: Steine auf Reisen schicken

Zahlreiche Städte und Gemeinden sind dem Hype um die selbst gestalteten Steine verfallen. So auch Familie Poppels aus Schwalmtal, die sich mit dem Hospizdienst Zapuh Grenzland zusammen getan hat und mit ihren Steinen gemeinsam auf Hospizarbeit aufmerksam machen möchte.

Wer die Augen beim Spaziergang durch den Park oder auf dem Weg zur Arbeit offen hält, könnte aktuell viele kleine Kunstwerke finden und direkt mitnehmen. Bemalte Steine liegen am Wegesrand, auf der Bank oder auf der Mauer, wollen eingesteckt, fotografiert und mit dem Fundort versehen bei Facebook gepostet werden.

Vor einigen Wochen ist der Hype rund um das Bemalen von Steinen entstanden. Zahlreiche städtebezogenen Facebook-Gruppen haben sich mittlerweile gebildet, tausende Menschen malen fleißig, wildern die Steine aus und schicken sie so auf die Reise. Doch wozu das Ganze? „Den Menschen beim Finden eines schönen Steines ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern – das steckt dahinter“, erklärt der Schwalmtaler Frank Poppels. Er hat vor ein paar Wochen mit dem Bemalen der Steine angefangen und prompt auch noch Ehefrau Nicole und Tochter Lina angesteckt. Anstatt zur Prime-Time vor dem Fernseher zu sitzen, sei man nun lieber zusammen kreativ, so der Familienvater, der zuvor mit Malen so gar nichts „an der Mütze“ hatte.

Um möglichst viele Menschen im Westkreis mit seinem Hobby anzustecken, gründete der Mitarbeiter einer Keramikfirma eine Facebook-Gruppe. Doch anders als die Stein-Gruppen, die sich auf einen bestimmten Ort beziehen, hat Frank Poppels den Hospizdienst Zapuh Grenzland mit an Bord geholt und die Gruppe „Zapuh Stones“ genannt. „Mit jedem gefundenen Stein zaubern wir nicht nur ein Lächeln ins Gesicht, sondern machen gleichzeitig auch auf die wichtige Arbeit des Hospizdienstes aufmerksam“, erklärt Poppels.

Ida Lamp, leitende Koordinatorin des Hospizdienstes, war von dieser Kooperation sofort begeistert. Auch sie und ihre Kolleginnen malen mittlerweile fleißig mit. „Vielleicht erreichen unsere Steine Finder, die sich noch nicht mit dem Thema Hospizarbeit auseinandergesetzt haben“, betont Ida Lamp. „Die Steine können Farbe ins Leben bringen und gleichzeitig Botschafter für unsere Arbeit sein.“

In Brüggen ausgewildert kann es schon einmal passieren, dass das Kunstwerk so einige Kilometer zurücklegt. „Steine aus der Gegend haben es schon bis nach Ägypten und in die USA geschafft“, erzählt Frank Poppels.

Bemalt werden sollten die Steine übrigens mit Acrylfarbe oder Serviettentechnik, versiegelt mit Klarlack. Das alles möglichst umweltfreundlich.

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