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Susanne Wallrafen neues Buch "Smartes Stadtmobiliar"

Neues Buch liefert spannende Erkenntnisse für mehr Teilhabe im Alter : Smart durch die Stadt der Zukunft

Wie muss sich die „Stadt der Zukunft“ verändern, dass ältere Menschen in ihrem Quartier möglichst selbstständig und sicher leben können? Antworten liefert ein neues Buch, zu dessen Mitherausgeberinnen Susanne Wallrafen von der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach gehört.

Selbstständigkeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – zwei Wünsche, die bei älteren Menschen ganz oben auf der Liste stehen. In den eigenen vier Wänden klappt das vielleicht noch ganz gut, doch draußen auf der Straße sieht die Sache oft anders aus. Die Straßenbeleuchtung ist nicht hell genug, der Weg zum Bäcker zu weit, weil es unterwegs keine Möglichkeit zum Ausruhen gibt, und die Grünphase der Ampel reicht einfach nicht aus, um mit dem Rollator sicher die Straße zu überqueren. Die Folge: Die Ängste, die sichere Umgebung, also die Wohnung zu verlassen, werden immer größer, was im schlimmsten Fall in die soziale Isolation führen kann. Hier sind die Kommunen gefragt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft. Wie also muss sich städtischer Raum verändern, damit sich Seniorinnen und Senioren darin sicher bewegen können? Und welche digitalen Technologien können dabei zum Einsatz kommen?

Unter der Leitung von Susanne Wallrafen hat sich von 2015 bis 2020 das bundesweite Forschungsprojekt UrbanLife+ mit dieser Thematik auseinander gesetzt. Viele Erkenntnisse und Ideen sind in das 200 Seiten starke Buch „Stadt der Zukunft – Smartes Stadtmobiliar für mehr Teilhabe im Alter“ geflossen.

Wichtige Daten zur Zielgruppe 65 plus lieferte eine Bürgerbefragung, an der über 1 300 ältere Menschen teilnahmen. Ganz oben auf der Liste: die Angst vor Übergriffen, gefolgt von fehlenden öffentlichen WCs, gefährlichen Gehwegen und fehlenden Ausruhmöglichkeiten. Im zweiten Schritt startete dann ein „Feldversuch“ auf dem Turmfest 2018 in Rheydt. „Hier haben die Probanden die Ist-Situation getestet“, berichtet Susanne Wallrafen. Kritikpunkte: Stolperfallen durch verlegte Kabel, zu wenige barrierefreie Toiletten und zu weite Wege, zum Beispiel vom Parkhaus zum Festgelände.

Mit im Boot waren auch die Marketing Gesellschaft Mönchengladbach und der Handelsverband NRW. „Wir haben viele wichtige Erkenntnisse gewonnen, die in die Planung künftiger Events geflossen sind“, betont Alice Welters-Dahmen, Bereichsleiterin Marketing bei der MGMG. Vor allem brauche es eine andere Kommunikation, um Seniorinnen und Senioren im Vorfeld von Veranstaltungen mit allen wichtigen Informationen zu versorgen. Jan Kaiser vom Handelsverband wies in diesem Zusammenhang auf das Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ hin. Dabei ginge es unter anderem um barrierefreie Zugangsmöglichkeiten und Ausstattung der Geschäftsräume sowie das Serviceverhalten von Einzelhändlern.

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Das Buch zeigt eine ganze Reihe von technischen Lösungen für den urbanen Raum auf, mit denen ältere Menschen gezielt bei ihren außerhäuslichen Aktivitäten unterstützt werden können – angefangen von smarten Sitzgelegenheiten, über veränderbare Wegbeleuchtungen, bis hin zu intelligenten Bushaltestellen, die über Abfahrtszeiten informieren.

„Ängste bei älteren Menschen abbauen, sie motivieren, wieder rauszugehen und sich wieder etwas zuzutrauen, weil es smarte Unterstützungsmöglichkeiten gibt, darum geht es auch für das Mönchengladbach der Zukunft“, betonte Oberbürgermeister Felix Heinrichs. „Teilhabe, Mobilität und Digitalisierung werden wir weiter im Fokus haben“, versprach Susanne Wallrafen für die Sozial-Holding.