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JVA und Anwohner weiterhin auf Konfrontation.

Ärger wegen Ausbau der JVA : Die Nerven liegen blank

Die Unzufriedenheit bei den Anwohnern an der Klein-Kollenburg-Straße gegenüber dem Neubau der JVA ist in den letzten Wochen stark gestiegen. Zwar gab es vor einigen Wochen eine öffentliche Bürgerrunde mit der BLB, doch für die Anwohner mangelt es weiterhin an Kommunikation und Transparenz bezüglich der Bauarbeiten der JVA.

Von besinnlicher oder vorweihnachtlicher Ruhe können die Anwohner an der Klein-Kollenburg-Straße aktuell nur träumen. In vollem Gange sind die Arbeiten der JVA - und die werden sich noch verschärfen, wenn im Januar mit dem zweiten Bauabschnitt für das Hafthaus II begonnen wird.

Erst im September gab es auf Einladung des Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) in Münster eine Bürgerrunde mit dem BLB, Bürgermeister Christian Pakusch und knapp 40 Anwohnern. „Dort wurde viel gesagt und auch vieles zugesagt“, so einer der Anwohner und weiter „... nur gehalten wurde bisher wenig“. Und so sind die Anwohner frustriert, genervt, sprechen gar von „Hinhalte-Taktiken“.

„Uns wurde mehr Transparenz versprochen, direkte Kommunikation - doch davon sehen wir nichts“, sagen sie. Fakt ist: Auf der Klein-Kollenburg-Straße reihen sich die Lkw hintereinander, zwar wirkt hier das Halteverbot für Zulieferer und Handwerker „... doch die blockieren nun die Prinz-Ferdinand-Straße.“

„Bürgermeister Christian Pakusch hatte uns versprochen, sich darum zu kümmern“, erinnert sich eine Anwohnerin. Doch angebliche Konsequenzen für Falschparker würden auf sich warten lassen.

Auch den geplante Bau einer Zufahrt parallel zur Klein-Kollenburg-Straße sehen die Anwohner kritisch. „Tatsächlich aber können die Lkw  nirgendwo wirklich wenden. Nur am Ende der Gartenstraße gibt es eine Wendefläche, doch bei der Größe der Lkw wird das wieder ein Chaos“, wissen die Anwohner. Vor allem aber würden sie gerne informiert werden über die Abläufe, ernst genommen werden in ihren Beschwerden - und daran scheint es wohl zu mangeln.

Das jedoch sieht der BLB ganz anders. „Seit der Anwohnerveranstaltung gestaltet der BLB NRW die Kommunikation mit der Nachbarschaft proaktiv und informiert bei Bedarf in einem Newsletter über die jeweils nächsten Bauschritte und  Maßnahmen“, heißt vom BLB auf Nachfrage des Extra-Tipps. Tatsächlich hätte es sogar am 11. Oktober einen ersten Newsletter gegeben.

„Anfragen aus der Nachbarschaft beantworten wir kurzfristig und setzen, wenn möglich, entsprechend Maßnahmen zeitnah um. Einige Anregungen der Anwohner beziehen sich auf ordnungs- oder polizeirechtliche Maßnahmen, die nur von den entsprechenden Behörden durchgeführt und angeordnet werden können. Der BLB NRW steht mit den zuständigen Stellen im Austausch“, heißt es weiter.

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Damit spielt der BLB den Ball an die Stadt Willich weiter, respektive an den Bürgermeister. Er zeigt Verständnis für die Sorgen der Anwohner und erinnert sich auch seine Zusagen. „Ich war bereits mehrfach vor Ort und der Ärger der Anwohner ist durchaus berechtigt. Das Halteverbot ist auf Wunsch der Anwohner eingerichtet worden, wir als Stadt haben da entsprechend reagiert.“

Seiner Aussage nach würde dort auch regelmäßig kontrolliert werden. Immerhin hätten sich bereits auch Handwerker bei der Stadt beschwert, sie wüssten nicht wo sie noch parken sollen und „...drei Mal die Woche ein Knöllchen“ würde auch nicht funktionieren. „Das bestätigt nur, dass von Seiten der Stadt dort viel Aktivität ist. Leider  sind aber auch unsere Kapazitäten der Kontrolle nur begrenzt. Tatsächlich werde ich mich aber auch nochmals informieren, wie denn der aktuelle Status ist“, so Pakusch weiter. Er könne durchaus verstehen, dass die Nerven der Anwohner blank liegen, vor allem mit Hinblick auf den zweiten Bauabschnitt im nächsten Jahr. „Ich werde dies aber zum Anlass nehmen, den BLB anzuschreiben und deutlich zu machen, dass das, was der BLB versprochen hat - und es war eine ganze Menge - auch tatsächlich umgesetzt wird, damit die Anwohner nicht nur Ruhe, sondern auch eine Perspektive haben“, erklärt der Bürgermeister weiter.

Der BLB hingegen bestätigt nochmals seine Zusagen vom September „...dazu gehört unter anderem eine Reinigungsanlage für Lkw-Reifen und die Einrichtung einer Baustraße. Beide Maßnahmen sind für den kommenden Bauabschnitt geplant. Um die Straßen schon jetzt möglichst sauber zu halten, hat der BLB NRW eine tägliche feuchte Reinigung im Bereich der Klein-Kollenburg- sowie der Karl-Lange-Straße veranlasst. Zum 2. Bauabschnitt wird auf dem Gelände der JVA Willich I eine Baustraße parallel zur Klein-Kollenburg-Straße angelegt, um Letztere zu entlasten.“