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Rückblick auf den Arbeitsmarkt 2020 im Kreis Viersen

Rückblick auf Arbeitsmarkt 2020 : Pandemiebedingt unter Druck

Rückblick auf den Arbeitsmarkt 2020 im Kreis Viersen: Pandemiebedingte Auswirkungen deutlich spürbar – Positiver Trend in der zweiten Jahreshälfte.

. Bilanz auf dem Arbeitsmarkt für das vergangene Jahr 2020 zog jetzt bei der Jahrespressekonferenz die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, Dr. Bettina Rademacher-Bensing, gemeinsam mit Klaus Churt (DGB-Region Düsseldorf-Bergisch Land, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit Krefeld).

„Auch der lokale Arbeitsmarkt ist 2020 pandemiebedingt deutlich unter Druck geraten. Kurzarbeit und Wirtschaftshilfen haben jedoch einen stärkeren Einbruch des Arbeitsmarkts verhindert. In der zweiten Jahreshälfte gab es dann einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen“, erläutert Dr. Bettina Rademacher-Bensing. Im Dezember sei die Arbeitslosigkeit gegenüber November leicht gesunken und weise nun insgesamt 23.537 Personen aus. Dies seien jedoch etwa 3.400 Personen mehr als im Dezember 2019. Auch im Jahresdurchschnitt lag die Zahl der Arbeitslosen mit 23.292 über dem Vorjahr mit 20.850. „Auch die Beschäftigung im Agenturbezirk liegt nicht mehr auf Rekordniveau. Hier sind 189.355 Menschen in Lohn und Brot, ein Minus von 1.504 Personen gegenüber dem Vorquartal“, konstatiert Rademacher-Bensing. 

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Trotz der Pandemie war der Arbeitsmarkt im Jahr 2020 von einer hohen Dynamik geprägt. So mussten sich von Januar bis Dezember 43.065 Männer und Frauen arbeitslos melden. Demgegenüber konnten 39.795 Menschen eine neue Arbeit aufnehmen, dies waren jedoch über 10.000 weniger als im Vorjahr. 

„Die Arbeitslosigkeit stieg 2020 nicht, weil viele Personen von ihren Arbeitgebern freigestellt wurden – hier hat das Instrument der Kurzarbeit massiv geholfen -, sondern weil weniger Personen eine Arbeit aufnehmen konnten. Aufgrund der inzwischen vorsichtig optimistischen Wirtschaftsprognosen für das Jahr 2021 erwarte ich, dass sich die insgesamt stabile Entwicklung der letzten Monate fortsetzen kann“, blickt Rademacher-Bensing nach vorne. „Für die nächsten zwei Monate rechnen wir saisonbedingt mit höheren Werten bei der Arbeitslosigkeit.“

„Wir beobachten, dass einige Umwälzungsprozesse am Arbeitsmarkt durch die Pandemie eher beschleunigt als gedämpft wurden: Wir müssen uns noch deutlich stärker in der kontinuierlichen Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern engagieren“, sagt Klaus Churt. Qualifikation sei der Schlüssel, Menschen dauerhaft - zumal in einer sich weiter wandelnden Arbeitswelt - in Beschäftigung zu bringen. „Mit dem Qualifizierungschancengesetz steht hier ein verlässliches Instrument zur Verfügung.“

 14.852 Arbeitslose (986 mehr als im Vorjahr) sind in Betreuung der Jobcenter Krefeld und Kreis Viersen. Damit liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk weiter bei 8,3 Prozent (wie im November) und damit gegenüber dem Dezember des Vorjahres um 1,2 Prozentpunkte höher.

 Im Kreisgebiet Viersen liegt die Arbeitslosigkeit bei 6,0 Prozent (November: 6,0 Prozent, Vorjahr: 5,0 Prozent).

Der Zugang an 378 Anzeigen zur Kurzarbeit mit 3.054 Personen im Dezember (Datenstand 28. Dezember) lag wieder auf einem leicht höheren Niveau als in den Vormonaten. „Hier machen sich die pandemiebedingten Einschränkungen in einigen Branchen wieder direkt bemerkbar“, erläutert Rademacher-Bensing. Die Hauptzugangsmonate aber waren mit weitem Abstand April und Mai. Die realisierte Kurzarbeit lag im April bei etwa 29.000 Personen, im Mai bei etwa 27.000 Personen im Agenturbezirk.

 Weiter gesunken sind die Arbeitsmarktchancen für Menschen ohne ausreichende Qualifikationen. Während der Arbeitsmarkt für Fachkräfte relativ stabil geblieben ist, stieg die Zahl der Menschen ohne berufliche Ausbildung, die sich auf eine Stelle bewarben. Mehr als 14 Arbeitslose kamen 2020 NRW-weit auf eine gemeldete Stelle auf Helferniveau, bei Fachkräften sind es gerade mal 2,7 Personen. Im Falle wirtschaftlicher Schwierigkeiten eines Unternehmens werden Menschen ohne Berufsabschluss häufiger entlassen, während die Wirtschaftsbetriebe eher versuchen, ihre Fachkräfte zu halten.