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Neue Ausstellung in der Stadtbücherei Nettetal

Neue Ausstellung : Kunst im Ort der Sprache

Leider noch ohne Besucher wurde jetzt die Ausstellung „Punkt, Punkt, Komma, Strichstärke“ in der Stadtbücherei Nettetal eröffnet. Besondere Werke, die Kunst, Sprache und Textiles verbinden, sind hier zu sehen.

Wenn in Nettetal Sprache und Textiles zusammenkommen, sind sie nicht weit: Das Textilmuseum Die Scheune in Hinsbeck und die Stadtbücherei. Das Trio komplett macht nun das Atelier Strichstärke der evangelischen Stiftung Hephata aus Mönchengladbach.

Gemeinsam haben sie die Ausstellung „Punkt, Punkt, Komma, Strichstärke“ auf die Beine gestellt, die jetzt in der Stadtbücherei gestartet ist und hoffentlich bald auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich ist. „Wir hoffen sehr, bald wieder öffnen zu können“, betont Bibliotheksleiter Ulrich Schmitter, „wir bemühen uns über ‚Click und Collect’ hinaus wahrgenommen zu werden.“ Dazu zähle auch, durch etwa Veranstaltungen wie virtuelle Lesungen im Gedächtnis der Menschen zu bleiben.

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Eigentlich war die Eröffnung der Ausstellung schon für den 19. März geplant. Man entschied sich, diese auf Ende April zu verschieben,  doch auch das hatte leider nicht den erhofften Effekt. „Ich hätte ihnen für die Ausstellung sehr eine große, feierliche Eröffnung gewünscht“, zeigt sich auch Bürgermeister Christian Küsters ein wenig betrübt, doch wie bei so vielem anderen auch in diesen „ungewöhnlichen Zeiten, gehen wir ungewöhnliche Wege und machen das beste draus“.

Für Susanne Ciernioch, Leiterin und Kuratorin des Textilmuseums Die Scheune ist dies bereits die zweite Kooperation mit dem Atelier Strichstärke nach 2019. Begleitet von Grafikerin, Heilerzieherin und Kunsttherapeutin Barbara John sowie Diplom-Sozialpädagogin Yvonne Klaffke leben im Atelier Strichstärke 20 Menschen mit geistiger oder psychischer Beeinträchtigung ihre künstlerische Kreativität aus. Vor einigen Jahren ist dort auch eine Schreibgruppe entstanden. Anfangs zögerlich, sind die Mitglieder der Gruppe jetzt mit Leidenschaft und ganz viel Begeisterung dabei, Texte und Gedichte zu verfassen.

Das Textile stand in letzter Zeit bei der künstlerischen Arbeit des Ateliers im Mittelpunkt. Der spielerische Umgang mit Sprache war da die logische Folge. Mit viel Wortwitz und Leichtigkeit sind so Gedichte und andere Texte entstanden, die „stoffliche“ Redensarten wie „das letzte Hemd“ in den Fokus rücken. „Die Bibliothek als ‚Ort der Sprache’ bietet den perfekten Kontext“, freut sich Susanne Ciernioch. Bildliche Kunst und Sprache wurden in den Werken, die jetzt in der Stadtbibliothek ausgestellt und auch zu kaufen sind im wahrsten Sinne des Wortes miteinander verwoben.

Ein Film – erstellt vom Social Media Team der Stiftung Hephata – in Form einer inklusiven Lesung in dem John, Klaffke, Ciernioch und einige der (Sprach-)Künstler die entstandenen Gedichte vortragen, ergänzt die Ausstellung.

Zu sehen ist er unter anderem auf der Webseite des Textilmuseums Die Scheune unter www.
textilmuseum-die-scheune.de.

Die ausgestellte Kunst reicht von Zeichnungen und Mixed Media über Collagen zu Skulpturen – mal schwebend, mal recht bodenständig. Gedruckt, bestickt, gemalt: die Bandbreite ist groß.