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Richtfest beim neuen JVA Gebäude Willich I.

Richtfest : Richtfest in der JVA: Zukünftig Platz für 768 Häftlinge

Die Sicherheitsgitter sind vor den Fenstern, in den Zellen werden bereits die Versorgungsleitungen angebracht und der Dachstuhl ist fertig – die Arbeiten für den Neubau der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich I schreiten gut voran. Am Montag hatte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) zum Richtfest für das Hafthaus I geladen – ein wichtiges Etappenziel bei der Realisierung des Großprojektes und der Modernisierung des nordrhein-westfälischen Justizvollzugs insgesamt.

Ein Richtfest ist nach alter Tradition eine Feier für die Bauleute, deren Arbeit und Einsatz gewürdigt werden soll. Das war am Montag auf dem Baufeld in Anrath nicht anders. Die Stimmung war gut, der Richtkranz am Kran befestigt, die bunten Bänder flatterten im Wind. Der Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, Peter Biesenbach, hat es sich nicht nehmen lassen, den am Bauprojekt Beteiligten persönlich für die bisher geleistete Arbeit beim Neubau der JVA Willich I zu danken. „Es ist ein absolutes Großprojekt, das Sie hier realisieren, mit enormen Herausforderungen an Sicherheit und Logistik. Umso erfreulicher ist es, dass wir mit den Arbeiten im Plan sind und heute das Richtfest am Hafthaus I feiern können“, so der Minister. „Mein Dank gilt dem ausführenden Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW ebenso wie den beauftragten Unternehmen und vor allem den rund 300 Mitarbeitenden, die hier jeden Tag auf zwei Baufeldern parallel die neuen Gebäude errichten.“ Einen wichtigen Beitrag leiste auch die JVA Willich I, deren Betrieb ohne Einschränkungen weiterlaufe. „Die Baumaßnahme in der JVA Willich I stellt für die dort Beschäftigten über viele Jahre der Bautätigkeit eine große Herausforderung dar, die diese mit hervorragendem Einsatz meistern“, würdigt der Minister das große Engagement der Belegschaft. „Der Neubau der JVA Willich I ist eines der vier Bauprojekte aus dem Justizvollzugsmodernisierungsprogramm. Für mich steht fest, dass der weitere Ausbau und die Modernisierung von Haftplätzen in Nordrhein-Westfalen unbedingt und dringend erforderlich sind“, weist Minister Biesenbach auf weitere dringend notwendige Investitionen für den Justizvollzug hin.

Nach ihrer Fertigstellung wird die JVA in zwei Hafthäusern Platz für 768 Gefangene bieten, 353 mehr als in der bisherigen Männerhaftanstalt. „Neben den beiden Hafthäusern errichten wir hier auch die erforderliche Infrastruktur mit Werkstätten sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen“, berichtet die Geschäftsführerin des BLB NRW Gabriele Willems in ihrer Ansprache. „Die Werkstätten entstehen gerade in mehreren Stufen auf dem zweiten Baufeld und bei einem Bauteil stellen wir aktuell ebenfalls den Dachstuhl fertig.“

Die neue JVA Willich I gehöre zu den größten Bauprojekten des BLB NRW. Aufgrund ihrer Erfahrungen mit Großprojekten im Justizvollzug hätten die Münsteraner Kollegen den Neubau in Anrath übernommen, so Gabriele Willems.

Der Rohbau des Hafthauses I sowie der Werkstätten lasse schon gut die Verbesserungen erkennen, betont die Leiterin der JVA Willich I Charlotte Adams-Dolfen. „Wir werden hier zukünftig gute bauliche Voraussetzungen für einen modernen Behandlungsvollzug haben, dessen Fokus auf einer erfolgreichen Resozialisierung der Inhaftierten liegt. Wichtige Bausteine hierfür sind die neuen Werkstätten mit ihren vielfältigen Arbeits– und Ausbildungsmöglichkeiten, aber auch die großzügigen Sport– und Freizeiträumlichkeiten.“ Zudem biete der Neubau zeitgemäße Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden. „Mit der neuen JVA sind wir gut für die Zukunft aufgestellt.“

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Der Leiter der Niederlassung Münster, Markus Vieth, leitet zum Festakt auf das große Baufeld über. Von hier aus bekommen die Gäste einen guten Eindruck von den Dimensionen dieses Großprojekts. Direkt vor ihnen erstreckt sich der Rohbau des viergeschossigen Hafthauses 1 auf einer Länge von 163 Metern von Westen nach Osten. Hinter dem jetzigen, über 100 Jahre alten Gebäude der Männerhaftanstalt ist der Dachstuhl eines Teils der Werkstätten zu erkennen. Insgesamt entstehen hier in den zwei Bauabschnitten rund 27.000 Quadratmeter neue Nutzfläche.

„Früher war es üblich, dass der Bauherr beim Richtfest den letzten Nagel im Dachstuhl einschlagen musste. Dafür bekam er einen ungeeigneten Hammer, da er für jeden Schlag den Handwerkern eine bestimmte Menge Bier ausgeben musste“, erläutert Vieth einen typischen Richtfestbrauch. Auch in Anrath kommen der Justizminister und die weiteren Rednerinnen und Redner um diesen Brauch heute nicht herum, wenn auch in abgewandelter Form: Die Hämmer sind gut geeignet und das Einschlagen klappt ausgezeichnet.

Bevor der Richtkranz auf den Dachstuhl gezogen wird, bedankt sich Markus Vieth noch einmal bei den Bauleuten und wünscht allen einen guten weiteren Bauverlauf: „Dieses Richtfest ist ein wichtiger Meilenstein. Aber bis zur endgültigen Fertigstellung dieses Großprojektes liegt noch viel Arbeit vor uns.