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Extra-Tipp-Aktion „Riegel vor“ mit Kriminalprävention der Polizei MG

Extra-Tipp-Aktion „Riegel vor“ : Was schützt vor Einbrechern? Leser fragen die Polizei

Der Extra-Tipp und die Polizei Mönchengladbach haben in der Ausgabe vom 16. Mai dazu aufgerufen, Fragen zum Thema Einbruchsicherheit zu schicken. Es sind sehr viele Mails eingegangen. Die drei Verlosungsgewinner sind schriftlich informiert worden. Hier eine Auswahl der Fragen und die Antworten von Peter Kiewitt, Kriminalhauptkommissar mit Schwerpunkt Kriminalprävention. Antworten auf die übrigen Fragen werden per E-Mail geschickt.

Bei uns im Mehrfamilienhaus wurde mehrfach eingebrochen. Neben der eingedrückten Tür waren es die Scharniere, über die die Tür überwunden wurde. Wie kann man selbst Sicherheit einbauen? Nicht jeder hat das Geld für teure Sicherheitseinrichtungen.

Peter Kiewitt: Häufig sind Bänder nur mit je einem Trägerbolzen in Türblatt und Zarge befestigt. Sie können leicht herausgebrochen werden. Türen mit schwachen Einbohrbändern müssen durch Bändersicherungen zusätzlich gesichert werden; besonders dann, wenn die Bänder außen liegen und somit leicht angreifbar sind. Der Fachhandel bietet Sicherungen für die Bandseite von Türen an. Zarge und Türblatt lassen sich bei einer vorhandenen Tür nur bedingt stabilisieren. Dagegen gewährleistet das Zusammenwirken aller Systemkomponenten an einer Tür (Türblatt, Zarge, Beschläge, Verschlusseinrichtungen u.a.) ein hohes Maß an Sicherheit. Beim Einbau neuer Türen werden deshalb geprüfte, zertifizierte einbruchhemmende Türen nach DIN EN 1627 mindestens RC 2 empfohlen.

Was halten Sie als zusätzlichen Einbruchschutz von smarten Alarmanlagen wie zum Beispiel Homematic IP mit einer am Gebäude angebrachten Alarmsirene? Oder lockt man damit eher die Einbrecher an?

Kiewitt: Mechanisch-bauliche Sicherungseinrichtungen können durch Smart-Home-Systeme sinnvoll ergänzt werden. Wenn ein Alarm ausgelöst wird, weiß der Einbrecher, dass er entdeckt wurde. Das setzt ihn erheblich unter Druck und kann zum Tatabbruch führen. Smart-Home-Systeme sind mittlerweile sehr verbreitet. Das wissen auch die Einbrecher. Früher war das anders und man konnte vermuten, dass da, wo Alarmanlagen vorhanden waren, auch viel zu holen war.

Nachdem ein auf unserem Grundstück geparktes Auto beschädigt wurde, haben wir eine Videokamera installiert, die unser Grundstück filmt. Ich prüfe immer den „Blickwinkel“ der Kamera und korrigiere, falls Straße oder Nachbargrundstück zu sehen sind. Aber ist das rechtens?

Kiewitt: Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch rechtlich zulässig! Da mit einer Videoüberwachung immer die Gefahr verbunden ist, durch das Beobachten oder Aufnehmen von Bildern in die Rechte Dritter einzugreifen, ist das eigene Interesse an einer Videoüberwachung gegen die Interessen Dritter abzuwägen. Es kann also passieren, dass sich ihr Nachbar beobachtet fühlt und er sich bei Gericht eine Einstweilige Anordnung besorgt. Dann müssen sie möglicherweise ihre Videoanlage abbauen. Es ist auch etwas anderes, ob sie einen eingezäunten Bereich oder einen frei zugängigen Bereich aufnehmen. Auf eine Videoüberwachung ist außerdem deutlich sichtbar hinzuweisen.

Was macht eigentlich der Verein Ottokar?

Kiewitt: „Ottokar e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung bürgernaher Polizeiarbeit. In Zeiten zunehmender Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft gegenüber der Polizei will der Verein Polizei und Bürger*innen vernetzen, Gelegenheiten schaffen, in denen sie in konfliktfreiem Rahmen zusammentreffen und Polizeikultur in ihrem besten Sinn erfahren können. Mehr Info gibt’s unter www.­ottokar-eV.de

Ich möchte meine Wohnung durch eine Kamera-Überwachung schützen. Kann mich die Polizei hierzu beraten? Auch vor Ort?

Kiewitt: Ja, auch vor Ort, und das kostenlos. Einen Termin mit der Polizei Mönchengladbach kann man unter 02161/29 12-513 oder -514 vereinbaren.

Wie kann ich eine Kellertüre am besten sichern?

Kiewitt: Keller- und Nebeneingangstüren sollten grundsätzlich genauso widerstandsfähig sein wie Eingangstüren. Kellertüren lassen sich einfach von innen sichern, indem man Balken im oberen und im unteren Türdrittel anbringt. Die Tür kann auch mit einem Querriegelschloss gesichert werden.

Wie mache ich meine Garage einbruchsicher?

Kiewitt: Durch den Einbau eines geprüften einbruchhemmenden Garagentores nach DIN V ENV 1627, mindestens der Widerstandsklasse (RC) 2, erhalten Sie einen guten Einbruchschutz. In Einzelfällen können Tore nachgerüstet werden. Dies ist insbesondere bei Toren älterer Bauart, die keiner gültigen Widerstandsklasse zugeordnet werden können, zu prüfen. Für die Nachrüstung kommen Garagen-Stangenschlösser, welche über einen Profilzylinder verschlossen werden können, in Frage. Schwingtore können auch mit einer Garagentorsperre gesichert werden.

Wie schütze ich meine Hauseingangstür vor Einbrechern?

Kiewitt: Der Einbruchschutz von Türen kann im Nachhinein immer noch deutlich verbessert werden. Bei der Nachrüstung müssen Türblatt, -rahmen, -bänder und -schlösser sowie Beschläge und Schließbleche sinnvoll aufeinander abgestimmt sein. Ein Tür-Zusatzschloss mit Sperrbügel erhöht die Sicherheit.

Wie kann ich Dachfenster sichern?

Kiewitt: Zunächst sollte man Aufstiegshilfen wie etwa Mülltonnen vermeiden, gegebenenfalls Äste eines Baumes absägen. Ist das Dachgeschoss leicht erreichbar, sollte man Dachfenster zum Beispiel durch Zusatzsicherungen, die von innen aufgeschraubt werden, sichern.

Wie kann man Kellerfenster und -schächte absichern?

Kiewitt: Kellerschächte sind beliebte Einstiegsöffnungen für Einbrecher. Sie sollten mit einbruchshemmenden Gitterrosten oder mit Rollenrostsicherungen gesichert werden.