musik und Werke alter Meister, ab ca. 14 Uhr

St. Laurentius Elmpt: die Musikgruppe Elmpt spielt besinnliche Musik, ab ca. 14 Uhr

St. Nikolaus Brüggen: Alexander Graw spielt besinnliche Krippenmusik auf der Gitarre, ab ca. 15 Uhr

St. Maria Helferin Lüttelbracht: Krippengedichte und Weihnachtsgeschichten, vorgetragen von Hermann Josef Müller, ab ca. 16 Uhr

St. Bartholomäus Niederkrüchten: Steinkrippenausstellung aus Simbabwe (Hans-Dietrich Huebert, Overhetfeld), 14 bis 17 Uhr

St. Martin Oberkrüchten: Orgelkrippenmusik, 14 bis 17 Uhr

Zur Kapelle an der Heiden, Overhetfeld: Führung um 15.30 Uhr

Kapelle Schloss Dilborn: Bilderausstellung

· St. Mariä Himmelfahrt Bracht, Kirchplatz 9

· Haus St. Franziskus Bracht, Brüggenerstraße 49

· St. Peter Born, Born 45

· St. Nikolaus Brüggen, Klosterstraße 42

· Kapelle Schloss Dilborn, Dilbornerstraße 61

· St. Maria Helferin Lüttelbracht, Genholter Straße 100

· St. Bartholomäus Niederkrüchten, Dr.-Lindemann-Straße 7

· St. Martin Oberkrüchten, Kirchstraße 7

· St. Laurentius Elmpt, Laurentiusstraße 17

· Kapelle an der Heiden, An der Heiden 2

· Altenheim St. Laurentius, Uhlandstraße 37

(Report Anzeigenblatt)