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: Schutzmaßnahmen über 2021 hinaus

: Schutzmaßnahmen über 2021 hinaus

Die Corona-Pandemie hatte und hat große Auswirkungen auf das Land. Vor allem aber auch Krankenhäuser und Praxen mussten mit besonderer Vorsicht umgehen.

Was machen Menschen zu Zeiten der Corona-Krise, wenn Sie zum Arzt müssen, wenn sie krank sind oder krank werden? Wir sprachen mit Dr. med. Harald Mühmer, Facharzt für Innere Medizin, aus Anrath über dieses Problem.

Herr Doktor Mühmer, wie muss man sich den Alltag in der Praxis in diesen Zeiten vorstellen?

Schon seit Anfang März tragen mein Praxisteam und ich im Patientenkontakt einen hochwertigen Mund-Nasenschutz. Meine Patienten bekamen Masken für den Aufenthalt in den Praxisräumen zur Verfügung gestellt, lange vor der Anordnung durch den Gesundheitsminister, denn die Gesundheit unserer Patienten ist uns sehr wichtig. Die Mindestabstände im Anmelde- und Wartebereich sind natürlich gewährleistet.

Auf welche Änderungen müssen sich Patienten einstellen?

Auf nicht absehbare Zeit muss gewährleistet sein, dass sich nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern gleichzeitig in Räumen aufhält. Hier sind Praxen mit einem gut funktionierenden Terminsystem und großzügigen Räumlichkeiten eindeutig im Vorteil.

Gleichzeitig muss eine ständige Quer- und Entlüftung gewährleistet sein. Als ganz besonderen sicherheitsrelevanten Vorteil verfügt meine Praxis über einen Behandlungsraum mit einem eigenen Eingang. Dies verhindert jeglichen Kontakt von Infektpatienten mit anderen Besuchern.

In diesem Zusammenhang bitte ich alle Patienten, die über Beschwerden der Atemwege, aus dem Magendarmbereich, Gliederschmerzen etc. klagen, aber auch beschwerdefreie Personen mit Kontakt zu Coronainfizierten, uns hierüber telefonisch vorab zu informieren.

Wie können Sie die Patientenzahl steuern?

Neben den zeitaufwendigeren Terminen reserviert unser Praxissystem täglich zahlreiche Kurztermine für akute Erkrankungen (beispielsweise wie Ischias, Verletzungen, Infekte etc.). Grundsätzlich muss geklingelt werden, um Einlass zu erhalten. Notfälle, wie akute Herzschmerzen, Koliken werden sofort untersucht und behandelt. Zur Rezeptbestellung bieten wir die Nutzung unseres Anrufbeantworters unter 911938. Da in Coronazeiten das Telefon häufig klingelt, wird dadurch das Personal entlastet und der Zeitaufwand für Patienten in der Praxis reduziert.

Viele Maßnahmen wurden in NRW gelockert- wirken sich diese auf den Praxisalltag aus?

Viele Patienten haben wichtige Kontroll- oder Vorsorgetermine verschoben. Dies ändert sich gerade. Es besteht jedoch weiterhin die Gefahr, dass Beschwerden aus Angst, sich mit Covid-19 in medizinischen Einrichtungen zu infizieren, zu lange missachtet werden. Diese Angst ist irrational und gefährlich (Gefahr droht eher bei privaten Kontakten, beim Einkaufen, etc.). So melden die kardiologischen Abteilungen in Deutschland weniger Aufnahmen wegen akuter Herzbeschwerden und Herzinfarkten gegenüber den Vorjahren. Dies bedeutet, diese Patienten sind unter Lebensgefahr zu Hause geblieben. Gleiches gilt wahrscheinlich auch für andere schwere und chronische Erkrankungen.

Glauben Sie, dass durch diese Pandemie sich zukünftig das Verhalten und die Arbeitsweise in Praxen generell ändern wird?

Die zur Zeit getroffenen Schutzmaßnahmen in den Praxen werden wahrscheinlich über 2021(in Abhängigkeit eines Impfstoffes) hinaus erforderlich sein. Überfüllte Wartezimmer werden bei unseren Patienten sicher auch in Zukunft Unbehagen auslösen. Insofern wird ein gut funktionierendes Terminmanagement auch in Zukunft für die Patientensicherheit wichtig bleiben.