: Brauhaus ist jetzt Bibliothek

Das alte Brauhaus an der Hochstraße 30 ist wieder ein Ort der Begegnung. Rund 30 Jahre nach Schließung der Traditionsgaststätte ist am Freitag in dem historischen Gebäude die neue Willicher Stadtbibliothek eröffnet worden, zu der auch ein kleines Bistro gehört.

In seiner Eröffnungsrede ließ Bürgermeister Josef Heyes kurz die Geschichte des Hauses Revue passieren. 1633, mitten im 30-jährigen Krieg, wurde der Familie Stammen das Braurecht verliehen. Bis 1919 wurde Bier gebraut und auch ausgeschenkt. 1918 wurde das Braukontingent an an die Hannenbrauerei verkauft, die Gaststätte wurde von der Familie Stammen/Tillmanns aber noch lange Jahre weitergeführt.

Auf der Suche nach einem neuen Standort für die Stadtbibliothek, die zuletzt im St.-Bernhard-Komplex im Dornröschenschlaf (zehn Besucher pro Tag) lag, wurde die Stadt schließlich bei Irmgard Tillmanns fündig. Die Grundstückgesellschaft (GSG) der Stadt Willich, deren Geschäftsführer Kämmerer Willy Kerbusch ist, kaufte daraufhin das alte Brauhaus und ließ das Gebäude für rund 350000 Euro kernsanieren. Um das Gebäude als Bibliothek nutzen zu können, hat die Stadt das Erdgeschoss des Gebäudes zunächst für die nächsten zehn Jahre von der GSG gepachtet.

Auf rund 300 Quadratmetern stehen hier rund 11000 Medien – Bücher, Zeitschriften, DVDs und Hörbücher – zur Ausleihe oder zum Lesen direkt vor Ort bereit. Dank eines Lifts im Eingangsbereich, der die wenigen Stufen überbrückt, ist die neue Bibliothek barrierefrei. In den Bistrobereich wurde eine alte Theke des Brauhauses eingebunden. Zudem verfügt die neue Bücherei sowohl über einen schönen Innenhof als auch über einen kleinen Versammlungsraum, der durch Glasscheiben von den übrigen Räumen abgetrennt ist.

Kulturdezernentin Brigitte Schwerdtfeger betonte, dass die Lesekultur auch im digitalen Zeitalter immer noch sehr wichtig sei. Der Medienbestand sei etwas ausgedünnt worden, um eine bessere Aufenthaltsqualität zu schaffen. Aufgrund der Kürze der Zeit (die Sanierung dauerte nur ein halbes Jahr) habe man zunächst die alten Möbel übernommen. Die neue Einrichtung würde noch 2020 kommen.

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