: Zeit in alten Dingen

Malerei, Collagen, Objekte und Installationen von Margarete Schopen-Richter sind vom 17. November an (und dann bis zum 8. Dezember) in der Galerie Schloss Neersen zu sehen.

Zukunft braucht Erinnerung – und diese steckt, wie die Zeit selbst, in alten Dingen. Ein Satz, der nicht zufällig über den Arbeiten der Künstlerin steht: Schopen-Richter, aufgewachsen auf einem Hof, der über viele Generationen in Familienbesitz war, aber schließlich dem Braunkohletagebau zum Opfer fiel, sammelt mit Bedacht alles, was diesen Ort und die Menschen, die dort lebten, in der Erinnerung lebendig hält.

Aus diesem Konvolut an ausgedienten Alltagsgegenständen und Baumaterialien wie Farbe, Möbeln, Tapeten, Fußbodenbelägen und Fliesen schöpft sie ihre Malereien, Objekte, Installationen und Assemblagen, in denen sie ihrer eigenen Herkunft und Vergangenheit nachspürt. Was entsteht, ist zwar aus einer sehr intimen Auseinandersetzung mit der eigenen Familie aus der Nachkriegsgeneration erwachsen – aber die atmosphärischen Arbeiten bieten jedem Betrachter Anreiz, auch über die eigene Verwurzelung nachzusinnen und gleichzeitig die Zukunft als das zu begreifen, was diese Vergangenheit fortführt.
Zur Künstlerin: 1951 in Immerath im Kreis Heinsberg geboren und aufgewachsen in Otzenrath NRW / Seit1975 Diplomsozialarbeiterin / 1975–1991 Berufstätigkeit und Familiengründung / 1995 –1996 Ausbildung Sozialtherapie Kunst und Gestaltung / 2008–2014 Kunsterzieherin an Förderschule Lernen und Sprache / Seit 1997 tätig als freie Künstlerin in Grevenbroich.
Bei der Vernissage in der Galerie Schloss Neersen am Sonntag, 17. November, um 11 Uhr führt Kunsthistorikerin Jutta Saum nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Josef Heyes ins Oeuvre der Künstlerin ein. Öffnungszeiten danach bis zum 8. Dezember: montags bis freitags, 17 bis 19 Uhr, samstags, sonntags und feiertags, von 11 bis 17 Uhr.

Mehr von Meine Woche