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Von der Hassliebe zu einem Instrument

Von der Hassliebe zu einem Instrument

Im Theater Mönchengladbach trifft man heute im Stück „Der Kontrabass“ auf einen Mann, der eine gesunde Hassliebe zu seinem Instrument pflegt. In der Hauptrolle wird Michael Ophelders zu sehen sein.

Ein Kontrabassist: Mitte fünfzig, verbeamtet und aussichtslos verliebt in die Mezzosopranistin Sarah. Er hasst Wagner, unterschlägt aus Rache gerne mal ein paar Noten, findet Dirigenten überflüssig und kämpft mit Bier gegen Feuchtigkeitsverlust und Staatsorchesterfrust. Gerne und ausführlich erklärt er sein Instrument, das immer irgendwo hinten im Orchester Platz nehmen muss, erläutert Kontrabass-Soli am Plattenspieler und offenbart so mehr und mehr den eigentlichen Grund seiner Misere – das „schreckliche, unhandliche und uneleganteste Instrument“, mit dem er in einer Hassliebe verbunden ist. Patrick Süskinds 1981 in München uraufgeführter Monolog über die Hassliebe eines Kontrabassisten zu seinem lebensspendenden und -vernichtenden Instrument ist ein Paradestück für einen Schauspieler. Komik und scharfsinnige Beobachtung spannen einen vergnüglichen und tiefsinnigen Bogen.

Der Schauspieler Michael Ophelders hat seinen Solo-Abend bereits mit großem Erfolg am Theater Trier und an etlichen anderen Theatern in Deutschland aufgeführt.

Die Vorstellung im Theater Mönchengladbach beginnt um 20 Uhr, Tickets gibt es für 18 Euro.

(Report Anzeigenblatt)