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39. Festspiele Neersen mit tollem Programm

Festspiele Neersen : Welturaufführung in Neersen

Jetzt geht’s langsam los mit den Festspielen Neersen. Nach Monaten der Vorbereiten laufen seit knapp einer Woche die Proben für drei großen Stücke auf der Festspielbühne. In dieser Woche hat Intendant Jan Bodinus das komplette Ensemble vorgestellt und ist dabei nochmals auf die einzelnen Stücke eingegangen. Übrigens: Die Nachfrage nach den Tickets ist groß. Festspiel-Freunde sollten sich deshalb frühzeitig Karten sichern.

Sabine Mroch, 1. Vorsitzende des Festspielvereins,  brachte es gleich zu Anfang auf den Punkt: „Wir sind sehr zufrieden mit den Vorbereitungen und freuen uns auf die Festspielsaison unter dem Titel ‚Ver-rückte Welten‘“. Die gute Stimmung war im ganzen Ensemble zu spüren. Grund dafür war sicherlich auch die große Nachfrage nach den Festspielkarten. „Drei Stücke sind bereits zu hundert Prozent ausverkauft“, so Mroch weiter. So gibt es keine Karten mehr für den Udo-Jürgens-Abend, für die Gartenlesung sowie für die Oper- und Operettengala. „Aber auch der Vorverkauf für unsere großen Stücke ist sehr gut angelaufen“, freute sich die Vorsitzende.

Das Kinderstück Biene Maja (Premiere am Sonntag, 21. Mai) ist bereits zu 60 Prozent ausverkauft, „Der Geizige“ (Premiere am Samstag, 27. Mai) zu 43 Prozent und „Plötzlich Shakespeare“ (Welturaufführung/Premiere am Samstag, 8. Juli) zu 27,4 Prozent. „Tolle Zahlen“, freute sich auch Intendant Jan Bodinus. „Wir haben nicht nur ein tolles Ensemble und mit Kalle Pohl und Ralf Morgenstern zwei hochkarätige Künstler, wir feiern mit ‚Plötzlich Shakespeare‘ sogar eine Welturaufführung in Wilich. Einmalig“, so Bodinus.

Aktuell arbeite man vor allem an der „Biene Maja“, „... ein Stück nicht nur für Kinder“, wie Bodinus betonte. „In Zeiten von Insekten- und Artensterben kann dieses Stück ein Impuls auch für Erwachsene sein, etwas gerade für Insekten zu tun“, so der Intendant. Wer die „Biene Maja“ noch aus Kindertagen kennt (Jan Bodinus: “Die Zeichentrickserie - nicht die computeranimierte, damit komme ich nicht klar“), wird beim Kinderstück den Willi nicht finden. Problem sind die Lizenz-Rechte. Denn im Kinderbuch von Waldemar Bonsels gab es einen Willi nicht „...den gab es erst mit der japanischen Zeichentrickserie.“

Kreativ wie man im Festspielverein ist, schuf man einen anderen Freund der kleinen Biene Maja (gespielt von Svenja Jerg) - die Hummel Hubsi (Kristof Stößel), der von den Bienen quasi adoptiert wurde. Garantiert wird es aber ein Spaß für alle Besucher - denn alle anderen alten ‚Freunde‘ wie Puck, die Stubenfliege, die Spinne Thekla oder Bienenamme Kassandra werden dabei sein.

Das Bühnenbild nimmt jetzt schon gestalt an. Eine Herausforderung für Bühnenbildner Christian Baumgärtel, aber auch für Kostümdesignerin Nuschin Rabet. „Wir sind ja alle  menschengroß - Insekten aber eben klein. Heißt, die Bühnenelemente wie Gräser oder Blumen müssen proportional an unsere Größe angepasst werden“, weiß Baumgärtel.

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Im nächsten großen Stück - „Der Geizige“ von Molière - steckt besonders viel Leidenschaft von Bodinus und Pohl. Beide verbindet eine große Leidenschaft für den französischen Komiker Louis de Funès, der bereits in der Verfilmung von „Der Geizige“ glänzte. „Es wird keine Hommage an Funès sein, auch keine Kopie - aber auch nicht auf kölsch“, scherzte der Kölner Schauspieler Kalle Pohl. „Es ist ein spannendes und immer noch allgegenwärtiges Thema. Wo hört Sparen auf, wo fängt Geiz an“, fragt er. Das Stück, das auch eine kleine Zeitreise in den Barock ist, wird für viel Unterhaltung sorgen.

Schauspieler Ralf Morgenstern, der aktuell noch in Hamburg spielt, war per Video der Pressekonferenz zugeschaltet. Ihn wird man als Figur „Dee“ - einen Alchimisten - im Stück „Plötzlich Shakespeare“ erleben. „Eine Premiere für mich in Neersen“, so Morgenstern. „Eine besondere Premiere überhaupt“, unterstrich Bodinus. Denn mit „Plötzlich Shakespeare“ wird in Neersen eine Welturaufführung gefeiert. „Eine temporeiches Stück - es ist alles dabei: Eine Zeitreise, Kämpfe mit dem Degen und wir werden der großen Frage ‚Was ist Liebe?‘ auf den Grund gehen. In Neersen werden wir die Antwort bringen“, so Bodinus fast schon pathetisch. „Ich freue mich sehr auf diese Zeitreise“, ergänzt Ralf Morgenstern.

Die Festspiele Neersen bieten in diesem Jahr für jeden etwas an. „Es ist ein bunter Reigen, den wir präsentieren. Bei den Festspielen geht es nicht nur darum, den Besuchern einen glücklichen und unterhaltsamen Abend zu bieten - die Besucher sollen auch etwas mitnehmen und wir wollen den Dialog fördern“, so Bodinus abschließend.