„Mein Schützenfest!“

Ralph I. Brors ist König der St. Sebastianus-Bruderschaft Büderich. Als 76. Schützenbruder seit dem Zweiten Weltkrieg hat der 48-Jährige die Königsplatte von der Stange geschossen, um ein Schützenfest zu „seinem Schützenfest“ zu machen.

Absehbar war das ursprünglich allerdings nicht. Die Geburtsstadt des Technischen Angestellten beim Niersverband ist nämlich Neuss und hier war Brors zunächst ganz im Karneval zuhause. Zusammen mit seiner Frau Elena Riol Suarez wirkte er in der Betreuung der Kindertanzgarde Blaue Fünkchen mit. Tochter Luisa und Sohn Adrian wurden hier für je eine Session Kinderprinzessin und Kinderprinz der altehrwürdigen Rheinstadt. Nur Töchterchen Sofia hatte diese Ehre nicht.

 König Ralph I. Brors will mit seiner Königin Elena Riol Suarez das Pfingstfest zu „seinem Schützenfest“ machen.
König Ralph I. Brors will mit seiner Königin Elena Riol Suarez das Pfingstfest zu „seinem Schützenfest“ machen. Foto: Vuhl

Auch in Meerbusch zeigt sich eine enge Verbindung zum Winterbrauchtum. Die Büdericher Heinzelmännchen dürfen sich seit einigen Jahren über Begeisterung und Sachverstand der mittlerweile fünfköpfigen Familie freuen. Königin Elena und Tochter Luisa Brors trainieren hier seit her die neue Tanzgarde, mit der sie in kürzester Zeit schon etliche nationale erfolge im Show- und Gardetanz erreichen konnten. Auf ihre Mädels sind beide unbändig stolz. Wie schon bei den Blauen Fünkchen steht Ralph Brors im Hintergrund seinen beiden Damen stets hilfreich zur Seite.

Aber auch ins Schützenwesen zog es die Familie schon bald. Schon als Jugendlicher wurde Brors 1984 Mitglied der Burenkompanie, der er seither die Treue gehalten hat. Schon 2002 übernahm Brors als Hauptmann die Führung der Truppe, die mittlerweile seit 110 Jahren zur Büdericher Bruderschaft gehört und damit eine der alten Kompanien ist. Außerdem hat sich Brors beim Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften zum Schießleiter ausbilden lassen und ist nun auch sportlich qualifiziertes Personal für Kompanie und Bruderschaft.

Als sein bester Freund Michael Kunze den „Zugereisten“ 2009 fragte, ob er Minister werden wolle, sagte Brors sofort zu. Er übernahm das Finanz-Ressort und offenbar leckte er Blut, was das Wirken im Königshaus betraf. Als 2013 Tochter Luisa Jungschützenkönigin wurde, munkelte schon so mancher, dass sie nicht der letzte Brors auf einem Thron sein würde.

Jetzt endlich ist es so weit: Mit drei Schüssen fegte Brors die Königsplatte aus dem Kugelfang und sicherte sich das Königssilber ganz entspannt – Konkurrenz gab es nämlich keine. Und ganz Büderich ist 2015 im Freudenrausch.

(StadtSpiegel)