1. Städte
  2. Mönchengladbach

Mönchengladbach hilft mit Sachspenden, Manpower, Geräten und Geld.

Anpacken fürs Katastrophengebiet : Gladbach hilft, und jede Spende zählt!

Wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, sind die Mönchengladbacher immer schnell am Start. Jetzt ist die Not in den Überschwemmungsgebieten groß und quasi direkt vor der Haustür – und Gladbach hilft mit Manpower, Geräten, Sachspenden, Geld...

Die Mönchengladbacher Landwirte sind dieser Tage für viele so etwas wie Helden. Thomas Waden hatte per WhatsApp seine Kollegen zusammengetrommelt und mit 45 Traktoren sind die Bauern in Euenheim bei Euskirchen im Katastrophengebiet im Einsatz. Seit dem 10. Juli pendeln sie jeden Morgen zu ihren Geräten und räumen auf – und ganz nebenbei muss zu Hause auch noch die Gerste rein geholt werden. „Ihr seid der Hammer! Ihr seid (...) angerückt um uns ein wenig die Verzweiflung zu nehmen“ und ein fettes „DAAAANKE MÖNCHENGLADBACH!!!“ hat jemand aus Euenheim gepostet.

In Mönchengladbach schießen derzeit die Hilfsprojekte wie Pilze aus dem Boden. Auch Corinna Brozi, Mitarbeiterin der Entsorgungsfirma Herzog, ist überwältigt von der Spendenbereitschaft. Montag und Dienstag wurden bei Herzog Sachspenden erst intern gesammelt und dann auch über die sozialen Medien von außerhalb. Corinna Brozi hat in den von Überschwemmung betroffenen Gemeinden im Raum Aachen rumtelefoniert, im Auftrag ihres Chefs, Thomas Herzog, gefragt, was wo gebraucht wird.

  • Als Folge des Starkregens wurde noch
    Flutkatastrophe : Helfen in der größten Not
  • Der Volksverein Mönchengladbach freut sich über
    Fahrräder und Elektrogroßgeräte : Volksverein sucht Spenden
  • Dietmar Bär, Klaus J. Behrendt und
    240 Tornister für Gladbacher Kinder : Tatort-Verein stiftet wieder Schulranzen an Kids

„Rund 12 bis 15 Tonnen sind in zwei Tagen zusammen gekommen“, schätzt Mitarbeiter Andreas Herzog, der die Aktion initiiert hat. Alles habe eine ordentliche Qualität, lobt er, niemand habe Müll oder Unrat abgegeben, wie man das anderorts schonmal höre. Mit firmeineigenen Lkw wurden Mitte der Woche Spielzeug, Kleidung, Hygienartikel und Lebensmittel in vorher vereinbarte Annahmestellen gebracht: Eine Tonne Getränke und 600 Kilo Babynahrung sowie verzehrfertige Lebensmittel zum Beipiel zur Waldschule nach Eschweiler, etwa 700 Kilo Tierfutter zum Tierheim nach Troisdorf und vier Tonnen Getränke und Lebensmittel haben sich freiwillige Helfer bei Herzog abgeholt und zum Einsatz mitgenommen. Herzog hatte auch die Getränkefirmen Oettinger und Refresco für Getränkespenden mit ins Boot holen können. „Wir müssen erstmal rausfinden, welche Bedarfe wo sind“, sagt Andreas Herzog, es sei auch nicht so einfach, Anlaufstellen zu finden.

Auch in Schelsen türmen sich die Spenden. „Zu sagen, die Menge der gesammelten Sachspenden hat die Erwartungen weit übertroffen, wäre die Untertreibung des Jahres, ja, wahrscheinlich des Jahrhunderts. Von wegen ‚ein Bulli mit Anhänger voll’“, sagt Stephan Zitzen, erster Brudermeister der St. Josef Schützenbruderschaft. Neben dem Pfarrsaal wurden das Jugendheim und zwischenzeitlich auch die Kirche zum Lager für Hilfsmittel umfunktioniert. Die Helfer stehen immer noch fassungslos vor dem Berg an Spenden, der für viele Menschen Hoffnung bedeuten wird. Der Verein hat alles gut kategorisiert und sortiert, so dass gezielt nach Bedarf Fahrzeuge gefüllt und die Annahmestellen beliefert werden können. Aktuell allerdings hätten die Annahmestellen darum gebeten, keine Sachspenden zu liefern, so Zitzen, weil erst einmal die Betroffenen mit den bereits gelieferten Hilfsmitteln versorgt werden müssten, die Annahmestellen vor Ort mehr als vollgefüllt seien und insbesondere Bekleidung erst dann in großen Mengen gebraucht werde, wenn die Betroffenen in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren könnten.

So wie in Schelsen und bei Herzog wird an vielen Ecken von Mönchengladbach gesammelt. In Venn, bei „Nordkurve aktiv“, bei der griechischen Gemeinde, den Zeugen Jehovas, dem Sozialverband... Borussia plant ein Benefizspiel, das Cafés Lax Legere auf der Wallstraße in Mönchengladbach veranstaltet am 1. August von 10 bis 18 Uhr einen Flohmarkt, von dem sämtliche Einnahmen an die Flutopfer gehen ... und, und und.

Neben all dem wird Geld gebraucht. So bitten unter anderem der Caritasverband Aachen um Spenden auf das Konto IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, Stichwort: CY00897 Fluthilfe Deutschland

und das DRK Aachen auf das Spendenkonto  IBAN: DE48 3905 0000 1073795831,

sowie das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe unter IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600, Stichwort: ZDF Hochwasser

Natürlich wird auch Manpower benötigt. Man kann mit dem Auto zum  Innovationspark Rheinland, Gemeinde Grafschaft, fahren (Einfahrt über A61, Ausfahrt über Grafschaft-Ringen) und sich dort mit einem privat organisierten Shuttle zwischen 7 und 12 Uhr zum Helfen ins Katastrophengebiet fahren lassen. Die Busse fahren ab 16.30 Uhr wieder zurück. Dazu Gummistiefel, Handschuhe und wenn möglich auch Eimer, Abzieher, Besen und Schaufel mitbringen. Und natürlich Verpflegung nicht vergessen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.