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Die Neersener Schützen haben ihre Generalversammlung gehalten.

Generalversammlung in Neersen : Dreiergespann an der Spitze

Die Neersener St. Sebastianus-Bruderschaft von 1802 wird jetzt von einem Dreigespann angeführt.

 Als neuer Präsident steht der 45 Jahre alte Spezialfondsmanager Andre Schäfer mit einer Zustimmung von fast 70 Prozent formal an der Spitze der Schützen. Eine ebenfalls beschlossene Satzungsänderung stellte aber zugleich die Weichen dafür, dass die beiden Brudermeister Alexander Schaath (45) und Jan Hellwig (45) mit dem Präsidenten gleichberechtigt und als Team die die Leitung der Bruderschaft übernehmen.

Alle drei haben in den letzten Jahrzehnten bereits auf verschiedenen Posten Erfahrungen für ihre Aufgabe sammeln können und schon vor Corona ihre Idee vorgestellt und zuletzt sogar mit einem Flyer an alle Mitglieder dafür geworben. Gleichwohl differieren die Amtszeiten zunächst, da der Präsident stets für vier Jahre gewählt wird, der Erste Brudermeister Alexander Schaath bereits eineinhalb Jahre im Amt ist und damit bereits auf der nächsten Generalversammlung zur Wiederwahl ansteht, währen der Zweite Brudermeister Jan Hellwig für volle zwei Jahre angetreten ist.

Zuvor ließ Dr. Robert Brintrup die 16 Jahre seiner Präsidentschaft Revue passieren und betonte, dass gerade die Monate der Pandemie eine lebendige Bruderschaft gesehen hatten. So stand neben der Mitgliederbetreuung auch die Unterstützung karitativer Zwecke in Neersen  im Fokus und einige Zeit lang war der Wahlefeldsaal der Bruderschaft auch Impfzentrum.

Zuletzt war es auch gelungen die schwierige Situation bezüglich der Saalnutzung in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen und das Bruderhaus zu einer modernen Veranstaltungsfläche zu machen. Auch der Erhalt des Festplatzes im Ortskern gehört zu den Erfolgen. Das Wirken der Bruderschaft auch in schwierigen Zeiten schlug sich in immerhin 18 Neuaufnahmen nieder. Was die Dauer seiner Amtszeit betrifft konnte sich der langjährige Kommunalpolitiker in eine Riege mit Angela Merkel und Helmut Kohl einreihen. Im Gegensatz zu seinen Parteifreunden zeigte Brintrup aber, dass er auch nach 16 Jahren an der Spitze noch Wahlen gewinnen kann. Als Pressewart und Archivar wird er den Bruderschaftsvorstand weiterhin aus der zweiten Reihe unterstützen und setzte sich in einer Stichwahl gegen Melanie Schaath durch.

Auch im traditionell starken Jugendbereich hatten sich kürzlich Veränderungen ergeben. Die langjährigen Junschützenmeisterinnen Anja Nestvogel und Sabine Strombach legten ihre Verantwortung nach 16 Jahren in die Hände des selbst herangezogenen Nachwuchses. Carolin Brintrup und Vivien Germann wurden einmütig als Nachfolgerinnen gewählt und im Rahmen der Generalversammlung von der Bruderschaft bestätigt.

Sie freuen sich, mit nachlassender Pandemie endlich die Jugendarbeit wieder aufleben zu lassen, ebenso wie Schießmeisterin Birgit Wagner-Zohren. Insgesamt ist damit der Neersener Bruderschaft ein umfangreicher Generationswechsel gelungen.