: Kein Schweigen im Walde

Die Gladbacher hängen an ihrem Waldbestand. Jetzt soll es 37 Bäumen im Volksgarten „an den Kragen“ gehen. Bürger und Naturschützer vom BUND und NABU sind besorgt. Zeit, aufzuklären, hat die mags beschlossen und Förster Werner Stops mit ihnen in den Wald geschickt.

Als sich die kleine Gruppe an diesem Montag trifft, nieselt es. „Hätten wir diese Wetterverhältnisse von Mai bis Juli, auch letztes Jahr, gehabt, hätten wir die absterbenden Bäume so nicht“, erklärt Förster Stops. Allein im kleinen Gebiet hinter dem Buchenhof, so Förster Stops, haben seine mags-Kollegen elf Bäume markiert und auf der anderen Seite der Peter-Krall-Straße 26 Bäume, die aus verkehrssicherungstechnischen Gründen nicht stehen bleiben dürfen... „Das Problem ist: ich kann nie sagen, wann ein Baum umfällt, und muss vom schlimmsten Fall ausgehen. Ein Baum mit abgestorbener Krone kann noch vier Jahre stehen. Aber passiert etwas, werden wir in Regress genommen. Und man muss bedenken, der Volksgarten ist ein Naherholungsgebiet, es gehen viele Leute spazieren, hier gibt’s Waldkindergärten...“

Schuld am Buchensterben habe vor allem die extreme Trockenheit der letzten beiden Jahre. Doch muss deshalb jeder betroffene Baum gefällt werden? Johannes Jörg vom BUND äußert einen Verdacht: „Das könnte doch auch Kostengründe haben. Sie könnten ja auch oben alles wegnehmen und dann kann der Baum stehen bleiben...“

Förster Stops erklärt: „Das wären Kosten zwischen 1500 und 2000 Euro bei so einem Baum.“ Fällen kostet dagegen nur 200 bis 300 Euro – „und das Holz kann man auch noch verkaufen!“, meint Jörg. Doch Stops betont: „Dass wir das aus wirtschaftlichen Gründen machen, ist ein Irrglaube.“

Woher dieser „Irrglaube“ kommt, dafür hat Anwohnerin Barbara Binder eine Erklärung: „Wenn man hier wohnt und nachts beobachtet, wie ein Tieflader aus Holland Bäume auflädt, dann ist das schon komisch...“

Ja, teilweise habe man schon auch Bäume verkauft, räumt Stops sein...

Der Waldspaziergang beantwortet an diesem Nachmittag viele Fragen, hinterlässt aber auch Skepsis. So halten Caroline Dormanns und Kurt Sasserath vom NABU im Gegensatz zu Förster Stops die Bäume am Waldesrand für sehr wichtig. „Sie sorgen für kranke und geschwächte Bäume. Weil sie nicht als Einzelgänger leben. Der Organismus Wald wird geschwächt, wenn man Bäume absägt. Die Forstwirtschaft muss noch weiter wachsen, bevor sie das versteht und praktizieren kann.“

In einem Punkt ist man sich einig: Wenn wieder irgendwo gefällt wird, sollten Bürger besser informiert werden.

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