Kinder sind ganz anders!

Rund 28 000 Kinder verunglücken pro Jahr in Deutschland im Verkehr, die meisten Unfälle passieren im Radius von 500 Metern um das eigene Wohnhaus. In Büderich klärte jetzt Verkehrsexpertin Gudrun Dahlberg Eltern auf.

Für Verkehrsexpertin Gudrun Dahlberg war es fast ein Heimspiel, denn die ehemalige Kita-Leiterin kommt seit vielen Jahren in das Meerbuscher Familienzentrum Fronhof auf der Gereonstraße in Büderich, um interessierte Eltern für das Thema Kinder im Straßenverkehr zu trainieren.

Am Dienstag folgten 18 Elternteile ihrer Einladung und nahmen an der interaktiv strukturierten Sitzung teil, bei der Gudrun Dahlberg sehr detailliert auf die besondere Problematik von kleinen Kindern und ihr Verhalten im Straßenverkehr einging.

Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass ein bloßes Zuhören nicht gefragt war und die zwei Stunden am Abend von den Eltern die volle Konzentration fordern sollten. „Ich möchte heute Verständnis für das Verhalten und die Emotionen Ihrer Kinder im Straßenverkehr wecken und Ihnen Hilfestellungen geben!“, erklärte die Kursleiterin. Ein Patentrezept sollte aber niemand erwarten, denn das hatte sie nicht im Gepäck – denn jedes Kind ist anders.

„Worin unterscheidet sich Ihr Kind von uns Erwachsenen?“, fragte die Verkehrstrainerin provokant und forderte die Eltern auf, ihre Einschätzung auf Karten zu schreiben. Die gemeinsame Auswertung brachte die auffälligsten Unterschiede schnell zutage: Kinder sind kleiner, unbedarfter, unerfahren, impulsiv, hektisch, kribbelig, lassen sich schnell ablenken, sind ohne Weitblick, haben ein eingeschränktes Blickfeld, spontan, unberechenbar und mehr. Kurz: Sie sind vollkommen anders!

Rund 28 000 verunglückte Kinder pro Jahr machen eine Sensibilisierung der Eltern erforderlich, die oft nicht wissen, wo die Gefahrensituationen lauern. „Die meisten Unfälle passieren im Radius von 500 Metern um Ihr Wohnhaus, also in einem Bereich, den Sie als sicher einschätzen!“, so Dahlberg.

Intensive Beschäftigung mit dem Straßenverkehr auf Augenhöhe mit dem eigenen Kind mit ständigem Wiederholen, aber auch abwechslungsreich soll der Verkehr gemeinsam mit dem Kind erkundet werden.

Sicherheit biete eine Tempo 30 Zone nicht und ein Kreisverkehr sei für Kinder nicht zu überschauen, Ablenkungen lauern jede Sekunde und viele Autofahrer achten nicht auf Kinder.

Diese Listen könnten lange fortgeführt werden.

Einige Seminarteilnehmer wussten um die Gefahr vor der eigenen Haustür und kamen, um hilfreiche Tipps zu bekommen. So etwa Dr. Nina Brauer, die sich um ihren zweijährigen Sohn Bennet sorgt: „ Bennet wird jeden Tag lebhafter und nimmt intensiver am Verkehrsgeschehen teil. Ich möchte gut vorbereitet sein und wissen, auf welche Gefahrensituationen ich achten muss!“

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Direkt vor ihrer Haustür würden Pkws auf der Grünstraße fast täglich mit bis zu 120km/h vorbeirasen. Eine Situation, die ihr Angst bereitet. „Die Stadt hatte im Zuge des Umbaus des Deutschen Ecks billigend in Kauf genommen, dass die Grünstraße zur Umgehungsstraße wurde“, meint sie.

Gnadenlos würde Gas gegeben und Tempomessungen finden nicht statt, da ist es nur allzu verständlich, dass Nina Bauer sich Sorgen um die Gesundheit ihres Kindes macht. Sie wird nun gemeinsam mit Bennet die Straßen neu erkunden und stets noch wachsamer sein.

(StadtSpiegel)