: Winkels will „Willich 2040“

Wohnungskrise, Verkehrskollaps, Ärztemangel: in der Stadt Willich wird immer wieder über diese Themen intensiv diskutiert, aber nicht gehandelt.

„Das muss sich ändern“, sagt Dietmar Winkels, SPD-Bürgermeisterkandidat und fordert eine neue, transparente und für alle zugängliche Politik in Willich.

Bislang reagieren Politik und Verwaltung lediglich auf die Symptome der jahrzehntelangen Planlosigkeit und Globalisierung, die auch nicht vor den Grenzen der Stadt Willich haltmacht, wie beispielsweise die Eurokrise ab 2008. Zwar hat die Stadt Willich eine gewisse Flexibilität gezeigt, um auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren zu können und es gibt auch verschiedene Masterpläne für die unterschiedlichen Lebensbereiche, jedoch kein übergeordnetes Konzept. Um ein solches Konzept auszuarbeiten, möchte Winkels möglichst viele Akteure miteinbeziehen. „Lösungen dürfen nicht aus taktischen Gründen blockiert oder an persönlichen Befindlichkeiten scheitern. Als Bürgermeister werde ich deshalb die Bürgerinnen und Bürger, Vertreter aus Vereinen, Organisationen und die Fraktionen im Stadtrat an einen Tisch holen und gemeinsam darüber beraten, wie wir in Willich im Jahre 2040 leben wollen“, erklärt Winkels.

Konkret zählt Winkels zu einem möglichen Konzept „Willich 2040“ auch die Frage, ob die Stadt Willich ihre örtlichen Strukturen behalten soll oder ob die Lücken zwischen den einzelnen Stadtteilen in den nächsten Jahren mit Wohngebieten und die vom demografischen Wandel unabhängigen Gewerbeflächen geschlossen werden sollen. „Unsere Stadt kann und wird nicht ewig wachsen.“ Die seit Jahren bekannten Probleme wie Wohnungsnot, verstopfte Straßen und seit einiger Zeit der grassierende Ärztemangel werden zwar punktuell angegangen, benötigen aber umfängliche Lösungen die auf „breiten Schultern“ aller Beteiligten stehen.

Winkels und die SPD bieten hierzu konkrete Lösungen an: Die Wohnungskrise soll durch die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft überwunden werden. Zudem soll auch der genossenschaftliche Wohnungsbau in den Vordergrund rücken. Um die Stadt vor dem Verkehrskollaps zu retten, wollen die Sozialdemokraten z. B. Schiefbahn durch den Bau der Nordumgehung entlasten und Willich durch gezielte Maßnahmen zur fahrradfreundlichsten Stadt in Deutschland machen. Neue Ärzte sollen durch ein für sie mietfreies und voll ausgestattetes Ärztehaus in die Stadt geholt werden. Bedingung: Die Ärzte müssen sich zu einer Nutzungsdauer von mindestens 15 Jahren verpflichten. „Diese und andere Lösungen werden wir nur gemeinsam umsetzen können und deshalb brauchen wir das Konzept „Willich 2040“.

Um über die Zukunft der Stadt angemessen beraten und beschließen zu können, fordern Winkels und die SPD zudem die regelmäßige Fortschreibung des sogenannten Sozialatlas, der ein wichtiger Indikator für die gesellschaftliche, sozialökonomische und demografische Situation in Willich ist und zuletzt vor zehn Jahren erschien. Der Sozialatlas dient als Planungsgrundlage für die weitere Entwicklung der Stadt als Wohn- und Arbeitsort für die Mitbürger. „Auf Basis des Sozialatlas können alle politischen Akteure kompetent entsprechende Entscheidungen für unsere Stadt treffen“, erklärt Parteivorsitzender Lukas Maaßen. Die Verwaltung hatte nach einem Antrag der SPD-Fraktion eine Vorlage zu diesem Thema erarbeitet, die aber in den zuständigen Gremien keine eindeutige Zustimmung fand und zur nächsten Haupt- und Finanzausschusssitzung am 31. März wieder vorgestellt wird.