: Neues Schuljahr mit Corona

Regelunterricht trotz Corona-Pandemie: NRW ist am Mittwoch bei Bruthitze ins neue Schuljahr gestartet. Stetiger Begleiter der Schüler und Lehrer ist der Mund-Nasen-Schutz. Wir haben mit Vertretern Meerbuscher Schulen über neue Regeln, Hürden, die es zu bewältigen, und ein Stück Normalität, das es zu bewahren gilt, gesprochen.

Schule, wie sie früher einmal war? Wird’s vorerst nicht mehr geben. Mund-Nasen-Bedeckungen gehören im neuen Schuljahr genauso in den Tornister, wie das Federmäppchen oder das Englisch-Buch. Denn: Zum Schulstart gilt in NRW seit Mittwoch Maskenpflicht in allen Schulgebäuden. In weiterführenden Schulen auch im Unterricht. Auch wenn die brütende Hitze das Atmen ohnehin schon schwer fallen lässt, müssen die Schüler da jetzt durch. Dorothee Schiebler, Schulleiterin des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums, sieht das genauso. „Die Masken sind, gerade bei diesen Temperaturen, unangenehm und belastend. Aber wir sehen die Notwendigkeit, damit wir mit allen Schülerinnen und Schülern in einen Regelbetrieb starten können“, betont sie.

Grund zur Freude haben zum Schuljahresbeginn alle Oberstufenschüler: Das Ministerium weitete in dieser Woche die Hitzefrei-Regelung auf die Sekundarstufe II aus. Wenn die Temperaturen in den Räumen auf mehr als 27 Grad steigen, können damit auch Oberstufenschüler hitzefrei bekommen. Schulen können die Stunden verkürzen oder die fünfte und sechste Stunde ausfallen lassen. Da der Großteil der Unterrichtsräume an der Maria-Montessori-Gesamtschule am ersten Schultag bereits vor 11 Uhr eine Raumtemperatur von 30 Grad erreichten, gab es für die Schüler gleich nach der vierten Stunde Hitzefrei. Um die Corona-Situation in den Schulen möglichst gut zu überstehen, mussten alle Schulen umdenken und kreativ werden: Die Maria-Montessori-Gesamtschule hat zusätzliche sieben Klassenzimmer geschafften – im Freien.

„Die Klassenzimmer auf dem Schulhof sollen ein wenig Abhilfe bei der Hitze schaffen“, erklärt Schulleiter Klaus Heesen. „Die Lehrer können diese vorab über ein internes Buchungssystem buchen.“

Um die Schule in Vollbesetzung sicher durch die Pandemie zu bringen, habe sich das Kollegium der Gesamtschule außerdem ein neues Wegekonzept überlegt. „Wir haben die Gänge der Länge nach getrennt, in eine rechte und eine linke Spur. Alle Wege sind sichtbar markiert und auch die Hygienevorschriften hängen überall in der Schule aus“, sagt Klaus Heesen. Vorab habe man die Eltern informiert, damit sie ihre Kinder auf die neue, für alle ungewohnte Situation vorbereiten können.

Im Städtischen Meerbusch-Gymnasium habe man das bereits bestehende Hygienekonzept mit Raum- und Wegeplan angepasst. „Wir haben unser jahrelanges Lehrer-Raum-Konzept aufgegeben, damit die festen Lerngruppen der SEK I in einemRaum verbleiben können und so möglichst wenig Raumwechsel und Bewegung im Haus stattfinden müssen“, erklärt Schulleiterin Dorothee Schiebler. Um Schlangen vor den Räumen und in den Gängen zu vermeiden, gehen die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in einem Einbahnstraßensystem direkt zu den Unterrichtsräumen. Regelmäßige Desinfektion der Tische gehören auch zum neuen Schulalltag dazu, so die Schulleitung. Aber auch das Setzen von möglichst vielen Doppelstunden verhindere Personenströme im Gebäude.

Neben all den Neuerungen und Ungewissheiten, die die Corona-Pandemie für den Schulalltag mit sich bringt, ist es den Schulleitungen ein Anliegen, den Schülern und dem Kollegium ein Stück Normalität zu bieten, auch wenn das schwer fällt. „Normalität ist in der aktuellen Situation ein schwerer Begriff“, sagt Klaus Heesen. „Doch dass die Schüler überhaupt alle wieder in die Schule kommen können, ist der erste Schritt in diese Richtung.“ Dorothee Schiebler sieht das ähnlich. „Natürlich möchten wir möglichst viel Normalität erreichen, aber das Virus ist da und das ist uns allen sehr bewusst. Damit sind aber auch Ängste verbunden, die wir akzeptieren müssen. Wir müssen lernen mit dem Virus und den Ängsten zu leben und umzugehen“, erklärt sie. „Also in eine neue Normalität zukommen. Wir möchten unseren Schülerinnen und Schüler mit Ritualen und einem geregelten Schulalltag diese Struktur und Normalität zurückgeben.“