: Neubau spart 39 Millionen Euro

Alles in allem darf der Rathaus-Neubau 160 Millionen Euro kosten, um die Wirtschaftlichkeit des Mammutprojekts nicht zu gefährden. Dies ist langfristig aber immer noch günstiger, als die vielen, meist maroden Verwaltungsstandorte weiter zu betreiben, sagt die Stadt.

Auffälligstes Merkmal des geplanten neuen Rathauses ist ein gläserner Riegel, der sich von der Limitenstraße bis zur Harmoniestraße an der Marktplatzkante erstreckt. Das historische Rathaus und die alte Kommandantur sind dem neuen verbindenden Element vorgelagert. Mit der gläsernen Fassade will sich die Verwaltung sinnbildlich öffnen und erlaubt Einblicke in die modernen Arbeitswelten mit offenen Bürozonen, innenliegenden Servicezentren, Front-Office-Bereichen und dem Konferenzzentrum.

Der Glaskubus mit integrierter Photovoltaikanlage auf dem Dach übernimmt klimatechnisch zugleich die Funktion der „grünen Lunge“ für den Gesamtkomplex. Ein „Wasserkreislaufteich“ auf dem nördlichen Vorplatz mit Pflanzenkläranlage, Turbinenlüfter auf dem Dach und die Nutzung von Geothermie sind nur einige Merkmale des ökologischen Konzeptes der erweiterten Nachhaltigkeit im Sinne des Cradle to cradle-Prinzips.

An die gläserne Magistrale angedockt sind die drei dahinter liegenden Baukörper (Altes Rathaus, Karstadt-Gebäude, Stadtsparkasse) mit lichtdurchfluteten und nach oben offenen Innenhöfen, begrünten Wartezonen, dem Konferenz-Zentrum im historischen Rathaus, dem neuen Standort der Stadtsparkasse in der alten Kommandantur mit Haupteingang an der Limitenstraße und der Stadtbibliothek zwischen historischem Rathaus und Stadtsparkasse.

Ob die ambitionierten Pläne von SOP so oder so ähnlich umgesetzt werden können, hängt einzig und allein von der Finanzierbarkeit ab. Wie Stadtkämmerer Michael Heck erklärte, habe eine Wirtschaftlichkeitsberechnung fixe Baukosten von 126,5 Millionen Euro ergeben. Zusammen mit Baunebenkosten, Außenanlagen und Grundstückserschließungen werden die Herstellungskosten auf rund 160 Millionen Euro geschätzt. Zum Vergleich: Für die dauerhafte Nutzung der aktuell bestehenden Verwaltungsstandorte würden in dem im Gutachten betrachteten Zeitraum bis zum Jahr 2044 insgesamt rund 199 Millionen Euro an Kosten anfallen. „Das Projekt Rathaus der Zukunft mg+ ist demnach wirtschaftlicher als die Fortführung des Bestands, vorausgesetzt, der durch das externe Beratungsunternehmen ermittelte monetäre Handlungsrahmen wird nicht überschritten. Die Einhaltung der sich daraus ergebenden Baukosten, die den Architekten im Zuge des Architektenwettbewerbs als eines von mehreren Bewertungskriterien vorgegeben wurden, war ein Entscheidungskriterium bei der Auswahl des Siegerentwurfs“, betont Kämmerer Michael Heck.

Mit dem Neubau erhofft sich die Stadtverwaltung ein „Plus“ in allen Bereichen: einen besseren Service für die Bürger, attraktivere und gesündere Arbeitsplätze für die dann 1900 Verwaltungsmitarbeiter (und dadurch sinkende Krankenstände), bessere Argumente beim Anwerben von Fachkräften für die Stadt und nicht zuletzt eine signifikante Stärkung des Standorts Rheydt. Diese hat er nicht erst seit der bevorstehenden Schließung des Ankermieters in der Shopping Galerie, Saturn, mehr als nötig.

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