: Lanker blicken auf Burg Linn

Dr. Jennifer Morscheiser vom Museum Burg Linn stellte in der Lanker Teloy-Mühle den Wandel ihrer historischen Institution vor. Die zahlreichen Besucher waren auf jeden Fall erstaunt.

Mehr als 60 Leute waren der Einladung des Heimatkreises Lank in die Teloy-Mühle zum Vortrag von Dr. Jennifer Morscheiser gefolgt. Die Leiterin des Museums Burg Linn stellte in ihrem rund einstündigen Vortrag das „massiv sanierte“ Programm ihres Hauses vor, welches nun eine frische und moderne Ausrichtung auf jüngeres Publikum, Jugendliche und Kinder aufweist.

Das Museum Burg Linn ist mit drei Häusern (Burg, Jagdschloss und Archäologisches Museum), 30 Mitarbeitern und rund 50000 Besuchern pro Jahr eine feste Größe in Krefeld und Umgebung. Über die Jahre und Jahrzehnte hinweg hat sich allerdings die Erwartungshaltung der Museumsbesucher immer mehr wegentwickelt vom „altehrwürdigen“ Museum hin zu einer modernen, zunehmend digitalen Erlebniswelt. Diesen Schritt in eine moderne Zukunft hat das Museum Burg Linn bereits erfolgreich begangen und von Jahr zu Jahr kommen immer weitere Neuerungen hinzu. Morscheiser erklärte, dass die schrittweise Modernisierung sogar erhebliche Vorteile mit sich bringt, weil man „austesten kann, was funktioniert und was nicht“.

Im Jagdschloss sind die „angestaubten“ Exponate einer neuen Ausstellung über die Digitalisierung gewichen. Über erste Lochkarten-Computer lässt sich die Modernisierung der Krefelder „Seidenindustrie“ erfahren. Digitale Bücher, bei denen interaktive Inhalte in Bücher projiziert werden, erlauben es, historische Inhalte lebend zu vermitteln. Der zweite Schwerpunkt ist die Musik. So werden die Besucher unter anderem eingeladen, einem vor Ort aufgezeichneten und im Video verfügbaren Interview mit der weltbekannten Krefelder Heavy Metal Band Blind Guardian zu lauschen.

Mittels VR-Brillen und interaktiver Augmented-Reality-Museums-App fürs eigene Handy lassen sich große Teile des Museums auf moderne Weise erkunden.

Ein weiteres großes Projekt, bei dem das Museum in führender Rolle aktiv ist, ist der demnächst am ehemaligen Kastell Gelduba entstehende archäologische Landschaftspark. Im Gegensatz zur aktuell dort zu findenden, stark heruntergekommenen und verwahrlosten, kleinen Einrichtung, wird dort ein Treffpunkt für die ganze Familie entstehen, der neben der Darstellung von historischen Fakten über das Kastell auch weitläufige Spiel- und Sportangebote unterbreiten und sich somit nahtlos in das Großprojekt „niedergermanischer Limes als Weltkulturerbe“ einreihen wird.

Archäologische Stätten und das Museum Burg Linn transformieren sich damit zu einer modernen „Eventlocation“, wie Morscheiser betont.

Der hervorragende und lebendige Vortrag von Dr. Morscheiser fand bei allen Anwesenden großen Anklang. „Wir waren Jahre nicht mehr da, aber wir müssen wohl unbedingt mal wieder in das Museum gehen“, erklärte eine beim Vortrag anwesende Familie. „Dem ist nichts mehr hinzuzufügen“, pflichtete Georg Neuhausen vom Heimatkreis Lank begeistert über den Abend bei.

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