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Zoe Coers (Osterath) segelt bei Jugend-Segelweltmeisterschaft im Oman.

Osteratherin segelte bei den Jugendweltmeisterschaften : Zwischen Wind und Wellen

An 120 Trainingstagen hat Zoe Coers im vergangenen Jahr insgesamt 370 Stunden auf dem Wasser verbracht. Die 17-Jährige aus Osterath ist seit zehn Jahren passionierte Seglerin. Diese Leidenschaft hat sie jetzt sogar bis in den Oman geführt.

Die Liebe zum Segeln wurde Zoe Coers quasi in die Wiege gelegt. Sowohl ihr Vater als auch ihre Onkel als auch der Großvater sind ­allesamt selbst begeisterte Segelsportler. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass auch Zoe schon früh vom Segelfieber gepackt wurde. Im Alter von acht Jahren nahm sie an ihrem ersten regionalen Wettkampf teil, mit neun bereits an der ersten internationalen Regatta auf dem italienischen Gardasee. Seitdem werden die Boote für die angehende Abiturientin immer größer, die Wettbewerbe renommierter.

Nach den Anfängen im Optimisten, der Jugendbootsklasse, wechselte Zoe Coers zunächst in den 29er und somit erstmals in ein Boot, das zu zweit gesegelt wird. Im vergangenen Herbst – kurz vor der Jugend-WM im Oman – tauschte sie den 29er dann gegen den Nacra15, einen Hochleistungskatamaran. Leonard Beyer, ein Hamburger Altersgenosse von Zoe, war auf der Suche nach einer Segelpartnerin und fragte die junge Osteratherin vom Segelklub Bayer Uerdingen nach einem gemeinsamen Trainingscamp im Sommer, ob sie mit ihm gemeinsam in dieser vorolympischen Jugendbootsklasse starten wolle. Natürlich fiel Zoe Coers die Entscheidung nicht schwer.

Die Herausforderung, das Boot mit den zwei Rümpfen, das in den höheren Wettbewerben übrigens ausschließlich von Mixed Teams gesegelt wird, zu fahren, war für die 17-Jährige eine besonders reizvolle Herausforderung. „Der Nacra15 hat eine höhere Geschwindigkeit als alle anderen Boote, die ich bisher gesegelt bin“, erzählt sie. „Man muss schneller reagieren und vorausschauender fahren. Und auch die Gefahr, mit anderen Booten zusammenzustoßen, ist viel größer.“ Am Ende meisterten Zoe Coers und ihr Steuermann die Aufgabe aber hervorragend. Bei den Nacra15 ­World Championships im November in Frankreich waren sie das beste deutsche Team und gehörten zudem auch zu den besten 30 Prozent. Das brachte dem Duo die Qualifikation für die Youth World Sailing Championships Oman 2021 ein.

Die Wettkämpfe an der Küste des Wüstenstaats fanden im Dezember statt und stellten für Zoe Coers den absoluten Höhepunkt ihrer bisherigen Seglerkarriere dar. 450 Teilnehmer aus 59 Nationen traten hier in elf unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander an. Der Deutsche Segler-Verband (DSV) war mit 13 Sportlern und drei Trainern vertreten. „Die Teilnehmer waren alle in einem Hotel mit angeschlossenem Dorf untergebracht. Es wurden einheitliche Boote vom Veranstalter gestellt. Das alles war schon sehr beeindruckend“, erzählt die junge Frau. Rein sportlich sei man nach den fünf Wettkampftagen mit Platz neun (von elf startenden Teams in der Nacra15-Klasse) zwar etwas hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben, allerdings sei die Teilnahme wirklich ein tolles Erlebnis gewesen. So richtig enttäuscht war Zoe Coers daher am Ende auch nicht. „Wir segeln ja erst seit kurzem zusammen. Außerdem hatte ich noch nicht so viel Erfahrung auf dem Boot, und beim Segeln geht es nun mal auch immer sehr viel um Erfahrung“, schätzt sie die Lage realistisch ein.

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Eigentlich hätte das Training für Zoe Coers, die jetzt in die Erwachsenen-Bootsklasse Nacra17 wechselt, zu Jahresbeginn schon weitergehen sollen, aber Corona machte hier mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Der ursprüngliche Plan, sich in Spanien auf die kommenden Wettbewerbe vorzubereiten, fiel infolge der derzeitigen Pandemie-Auswüchse ins Wasser. Das dürfte die ambitionierte Sportlerin, deren Fernziel die Olympischen Spiele 2018 in Los Angeles sind, aber nicht aus der Bahn werfen. „Ab Ostern ist das Wetter dann auch hierzulande sicher wieder so gut, dass man trainieren kann“, geht ihr Blick nach vorn.

Unterstützt wird Zoe bei ihre seglerischen Aktivitäten übrigens von ihren Eltern. Häufig haben Sylvia und Hendrik Coers ihre Tochter in der Vergangenheit zu Wettkämpfen oder zum Training gefahren – Wege, die oft recht weit sind, schließlich ist Zoes Haupttrainingsort Kiel, während es in den Wintermonaten häufig in den Süden Richtung Spanien geht. Lange Wochenenden und die Ferien sind für die 17-Jährige generell Segelzeit und auch darüber hinaus ist sie viel für ihren Sport unterwegs. Gut, dass da auch die Schule mitzieht und Zoe vom Unterricht freistellt, wenn mal wieder ein Wettbewerb ansteht.

Dass Zoe Coers sich so reinhängt für ihren Sport, ist für sie selbstverständlich. Zu groß ist einfach ihre Leidenschaft: „Die hohe Geschwindigkeit der Boote, das Gefühl von Freiheit auf dem Wasser mit Wind und Wellen sowie die Gemeinschaft und der Teamgeist, auch auf internationaler Ebene – all das macht das Segeln aus.“