Viersen kämpft um sein „Kind“

Viersen kämpft um sein „Kind“

Der Kampf um die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann ist nach wie vor offen. Die Übernahme durch Edeka steht auf der Kippe. Davon betroffen auch die Filialen in Viersen. Die Stadt Viersen aber kämpft um „sein Kind“.

In spätestens zwei Wochen soll eine Entscheidung stehen.

Der alte Kommerzienrat würde sich im Grabe herumdrehen, würde er mitbekommen, was mit seinem Lebenswerk geschieht. Die Zerschlagungspläne für Kaiser’s Tengelmann sind nach dem Krisengespräch des Aufsichtsrats und einer großen Runde mit möglichen Kaufinteressenten zur Zukunft der Supermarktkette zunächst gestoppt worden. Das teilte Tengelmann-Eigentümer Haub mit. Haub setzte zugleich eine letzte Frist von zwei Wochen.

Der Tengelmann-Eigentümer kündigte allerdings zugleich an, er wolle dem „Runden Tisch“ mit den Konkurrenten Edeka und Rewe sowie der Gewerkschaft Verdi zwei Wochen Zeit geben, eine Lösung zu finden. „Ich bin dankbar, dass der Runde Tisch zustande gekommen ist und hoffe, dass noch eine Lösung im Sinne unserer Mitarbeiter gefunden werden kann“, sagte Haub.

Kaiser’s wurde 1881 in Viersen gegründet und entwickelte sich kontinuierlich zu einem bundesweiten Filialunternehmen. 1971 erfolgte die Fusion mit der Tengelmann Unternehmensgruppe. In den Folgejahren wurde der Einfluss „aus Mülheim“ immer stärker und führte zur Zusammenlegung der Verwaltungsstellen nach Mülheim. Schon da war Viersen Geschichte. Jetzt aber heißt es für die Verwaltung: „Kampf um die letzten Pflänzchen eines alten Viersener Unternehmens“ und Kampf zur Erhaltung von Arbeitsplätzen. Davon betroffen sind auch so exquisite Standorte und ehemals Vorzeigeobjekte wie die Ernst-Moritz-Arndt-Straße oder im Löhcenter. Beides versucht Viersens Wirtschaftsförderung mit viel Einsatz und Gesprächen positiv zu gestalten. Allerdings ist auch abzusehen, dass dies bei einem Unternehmensverlust von 90 Millionen Euro alleine im Jahr 2016 ein äußerst schwieriges Unterfangen ist.

Mit großer Verwunderung und Erschütterung reagierten Nettetals Bürgermeister Christian Wagner sowie die Vorsitzenden der im Nettetaler Stadtrat vertretenen Fraktionen auf eine mögliche Schließung des Kaiser’s-Filiale in Nettetal-Schaag. In einem gemeinsamen Schreiben, dass dem Vorstand der Kaiser’s Tengelmann GmbH vorgelegt wurde, heißt es, dass die betroffene Filiale die integrale Versorgungsfunktionen nicht nur für Schaag, sondern auch die angrenzenden Stadtteile Breyell sowie Viersen-Boisheim und Teile Brüggen-Brachts sowie Schwalmtals als einziger Vollversorger im Lebensmittelbereich darstellt. Eine Schließung der Filiale begegnet neben den Fragen der Daseinsvorsorge auch betriebswirtschaftlichen Bedenken, da die hervorragende infrastrukturelle Lage und die vor wenigen Jahren erfolgte Verdopplung der Filialgröße als geeignete Grundlage für eine langfristige Standortsicherung erscheinen.

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Irritiert und befremdet zeigen sich die Unterzeichner des Briefes auch darüber, dass sie die Informationen über eine mögliche Schließung nach jahrelanger vertrauensvoller Zusammenarbeit der Presse entnehmen mussten.

Abschließend bitten Bürgermeister Wagner und die Fraktionsvorsitzenden darum, keine übereilten Entscheidungen zu treffen und luden neben einem persönlichen Gespräch auch zu einem Vor-Ort-Termin ein, um von der Zukunftsfähigkeit des Standortes zu überzeugen.

(Report Anzeigenblatt)