: „Denkwürdig“ in Willich

Noch mehr Kunst in Willich. Nach dem „Denk mal“-Projekt von Beate Krempe im Sommer hat sie jetzt gemeinsam mit Partnern ein weiteres Projekt in Willich installiert: „Denkwürdig“.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“, heißt es in Artikel eins des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Nicht nur dieser erste Artikel, sondern vor allem auch die positive Resonanz ihres „Denk mal“-Projektes aus dem Sommer (hier installierte sie ein begehbares Gehirn auf dem Kaiserplatz) veranlasste die Künstlerin Beate Krempe zu einem neuen bzw. Nachfolgeprojekt mit dem Titel „Denkwürdig“.

„Ich glaube das Projekt ist ganz nah am Puls der Zeit. Es soll Mut machen, dass zutiefst Menschliche in uns zu beleben. Es soll die Gesellschaft einladen, ermutigen und inspirieren, in Würde zu leben und zu handeln“, bringt es Beate Krempe auf den Punkt, die das Projekt mit dem Künstler Waleed Ibrahim auf den Weg gebracht hat. Unterstützt wird sie dabei von der Evangelischen Emmaus Gemeinde und der Robert-Schuman-Europaschule. Gefördert wird das Projekt vom „Bundesprogramm Demokratie leben“.

„Würde, ein Thema, das jeden Menschen betrifft, unabhängig von Alter, Geschlecht und Hautfarbe. Im Projekt ’Denkwürdig’ sollen die Generationen eines Jahrhunderts ins Gespräch kommen und gemeinsam erzählen und verstehen, was sie erlebt haben und was sie als Menschen verbindet“, erklärt die Künstlerin das Ziel des Projektes.

Die Schüler der Robert Schuman Europaschule und die Gemeindemitglieder der Emmaus Gemeinde in Willich werden je zehn Lebensabschnitte bearbeiten. In Form von Text, Bild und weiteren kreativen Ausdrucksformen wird eine öffentliche Installation ein Jahrhundert mit seinen Themen darstellen.

Der Auftakt zum neuen Projekt wurde mit einem Vortrag von Pfarrer Rolf Klein letzte Woche gestartet. „Mitarbeiten am Projekt kann jeder“, so die Künstlerin. Auch ein erster Prototyp ist bereits erstellt. In Gitteraufstellern sollen die Themen behandelt werden. „Es werden insgesamt zehn Gitteraufsteller gestaltet und im Dezember in Willich im öffentlichen Raum präsentiert“, so Beate Krempe weiter. Die Konfirmanden der der Emmaus-Kirchengemeinde werden sich künstlerisch am Dienstag, 19. November im Atelier „Art 101 Gallery“ von Krempe und Ibrahim aktiv mit dem Thema auseinander setzen. Dazu bieten die Veranstalter am Montag, 18. November, von 15 bis 17.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus an der Krusestraße 20 in Willich einen Workshop für Interessierte an.

„Menschen haben Würde. Immer. Ohne Voraussetzung. Es ist egal, welche Religion wir haben, aus welchem Land wir kommen, ob wir Frauen oder Männer sind oder wie alt wir sind“, bringt es Beate Krempe auf den Punkt.