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Albert Pauly gibt Vorsitz beim Heimatverein an Beatrix Wolters ab​

Verein für Heimatpflege Viersen : Eine Ära endet nach über 40 Jahren

Nach 41 Jahren hat Dr. Albert Pauly nun zum letzten Mal als Vorsitzender durch die Jahreshauptversammlung des Vereins für Heimatpflege geführt. Mit einem Resümee verabschiedet sich Pauly und gibt den Staffelstab an Beatrix Wolters weiter.

. „Machen Sie es sich bequem, lehnen Sie sich zurück, wenn ich Ihnen die 40 Jahre schildern und mich nur bei den wichtigsten Mitstreitern bedanken möchte, brauchen Sie Geduld“, lädt Dr. Albert Pauly auf einen Rückblick ein. Über 40 Jahre lang hat er als Vorsitzender beim Verein für Heimatpflege Viersen die Geschicke erfolgreich und mit viel Herzblut geleitet. „Ich blicke mit einem kleinen bisschen Stolz, Wehmut und der einen oder anderen Träne zurück.“ Viele Persönlichkeiten habe er kennenlernen dürfen, daraus könne fast ein Buch werden.

1981 hat Albert Pauly den Vorsitz übernommen, damals mit zehn Veranstaltungen und 225 Mitgliedern, erinnert er sich. Mit 1245 Mitglieder sei der Verein, der 1956 gegründet wurde, heute einer der größten Heimat- und Geschichtsvereine. Rund 144 Publikationen sind bislang erschienen, davon 35 CDs zur Stadt- und Regionalgeschichte, Familiengeschichte und Kunst.

1989 initiierte Albert Pauly in seiner Funktion die Gründung der „Skulpturensammlung Viersen“ mit heute zehn Plastiken von internationaler Bedeutung. 2014 wurde der Viersener Salon gegründet, der bislang zu 14 Ausstellungen über 18.000 Besucher begrüßen konnte. „Und das bei beschränkten Öffnungszeiten. Hier ein Dank an unsere Kuratoren René Franken, Helge Drafz, Dr. Britta Spies und Dr. Alexander Grönert.“

Auch auf die Schriftenreihe „Viersen – Beiträge zu einer Stadt“ möchte Pauly hinweisen. „Der erste Band hatte 28 Seiten, der letzte Band 336 Seiten, der 49 Band über jüdisches Leben in Viersen wird im Herbst erscheinen.“ Nicht unerwähnt lassen möchte der langjährige Vorsitzende auch die Dokumentation „Der Süchtelner Erbenbusch, die Privatisierung“ von Fred Pollmanns und die Arbeit der Arbeitskreise z.B. Familienkunde- und Heimatforschung sowie Bildrecherche und -dokumentation. Albert Pauly: „Die Arbeitskreise sind bei ihrer Arbeit angewiesen auf das Kreisarchiv Viersen, das nach der Fusion, wie vertraglich vereinbart, ein ‘Bürgerarchiv‘ wie das frühere Stadtarchiv werden soll.“

Themen, die Pauly und den anderen Mitgliedern in all den Jahren am Herzen lagen, waren u.a. der Kampf um die Süchtelner Kaplaneien und die Erhaltung des Jugendstilbads, die Installierung einer hauptamtlichen Denkmalpflegerin/ eines hauptamtlichen Stadtarchivars sowie das Plädoyer gegen den Abriss von denkmalswerter Bausubstanz. „Für die Zukunft denke ich da an den Bismarckturm, der wieder zugänglich gemacht und die Aussichtsfunktion wiederhergestellt werden soll, und dass das Kaiser‘s Kaffee-Archiv von Mühlheim wieder nach Viersen geholt werden soll“, erklärt Pauly.

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Weitere Zukunftsthemen für den Verein: Wiederentdeckung der Freilichtbühne von 1924 auf den Süchtelner Höhen, die frisch installierte Kulturmeile Viersen sowie das Boden- und Baudenkmal Hammer Schanze, dessen Abriss schon verhindert wurde.

Das Jahresprogramm 2022 biete neben Vorträgen und Exkursionen auch wieder Mundart, einen Vorlesetag und eine Matinee. „Eine wichtige Aufgabe, damit die Mundart nicht in Vergessenheit gerät“, betont Albert Pauly. Außerdem sei der Förderverein „Skulpturensammlung Viersen“ ins Leben gerufen worden, ein neuer Verein allein fokussiert auf die Belange der Skulpturensammlung.

Nach 41 Jahren Vereinsvorsitz und leidenschaftlichem Engagement für die Geschichte Viersens möchte Albert Pauly seinen Dank an den ganzen Vorstand aussprechen, „insbesondere an Fred Pollmanns und meine Vizes Maria Franken und Marlies Brüse für ihre großartige Unterstützung“. „Und natürlich in erster Linie gilt der Dank meiner Frau Agnes, die mir nicht nur den Rücken freigehalten hat, sondern in vielen Fällen die treibende Kraft war, was Ideen, Stil, Geschmack und Kommunikation anbelangt“, schließt Pauly.