: Greifbar nah: Hilfe für Arme

15 Gratis-Menüs für besonders von der Schließung der Suppenküche des Arbeitslosenzentrums betroffene Menschen waren nur der Anfang. Das ALZ weitet sein Angebot in der Corona-Krise aus. Ab sofort gibt es einen Gabenzaun mit Lebensmitteln in der Tüte zum Mitnehmen. Und: Jeder kann mithelfen!

Die enorme Spendenbereitschaft in Mönchengladbach hat es möglich gemacht. Das Arbeitslosenzentrum (ALZ) auf der Lüpertzender Straße konnte sein Hilfsangebot noch einmal ausweiten. ALZ-Leiter Karl Sasserath ist dankbar. „Mir fehlen manchmal die Worte angesichts der großen Solidarität.“

Dahinter stehen viele engagierte Gladbacher. Da ist zum Beispiel der Mann, der vors ALZ gefahren kommt und erklärt: „Mein Vater hat viel zu viele Ravioli-Gerichte eingekauft.“ Prompt packt er einen Berg Dosen aus und schenkt sie „den Menschen, die sie so dringend brauchen“. Ein anderer bringt Gläser mit Marmelade. Und dann sind da noch Unternehmen wie die Gladbacher Bank, die 1500 Euro zur Verfügung stellt, oder die Großbrauerei Oettinger, die Fassbrause vorbeibringt. Und, nicht zu vergessen, die Gladbacher Tafel um das nimmermüde Team von Ex-OB Monika Bartsch, die jetzt wieder täglich Dinge liefert, die Menschen in Notlagen das Überleben ermöglichen. Auch Bernd Gothe, Rheydter Unternehmer und Karnevalist, hat sein vor Ostern umgesetztes Angebot verlängert und ermöglicht weiterhin, dass täglich 15 Essen am Eingang des ALZ, Lüpertzender Straße 69, verschenkt werden können.

Auch Ella Heiniz ist inzwischen wieder da, wo man sie am häufigsten antrifft: in der kleinen ALZ-Küche. Mit ihrem Team bereitet sie momentan gut 20 Mittagessen zu. Verarbeitet werden vor allem die Lieferungen der Tafel: Salate, Kartoffeln und Obst.

Wegen der Hygieneauflagen infolge der Pandemie – Mundschutz, Desinfektionsmittel, Abstand halten etc. – werden die Essen in Styroporboxen zum Abholen auf zwei Tische unter Einhaltung des gebotenen Sicherheitabstands gestellt. Die Abgabe – momentan auch an den Wochenenden – ist kostenlos, erfolgt aber nur an angemeldete Personen.

Umso hilfreicher ist der ins Leben gerufene ALZ-Gabenzaun vorm Haus. Hier packt die kleine ALZ-Mannschaft täglich rund 50 Plastiktüten voll und hängt sie auf. Eine Frau mit fünf Kindern nimmt sich eine. Sie sagt: „Danke, es ist so wunderbar, dass wir nicht vergessen sind.“ Auf solche Spenden sei sie angewiesen. Arbeiten könne sie derzeit nicht. „Erst dann, wenn Corona vorbei ist, kann ich wieder als Küchenhilfe tätig werden“, sagt sie.

Für Sasserath ist der Gabenzaun ein Ort, an dem die Not und Armut „so viele Gesichter hat“. Die Leute, hauptsächlich aus dem Viertel, kommen hierher und spüren Mitmenschlichkeit. „Die meisten dieser Menschen, die sich was vom Zaun holen, sind sehr dankbar.“

Schon über Ostern hatten ALZ, Tafel und Gladbacher Bank die Spende des Geldhauses umgesetzt und knapp 200 Besucher der Bruno-Lelieveld-Tagesstätte auf der Erzberger Straße mit Lebensmittel-Tüten beschenkt. Wer Menschen in Armut helfen will, kann sich an das ALZ wenden. „Jede noch so kleine Hilfe nehmen wir sehr dankbar an“, sagt Karl Sasserath.