: Seriös ins Modelbusiness

Der Erfolg von Formaten, wie „Germany’s next Topmodel“ zeigt, wie viele junge Frauen von einer Karriere auf dem Laufsteg träumen. Wie das Geschäft mit dem schönen Gesicht funktioniert, beschreibt das international erfolgreiche Model Tiana Pongs jetzt in einem Buch. In „Der kleine Modelguide“ gibt die gebürtige Gladbacherin Insider-Tipps. Wir haben mit ihr gesprochen.

. Sie arbeitete für Fashionlabels in Mailand, New York, Athen, Paris, Kapstadt und Wien, shootete für Modemagazine und bekannte Firmen, betreibt einen Blog, schauspielert und gehört mit über 1000 Werbeauftritten zu den führenden Werbegesichtern in Deutschland. Mit ihrem Ratgeber „Der kleine Modelguide“ will die gebürtige Mönchengladbacherin Tiana Pongs jetzt jungen Mädchen Insider-Tipps geben, wie ein seriöser Einstieg ins Modelgeschäft funktioniert.

Die schöne Gladbacherin, Typ „schwedischer Look“, ist ins Modelgeschäft eher zufällig rein gerutscht. „Ich hab während des Studiums als Model gejobbt. Das war schnell verdientes Geld“, sagt sie. Irgendwann ist sie ganz eingestiegen. Seitdem wird sie von jungen Mädchen immer wieder gefragt, wie das ist im Modelgeschäft. „Neben Influenzer ist das ein Traumjob, von dem sich viele viel Freizeit, viel Geld und tolle Reisen versprechen“, sagt sie. Weil Tiana Pongs immer wieder gefragt wurde, hat sie die Antworten irgendwann in „Der kleine Modelguide“ aufgeschrieben. „Germany’s next Topmodel ist ein tolles Unterhaltungsformat, aber es gibt nicht wieder, wie die Realität für die meisten Models aussieht“, sagt sie. Tiana Pongs bezeichnet sich als Katalogmodel. Ihre Shootings sind zumeist vor weißer Wand. Und die Reisen zu Fotoaufnahmen in fernen Ländern waren oft so stressig, dass sie nicht einmal Zeit hatte, die Koffer auszupacken. „Die Länder habe ich oft nur aus dem Taxi raus gesehen“.

Tiana Pongs ist nicht zart besaitet, trotzdem musste sie nie zwischen Wolkenkratzern balancieren, an Hubschraubern hängen oder mit Kakerlaken posen. Wenn es überhaupt einmal „grenzwertig“ wurde, dann weil die Winterfotos für die nächste Saison in der Skijacke bei 35 Grad im Schatten stattfanden – aber bitte ohne Schweiß. Oder sie umgekehrt im Bikini mitten im Winter am Strand fotografiert wurde.

Entscheidend für einen „Job“ sei heute auch die Followerzahl eines Models, sagt Tiana Pongs. Und auch sonst ist vieles anders als früher. Im Gegensatz zu Laufstegmodels, die eigentlich mehr Kunst als tragbare Mode zeigen, seien ihre Kolleginnen auch schonmal älter, kleiner und kurviger, niemand trage Size zero und gezickt würde auch selten. „Wir wollen verkaufen – für normale Menschen“, sagt Tiana Pongs.

Die 40-jährige Mutter eines Sohns konzentriert sich heute zunehmend auf die Schauspielerei, dreht für Serien wie „Verbotene Liebe“, „Unter uns“ und internationale Werbespots. Ihr nächstes Projekt: In Los Angeles heimisch werden.

In der Corona-Pause hat sie ihr Buch, das es nun auch auf englisch mit dem Titel „Keep smiling“ gibt, noch einmal überarbeitet. Tiana Pongs ist offizielle Botschafterin der Hilfsorganisation World Vision Deutschland.