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Verein für Heimatpflege Viersen stellt Kulturmeile Viersen vor

Spaziergang zu Kultur-Orten : Kulturmeile Viersen genießen

Der Verein für Heimatpflege Viersen thematisiert mit seiner Jahreskarte die „Kulturmeile Viersen“ – Orte, die in Viersen für Kunst, Kultur und Architektur stehen.

. Wie an einer Perlenschnur reihen sich in Viersen Orte aneinander, die für Kunst, Kultur und Architektur stehen und damit den Ruf Viersens verdeutlichen, das sich früher „Die Kulturstadt im Grenzland“ nannte. Der Verein für Heimatpflege Viersen hat nun die Verbindung dieser besonderen Orte in Viersen aufgegriffen und auf seiner Jahreskarte als „Kulturmeile Viersen“ thematisiert. Das Besondere an diesen „Stationen“: Sie sind fußläufig parallel zur Hauptstraße leicht zu erwandern und zu genießen. Sie mussten nicht neu geschaffen werden, sondern werden nur ins Bewusstsein gerufen. Sie bieten als „Kulturmeile Viersen“ Potenzial für mehr, wie Führungen oder Nutzung als Ausstellungsorte.

Ein architektonischer „Baustein“ der „Kulturmeile Viersen“ ist das Wohnhaus an der Burgstraße 6. Das Objekt ist wie alle weiteren zehn Stationen der Kulturmeile „nichts, was neu geschaffen worden ist, sondern hier nur ins Bewusstsein gerufen wird“, wie Dr. Albert Pauly, Vorsitzender des Vereins für Heimatpflege Viersen, bei der Vorstellung des „neuen wichtigen Projekts für uns als Heimatverein und die Stadt“ betont.

Zurück zur Burgstraße 6, zweites Wohnhaus des Unternehmers Walter Kaiser, das vom Architekten Bernhard Pfau 1952/53 mit innovativer Verwendung von Glasbausteinen in der Fassade erbaut wurde. „Nichts wurde hier dem Zufall überlassen, alles korrespondiert miteinander, alles ist im Fluss“, erklärt Eigentümer Ulf Schroeders, der schon zahlreiche erhaltenswerte Häuser restauriert hat. „Das Haus polarisiert bis heute, von außen sieht es aus wie eine Turnhalle, innen ist es ein ganz anderes Erlebnis.“ Auch Mieterin Sabine Rose ist verzaubert vom Objekt: „Das schnörkellose Design strahlt Ruhe aus, die sich überträgt.“ Die Kunstliebhaberin freut sich, dass das Wohnhaus in die „Kulturmeile Viersen“ aufgenommen wurde und möchte demnächst auch zu Kunst-Ausstellungen einladen.

„Mit der Generatorenhalle, die auch Anfang vieler Führungen des Heimatvereins ist, beginnt die Kulturmeile“, stellt Albert Pauly die erste Station des kulturellen Spaziergangs vor, die mit Jugendstil-Fassade die imposante Industriearchitektur verkörpert. Es schließen sich die weiteren Stationen 2-4, die Kirche St. Remigius als spätgotisches Bauwerk und älteste Kirche Viersens sowie die Alte Lateinschule und die Villa Marx mit  „Viersener Salon“ an der Gerberstraße an. Das Forum des Vereins für Heimatpflege Viersen wurde 2014 eröffnet und hat seither mit 14 Ausstellungen mehr als 18.000 Besucher empfangen. Der frühere Kulturstaatssekretär NRW Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff eröffnete damals mit dem Satz „Glücklich die Stadt, die solche Bürger hat.“ Auch heute zur Vorstellung der Kulturmeile ist Grosse-Brockhof voll des Lobes: „Jetzt gilt es den Begriff mit Leben zu füllen. Aber Viersen hat einzigartiges zu bieten, es ist einmalig, was hier historisch an Kultur entstanden ist.“

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Die Albert-Vigoleis-Thelen-Stadtbibliothek, benannt nach dem in Süchteln geborenen Schriftsteller, und die Städtische Galerie im Park, seit 1981 repräsentatives Ausstellungsforum vorwiegend moderner Kunst, sind Bausteine 5 und 6 der „Kulturmeile“.

Danach erreichen Kulturwandelnde mit der siebten Station die Skulpturensammlung Viersen, die seit 1989 in privater Initiative des Vereins für Heimatpflege entsteht. Über die frei zugängliche Sammlung zeitgenössischer bildender Kunst schwärmt Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff: „Der Skulpturenpark ist die Krönung und von der Qualität her als zur öffentlichen Hand gehörender Park einzigartig.“

Folgt man der „Kulturmeile“ weiter, kommt man zur Burgstraße, wo sich neben Hausnummer 6 auch Hausnummer 4 einreiht, das erste Wohnhaus des Unternehmers Walter Kaiser und heute temporärer Kulturort „Villa V.“, entwickelt von Gerda-Marie Voß. 

  Station 10 ist die Kreuzkirche, 1877/79 aus rotem Sandstein in neugotischem Stil als erste evangelische Kirche in Viersen erbaut, mit historischem Friedhof und Gräbern der Familien der aufblühenden Textilfabrikation. „Allein der Friedhof ist historisch gesehen Stadtgeschichte pur“, sagt Albert Pauly.

Die Festhalle bildet als elfter Ort die Endstation der „Kulturmeile“. 1911/13 als Turn- und Festhalle erbaut, stellt sie heute das kulturelle Herz Viersens dar.

„Jeder Kulturinteressierte hat die Möglichkeit unabhängig die Orte zu erwandern“, zeigt sich Bürgermeisterin Sabine Anemüller begeistert vom Projekt „Kulturmeile Viersen“. Vorstellbar sei als nächster Schritt vielleicht die Vernetzung mit QR-Codes an den Orten. „Aufgabe des Stadtmarketing ist es, die Orte und auch die Kulturmeile bekannt zu machen“, ergänzt sie. Die Karten „Kulturmeile Viersen“, die der Verein für Heimatpflege zur Verfügung stellen will, sollen für Interessierte in öffentlichen Gebäuden ausgelegt werden.

Apropos Jahreskarte – für das Titelbild in Form eines illustrierten Stadtplans zeichnet sich im wahrsten Sinne des Wortes Stefan Kaiser verantwortlich. Der Künstler hat eine Zeichnung seines Vaters Hanns-Josef Kaiser aus dem Jahr 1992 restauriert und mit weiteren kleinen Zeichnungen einiger Gebäude ergänzt.