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Am 9. Februar ist Bürgermeister Christian Pakusch im Amt

Interview mit Bürgermeister Christian Pakusch : Christian Pakusch: Seit 100 Tagen im Amt

Am 9. Februar ist Willichs Bürgermeister Christian Pakusch 100 Tage im Amt. Wir trafen den Willicher Bürgermeister, der am heutigen Sonntag seinen 37. Geburtstag feiert, im Rathaus Neersen - mit gebührendem Abstand - zum Gespräch, um ein erstes Fazit zu ziehen.

Die Zeiten sind schwierig - keine Frage. Mitten in der Pandemie auch noch das Amt des Bürgermeister zu übernehmen, ist sicherlich eine echte Herausforderung. Eine Herausforderung, die Christian Pakusch als Bürgermeister, der knapp 100 Tage im Amt ist, hautnah erleben und meistern muss. „In der Krise zeigt sich der Charakter“, sagt er im Gespräch mit dem Extra-Tipp. Wir trafen ihn, um nach 100 Tagen ein erstes Resümee zu ziehen.

Herr Pakusch, bald sind Sie 100 Tage im Amt, genauer am 9. Februar. Sie haben das Amt in einer schwierigen Zeit übernommen. Wie ist ihr persönliches Resümee bis jetzt?

Nach drei Monaten im Amt muss ich sagen, das es besser ist, als ich mir vorgestellt habe.

Was waren Ihre ersten Schritte?

Nun, zunächst habe ich mich erstmal allen Kollegen in der Verwaltung vorgestellt, wir haben Arbeitsprozesse optimiert und die interne Digitalisierung vorangetrieben. Das erleichtert die Arbeit meiner Mitarbeiter und kommt letztlich den Bürgern zu Gute. Natürlich kenne ich die politische Arbeit, aber als Bürgermeister habe ich ja quasi die Seiten gewecheselt - ich stehe vor und hinter meinen rund 900 Mitarbeitern und habe für diese immer ein offenes Ohr.

Hat das Ihre Arbeit als Bürgemeister vereinfacht?

Enorm - Kommunikation und Transparenz sind mir nach wie vor sehr wichtig - für meine Mitarbeiter aber auch für die Willicher Bürger. Zufriedene Mitarbeiter bedeutet auch zufriedene Bürger.

Sie zeigen vor allem digital viel Präsenz. Ist das eine neue Art des Bürgerdialogs?

Ich würde eher sagen es ist eine weitere Alternative. Seit Beginn meiner Amtszeit haben wir 6300 Anfragen über die sozialen Netzwerke erhalten, beantwortet und geholfen wo es geht. Jüngstes Beispiel ist der Bürgerdialog in Sachen Abfallentsorgung. Da bin ich sowohl digital mit den Menschen im Gespräch als auch vor Ort auf der Straße.

Sie haben auf Ihrer Homepage einen 100-Tage-Plan erstellt. Ein Ampelsystem zeigt an, was geschafft wurde, was in Planung und was noch offen ist. Was von all diesen Punkten hat denn Ihre höchste Priorität?

Ganz klar der Wohnungsbau. Das betrifft alle Bevölkerungsschichten und auch alle Stadtteile von Willich. Ich habe in den letzten Wochen 220 Anfragen von Menschen gehabt, die in Willich wohnen möchten, hier Wohnungen oder Baugrund suchen. Dem müssen wir nachkommen.

Wie wollen Sie das schaffen?

Nun, es gibt zahlreiche Projekte, die jetzt zügig angegangen werden müssen - beispielsweise die Katharinenhöfe oder die Klimasiedlung, um nur einige zu nennen. Bezüglich der Katharinenhöfe sind wir im engen Austausch mit dem Investor. Nach Ostern soll dort das Bauschild angebracht werden, den Spatenstich visieren wir für Januar 2022 an.

Weitere Projekte, die Sie voran treiben möchten?

Ganz wichtig ist für Willich auch das Thema Mobilität und Infrastruktur. Dazu gehört nicht nur der Ausbau der Straße, die Anschlussstelle an der A 44 zu Münchheide V oder der Ausbau der S28, sondern auch der Ausbau der Glasfaser. Viele Menschen sind im Homeoffice und die Pandemie hat gezeigt, dass sich Arbeitsbedigungen und Arbeitsumfeld komplett geändert haben. Grundsätzlich haben wir für Willich den Masterplan Mobilität - und den gilt es umzusetzen.

In Zeiten der Pandemie eine besonderen Herausforderung!

In der Tat. Viele Sitzungen finden nicht statt - darum fehlen eben auch viele politische Entscheidungen, um Dinge in Gang zu bringen. Das bedeutet aber nicht, dass wir im Hintergrund nicht daran arbeiten. Mir ist auch wichtig, dass ich viele Dinge nicht alleine schaffen kann, sondern für jede Aufgabe ein Team dabei ist, mit dem wir gemeinsam Dinge umsetzen.

Die Willicher Bürger werden Sie sicherlich an ihrer 100-Tage-Agenda messen und weiter beobachten.

Das sollen sie auch - dafür ist ja auch diese Agenda da. Bei Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung. Als erster Bürger dieser Stadt habe ich Verantwortung für 50.0000 Bürger. Und das ist mir sehr wohl bewusst.