: Vorsicht vor der Gerüchteküche!

Je aufgeregter die Menschen, desto brodelnder die Gerüchteküche. Da melden sich Besserwisser, Stressmaker und Verschwörungstheoretiker zu Wort und verunsichern andere, die oftmals sowieso schon sehr ängstlich sind. Wir haben mal nachgesehen, was so alles zum Thema Corona an Fakenews kursiert.

. 5G-Funkmasten sollen schuld sein an der Ausbreitung des Coronavirus. In Italien, das uns ja ein paar Wochen „voraus“ ist, soll man nicht mal mehr etwas zu Essen kaufen können – deshalb solle man jetzt unbedingt hamstern. Gegen das Coronavirus helfen Essiglösung oder Knoblauch in der Nase oder 26 Grad warmes Wasser trinken. Ibuprofen soll den Krankheitsverlauf beschleunigen und verschlimmern... es gibt so manches, das an Gerüchten derzeit in den sozialen Netzwerken kursiert und sich rasant verbreitet. Tweets, Posts und YouTube kommen mit Meldungen um die Ecke, die teils komplett aus dem Reich der Fantasie kommen, oder solche, die erstmal einer Expertenklärung bedürfen.

Die Sache mit den Funkmasten hat das Bundesamt für Strahlenschutz direkt dementiert. „5G verursacht weder Zellabbau noch grippeähnliche Symptome“, heißt es da. Mobilfunkmasten könnten lediglich maximal eine leichte Erwärmung der Haut bewirken.

Ausgerechnet aus dem französischen Gesundheitsministerium, nämlich von Olivier Véran, dem Gesundheitsminister, stammt das Gerücht um das Ibuprofen: Das soll die Erkrankung mit dem Coronavirus angeblich verschlimmern. Eine entsprechende WhatsApp-Nachricht hatte auf die Uni Wien als Quelle verwiesen, die gleich darauf dementiert hat. Da Ibuprofen die Blutgerinnung hemme, könne man sich aber vorstellen, dass es dem Krankheitsverlauf nicht zuträglich sei, heißt es aus dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) dazu. Gesicherte Hinweise auf den Zusammenhang mit schweren Verläufen bei Covid-19 gebe es aber nicht. Fachleute raten, dass man nicht auf Basis von unbestätigten Gerüchten Medikamente absetzen, sondern unbedingt Rücksprache mit dem Arzt halten sollte.

Ein Gerücht konnten wir ganz direkt aus dem Weg räumen: Dass man in Italien nicht mehr einkaufen könne. Luise Bähr (24), vor zwei Jahren vom Rheinland aufs Land oberhalb von Issiglio im Piemont bei Turin in Norditalien ausgewandert, haben wir direkt gefragt. Die Bewegungsfreiheit sei komplett eingeschränkt, sagt sie. „Die Carabinieri sind schon sehr streng“, vorgestern hätten sie sogar einen Schäfer zur Rede gestellt, was er denn da mache. „Man darf wirklich nur noch Lebensmittel einkaufen gehen und nötigenfalls zur Arbeit.“ Die Rheinländerin kann dem Ganzen aber auch durchaus positive Seiten abgewinnen: Man könne die Pause auch mal zur Besinnung nutzen.

Und dann gibt es da noch die skurrilen Wundermittel: warmes Wasser trinken, Knoblauch oder Essiglösung in die Nase – solche Tipps könnten im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich sein, warnen Ärzte.