: Wasserstoff marsch!

Fahrer von Elektroautos mit Brennstoffzelle können an immer mehr Tankstellen tanken: Die H2 Mobility Deutschland und ihre Gesellschafter Shell und Air Liquide haben jetzt gemeinsam an der Shell-Tankstelle Odenkirchener Straße die erste Wasserstoff (H2)-Tankstation in Mönchengladbach eröffnet – die 75. in Deutschland.

„Wir befinden uns hier in der coolen Situation, unterstützen und unser Wissen teilen zu dürfen, ohne dabei mit ausgefahrenen Ellenbogen den Markt zu erobern“, freute sich Sybille Riepe, Leiterin Kommunikation bei H2 Mobility Deutschland, darüber, dass das Wasserstoff-Versorgungsnetz in Deutschland immer dichter wird. Hinter H2 Mobility stehen die Unternehmen Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total, die sich zusammengeschlossen haben, um den Aufbau der Wasserstoffinfrakstruktur voranzutreiben. 100 Stationen soll es – so der Plan – bis Ende 2019 in ganz Deutschland geben, bis 2022 sind 140 Stationen angepeilt. Fernziel ist unter Berücksichtigung steigender Fahrzeugzahlen eine flächendeckende Versorgung in der Zukunft mit 400 Stationen. Kartellrechtlich unterliegt der Zusammenschluss der Unternehmen, da er eine ernsthafte Marktmacht darstellt, dabei starken Einschränkungen. Allerdings, betont Riepe, gehe es den Beteiligten ohnehin primär darum, den Verkehr hierzulande „sauberer“ zu machen.

Wasserstoff dient der Betankung von Elektrofahrzeugen mit Brennstoffzelle. Doch was genau sind die Vorteile? Die Fahrzeuge erzeugen keinen Lärm und geben keine Schadstoffe ab, können in puncto Nutzung, Geschwindigkeit und Reichweite aber mit Pkw, die mit Otto- oder Dieselmotor ausgestattet sind, mithalten, so die Hersteller. Wasserstofffahrzeuge haben demnach Reichweiten von 500 bis 750 Kilometern und können zudem in nur drei bis fünf Minuten aufgetankt werden. Die Bedienung der Zapfsäule ist einfach.

Insgesamt fasst die neue Tankanlage an der Shell-Tankstelle von Pächter Christian Lugt 200 Kilogramm Wasserstoff – das reicht für die Betankung von 50 Fahrzeugen pro Tag. Dass der Nachschub immer gewährleistet ist, dafür zeichnen Markus Schewitza und sein Unternehmen Air Liquide verantwortlich. „Wir statten die Tankstellen nicht nur mit Equipment aus, sonder wir liefern auch die Moleküle, sprich den Wasserstoff, der aus Europas größtem Kühlwerk in Marl kommt“, so der Geschäftsführer bei der Eröffnung der H2-Tankstelle an der Odenkirchener Straße.

Auch Erden Yildizal, Product Manager bei Toyota Deutschland, sieht in der H2-Mobilität die Zukunft: „Die Entwicklung geht definitiv hin zu Hybridfahrzeugen, Fahrzeuge mit nur einer Antriebsart wird es hingegen auf absehbare Zeit immer weniger geben.“ Yildizal ist fest überzeugt: „Ohne Wasserstoff werden wir die Energie- und Mobilitätswende nicht schaffen.“

Axel Pommeränke, Communication Manager bei Shell, hob hervor, dass sich sein Unternehmen mit dem Engagement im Bereich H2-Mobilität eindeutig zu den Pariser Klimazielen bekenne. Er geht ebenfalls davon aus, dass in Zukunft viele auf diese Art des Antriebs setzten werden. Und sollte der Andrang an den Wasserstofftankstellen tatsächlich größer werden, so sei dies kein Problem: „Schließlich sind die Anlagen modular gestaltet, dass heißt sie können im Bedarfsfall noch erweitert werden.“

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