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Justizvollzugsbeamtinne besuchen Schloss Neersen

Bürgermeister in Handschellen : Fesselnde Gespräche und abgeführt

Besuch aus dem Knast - so ähnlich war es am Donnerstag dieser Woche, als Justizvollzugsbeamtinnen den Bürgermeister im Schloss aufsuchten - und abführten (fürs Foto, wohlgemerkt).

Das Gespräch war informativ dicht und absolut fesselnd, was aber absolut nichts mit den hinterher - nur fürs plakative Pressefoto - angelegten Handschellen zu tun hatte: Bürgermeister Christian Pakusch hatte am Donnerstag Besuch einer kleinen Delegation von Justizbeamtinnen des Frauenhauses der Justizvollzuganstalt (JVA) Anrath bekommen.

Michaela Voßhagen - die noch relativ „frische“ Leiterin der JVA für Frauen in Willich (Pakusch hatte die studierte Diplom-Psychologin schon bei ihrer Amtseinführung im November kennengelernt) – hatte neben Verwaltungsleiterin Anne Waldmann auch einige weitere Kolleginnen aus dem Vollzugsdienst zum Gespräch mitgebracht, bei dem es vor allem darum ging, sich näher kennenzulernen. Denn Pakusch ist an einem guten Kontakt zur JVA in Anrath, unter anderem einer der größten Arbeitgeber vor Ort, gelegen: „Wenn es denn Berührungspunkte oder zu klärende Fragen zwischen Stadt und JVA gibt, kann man dann den persönlichen Kontakt nutzen, um auf dem kurzen Dienstweg so manches zu klären und abzuräumen.“

So wurden denn eine Menge Infos über den Arbeitsbereich des jeweiligen Gegenübers ausgetauscht, Wissenslücken gestopft, Vorstellungen gerade gerückt - und unter anderem wurde dabei auch deutlich, dass der öffentliche Dienst hier wieder ein guter, sicherer Arbeitgeber ist.

Ein passendes Geburtstagsgeschenk (Pakusch hatte am Mittwoch seinen 40. gefeiert), gestaltet in der hauseigenen Werkstatt, hatten die Damen ebenfalls mitgebracht: eine „30&10-Kombi“ auf willichwappengeprägtem Holzbrett, standesgemäß von einer Justizente bewacht – der Bürgermeister war sehr angetan. Und versprach außerdem, in naher Zukunft ein Tagespraktikum in der JVA abzuleisten, um weiteren Einblick in den alltäglichen Tagesablauf der Anstalt zu bekommen. Pakusch machte lächelnd klar, dass er fest darauf vertraue, hinterher wieder zurück ins Schloss zu dürfen, machte aber auch ernsthaft klar, dass er auf das „konkrete Kennenlernen des Vollzugsalltags sehr gespannt“ sei.